Mechanismen der Kanonbildung - Eine empirische Analyse der deutschsprachig-literaturbezogenen Lehrwerke in China (1958–2024)
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초록
Diese Arbeit untersucht 62 zwischen 1958 und 2024 in Festlandchina publizierte Lehr- und Begleitwerke zur deutschsprachigen Literatur. Auf der Basis eines systematisch erhobenen Korpus werden die Publikationsent- wicklung, die Herausgeber:innen, die Verlagslandschaft, die Arbeitssprachen, thematische Schwerpunkte sowie die Repräsentation einzelner deutsch- sprachiger Schriftsteller:innen statistisch ausgewertet und kontextