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노마드로서 경계인의 삶과 작품세계 - 유대계 독일 여성시인 로제 아우스렌더를 중심으로

Grenzgänger - Leben als Nomade und Schaffenswelt Jüdisch-deutsche Dichterin Rose Ausländer

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주제분류독일어와문학

초록

Die in Czernowitz, der ehemals “östlichsten Provinz deutsch-österreichischer Kultur” geborene Rose Ausländer (mit eigentlichem Namen Rosalie Beatrice Ruth Scherzer) wird heute als große deutsch-jüdische Lyrikerin bezeichnet. Ihr Vater Siegmund Scherzer stammte aus Sadagora, einer vom streng orthodoxen, von Chassidismus und Mystik des Ostjudentums geprägten Stadt. Der sich zum Freidenkertum bekennende Vater war Prokurist in einer Import-Export-Firma in Czernowitz, die Hauptstadt der Bukowina, wo bis dahin eine fast 200jährige deutsche Sprach- und Literaturtradition existierte. Nach dem Ersten Weltkriegs hatte sich die Situation in Czernowitz radikal verändert: war die Bukowina unter dem liberalen Kaiser Joseph II. das kulturell blühende österreichische Kronland, so wurde sie Ende 1918 von rumänischen Truppen besetzt. Aus dem multikulturellen Viersprachenland (Rumänisch, Deutsch,Jiddisch, Ruthenisch) sollte nunmehr ein ethnisch und kulturell homogener Teil des rumänischen Nationalstaats werden. Doch gerade die (alte) „grüne Bukowina“wird bei Ausländer zu einem Lebensthema werden, das auch in finsterster Zeit wie ein unverlierbarer Grund des Glücks hindurch scheint. Während der Besetzung von Czernowitz durch die Nazis hatten sie und ihre Familie sich in einem Keller verstecken müssen. Angesichts einer unerträglichen Realität wurde ihr “die andere Wirklichkeit, die geistige” zum Mittel des Überlebens. Sie überlebt die Zwangsarbeit und kann sich auch vor der Deportation retten. Erfahrungen und Überleben prägen ihr ganz eigenes, poetisches Vokabular:archaische Urworte und Wortfelder zwischen Äther und Asche, Atem und Tod. Asche, Atem, Dornen, Rauch, Rose, Schatten, Schlaf, Stern, Stille und Traum, das sind nur einige der Grundworte, mit denen Ausländer die ganz eigene Gestalt der Heimat im Utopischen und zugleich Nichtverortbaren zeichnet. Bei Ausländer bedeutet Leben Schreiben und Schreiben ist deshalb auch Überleben. Das Leben und Leiden als Jüdin nimmt dabei die Gestalt des Poetischen an. (Sie veröffentlichte mehr als zwanzig Gedichtbände.) Es ist für sie das Mittel,die Traumata der jüdischen Leidensgeschichte nicht übermächtig werden zu lassen. Thematisch bewegt sie sich zwischen Kindheit, den Erlebnissen im zweiten Weltkrieg oder dem Exil in Amerika. Ein Thema zieht sich jedoch wie ein roter Faden durch viele ihrer Gedichte - die überwiegend in ihrer Zeit in den USA entstanden. Es ist das Thema des Heimatverlustes, welches sie sicherlich schwer beschäftigt haben mag. Aufgrund materieller Probleme und auf Drängen der Mutter wird sie zur “Weltenwanderin” auf der “Europa-Amerika-Schaukel”. Als solche begegnet sie dem eigenen Erleben mit dem staunenden Blick einer Fremden. Diese Haltung wird zum Stilmerkmal ihres Werkes und gewährt so einen Einblick in das Gefühlsleben einer Heimatlosen und Vertriebenen. Die letzten zehn Jahre ihres Lebens verbrachte Ausländer in Düsseldorf. Krank und bettlägrig, wie sie war,entsteht hier auch ihr lyrisches Spätwerk. Bei allen Erfahrungen von Krieg, Ghetto,Verfolgung und Heimatlosigkeit spricht Ausländer zu ihren Lesern mit virtuoser Einfachheit und in ausgesucht schlichten Worten und zugleich voller Hoffnung auf Humanität.

Abstract

Die in Czernowitz, der ehemals “östlichsten Provinz deutsch-österreichischer Kultur” geborene Rose Ausländer (mit eigentlichem Namen Rosalie Beatrice Ruth Scherzer) wird heute als große deutsch-jüdische Lyrikerin bezeichnet. Ihr Vater Siegmund Scherzer stammte aus Sadagora, einer vom streng orthodoxen, von Chassidismus und Mystik des Ostjudentums geprägten Stadt. Der sich zum Freidenkertum bekennende Vater war Prokurist in einer Import-Export-Firma in Czernowitz, die Hauptstadt der Bukowina, wo bis dahin eine fast 200jährige deutsche Sprach- und Literaturtradition existierte. Nach dem Ersten Weltkriegs hatte sich die Situation in Czernowitz radikal verändert: war die Bukowina unter dem liberalen Kaiser Joseph II. das kulturell blühende österreichische Kronland, so wurde sie Ende 1918 von rumänischen Truppen besetzt. Aus dem multikulturellen Viersprachenland (Rumänisch, Deutsch,Jiddisch, Ruthenisch) sollte nunmehr ein ethnisch und kulturell homogener Teil des rumänischen Nationalstaats werden. Doch gerade die (alte) „grüne Bukowina“wird bei Ausländer zu einem Lebensthema werden, das auch in finsterster Zeit wie ein unverlierbarer Grund des Glücks hindurch scheint. Während der Besetzung von Czernowitz durch die Nazis hatten sie und ihre Familie sich in einem Keller verstecken müssen. Angesichts einer unerträglichen Realität wurde ihr “die andere Wirklichkeit, die geistige” zum Mittel des Überlebens. Sie überlebt die Zwangsarbeit und kann sich auch vor der Deportation retten. Erfahrungen und Überleben prägen ihr ganz eigenes, poetisches Vokabular:archaische Urworte und Wortfelder zwischen Äther und Asche, Atem und Tod. Asche, Atem, Dornen, Rauch, Rose, Schatten, Schlaf, Stern, Stille und Traum, das sind nur einige der Grundworte, mit denen Ausländer die ganz eigene Gestalt der Heimat im Utopischen und zugleich Nichtverortbaren zeichnet. Bei Ausländer bedeutet Leben Schreiben und Schreiben ist deshalb auch Überleben. Das Leben und Leiden als Jüdin nimmt dabei die Gestalt des Poetischen an. (Sie veröffentlichte mehr als zwanzig Gedichtbände.) Es ist für sie das Mittel,die Traumata der jüdischen Leidensgeschichte nicht übermächtig werden zu lassen. Thematisch bewegt sie sich zwischen Kindheit, den Erlebnissen im zweiten Weltkrieg oder dem Exil in Amerika. Ein Thema zieht sich jedoch wie ein roter Faden durch viele ihrer Gedichte - die überwiegend in ihrer Zeit in den USA entstanden. Es ist das Thema des Heimatverlustes, welches sie sicherlich schwer beschäftigt haben mag. Aufgrund materieller Probleme und auf Drängen der Mutter wird sie zur “Weltenwanderin” auf der “Europa-Amerika-Schaukel”. Als solche begegnet sie dem eigenen Erleben mit dem staunenden Blick einer Fremden. Diese Haltung wird zum Stilmerkmal ihres Werkes und gewährt so einen Einblick in das Gefühlsleben einer Heimatlosen und Vertriebenen. Die letzten zehn Jahre ihres Lebens verbrachte Ausländer in Düsseldorf. Krank und bettlägrig, wie sie war,entsteht hier auch ihr lyrisches Spätwerk. Bei allen Erfahrungen von Krieg, Ghetto,Verfolgung und Heimatlosigkeit spricht Ausländer zu ihren Lesern mit virtuoser Einfachheit und in ausgesucht schlichten Worten und zugleich voller Hoffnung auf Humanität.

참고문헌 (46)

  1. Ausländer, Rose, "Gesammelte Werke in sieben Bänden und einem Nachtragsband mit dem Gesamtregister" (1984), von Helmut Braun
  2. "Die Erde war ein atlasweißes Feld. Gedichte 1927-1956" (1985)
  3. "Die Sichel mäht die Zeit zu Heu. Gedichte 1957-1965" (1985)
  4. "Hügel aus Äther unwiderruflich. Gedichte und Prosa 1966-1975" (1984)
  5. "Im Aschenregen die Spur deines Namens. Gedichte und Prosa 1976" (1984)
  6. "Ich höre das Herz des Oleanders. Gedichte 1977-1979" (1984)
  7. "Wieder ein Tag aus Glut und Wind. Gedichte 1980-1982" (1986)
  8. "Und preise die kühlende Liebe der Luft. Gedichte 1983-1987" (1988)
  9. "Jeder Tropfen ein Tag, Gedichte aus dem Nachlaß. Gesamtregister" (1990)
  10. 프리모 레비, "지금이 아니면 언제" (2010), 노마드북스
  11. 프리모 레비, "살아남은 자의 아픔" (2011), 노마드북스
  12. 박설호, "모제스 로젠크란츠, 혹은 아우슈비츠 이후의 시 쓰기", 신생, (22), pp.149~166 (2005)
  13. 박설호, "새롭게 읽는 독일 현대시" (2007), 한신대학교 출판부
  14. 박설호, "“그대의 무덤은 도망치는 구름 속에”- 모제스 로젠크란츠와 부코비나 시인들의 유대인 박해 시편", 독일어문학, 19(3), pp.145~166 (2011), 한국독일어문학회
  15. 박정희, "역사와 허구 - 프리모 레비와 헤르타 뮐러의 수용소 텍스트에 나타난 두려움의 그림과 영혼의 풍경들", 비교문학, (52), pp.207~233 (2010), 한국비교문학회
  16. 박진우, "호모 사케르 : 주권 권력과 벌거벗은 생명" (2008), 새물결
  17. 지그문트 프로이트, "슬픔과 우울증, In 프로이트 전집 13" (1996), 열린책들
  18. Adorno, Theodor W, "Kulturkritik und Gesellschaft, In Gesellschaftstheorie und Kulturpolitik", pp.46~65 (1972)
  19. Adorno, Theodor W, "Negative Dialektik" (1973)
  20. Axmann, Elisabeth, "Fünf Dichter aus der Bukowina" (2007)
  21. Beil, Claudia, "Sprache als Heimat: Jüdische Tradition und Exilerfahrung in der Lyrik von Nelly Sachs und Rose Ausländer" (1991)
  22. Benjamin, Walter, "Ursprung des deutschen Trauerspiels" (2007)
  23. Birkmeyer, Jens, "Blumenworte welkten. Identität und Fremheit in Rose Ausländers Lyrik" (2008)
  24. Braun, Helmut, "Rose Ausländer. Materialien zu Leben und Werk" (1991)
  25. Helmut Braun, "Rose Ausländer in Czernowitz und New York, In Worte stark wie der Atem der Erde: Beiträge zu Leben und Werk der jüdischen Dichterin Rose Ausländer (1901-1988)", pp.11~38 (1994), Trier
  26. Helmut Braun, "Ich bin fünftausend Jahre jung, In Rose Ausländer. Zu ihrer Biographie" (1999)
  27. Helmut Braun, "Czernowitz. Die Geschichte einer untergegangenen Kulturmetropole" (2006), Aktualisierte Auflage
  28. Colin, Amy, "Versunkene Dichtung der Bukowina. Eine Anthologie deutscher Lyrik" (1994)
  29. Corbea, Andrei, "Kulturlandschaft Bukowina: Studien zur deutschsprachigen Literatur des Buchenlandes nach 1918" (1992)
  30. Corbea-Hoisie, "Stundenwechsel. Neue Perspektiven zu Alfred Margul-Sperber, Rose Ausländer, Paul Celan, Immanuel Weissglas" (2002)
  31. Hainz, Martin A, "Entgöttertes Leid. Zur Lyrik Rose Ausländers unter Berücksichtigung der Poetologie von Theodor W. Adorno, Peter Szondi und Jacques Derrida" (2008)
  32. Helfrisch, Cilly, "Es ist ein Aschensommer in der Welt" (1995), Rose Ausländer
  33. Jürgens, Ekkehard, "Immer zurück zum Pruth. Die langwierige Heimkehr nach Czernowitz" (2001), Der Freitag
  34. Kaltenhäuser, Florian, "Heimatverlust-Erinnerungsraum Bukowina in Rose Ausländers Lyrik" (2010)
  35. Killy, Walther, "Georg Trakl. Dichtungen und Briefe" (1987)
  36. Köhl, Gabriele, "Die Bedeutung der Sprache in der Lyrik Rose Ausländers" (1993)
  37. Kristensson, Jutta, "Identitätssuche in Rose Ausländers Spätlyrik" (2000)
  38. Lehmann, Annette Jael, "Im Zeichen der Shoah. Aspekte der Dichtungs- und Sprachkrise bei Rose Ausländer und Nelly Sachs" (1999)
  39. Merkt, Hartmut, "Poesie in der Isolation. Deutschsprachige jüdische Dichter in Enklave und Exil am Beispiel von Bukowiner Autoren seit dem 19. Jahrhundert. Zu Gedichten von Rose Ausländer, Paul Celan und Immanuel Weissglas" (1999)
  40. Michaelis, Anne-Gabriele, "Die Welt der Poesie für neugierige Leser. Zweiter Band. Deutsch-jüdische Dichterinnen" (2007), Else Lasker-Schüler und Nelly Sachs
  41. Motzan, Peter, "Literaturstadt Czernowitz?, In Wörter stellen mir nach, Ich stelle sie vor", pp.39~50 (2002)
  42. Rugart, Claudia, "Der Holocaust in der Lyrik Rose Ausländers,, In »Mutterland Wort«. Rose Ausländer 1901-1988. Schriftenreihe der Rose-Ausländer-Stiftung, B. 7", pp.211~247 (1999)
  43. Szondi, Peter, "Schriften, hrsg. v. Jean Bollack et al. Bd. 2: Essays: Satz und Gegensatz. Lektüren und Lektionen. Celan-Studien" (1978), Frühe Aufsätze
  44. Wallmann, Jürgen P, "Rezension zu >36 Gerechte<" (1967), Die Tat

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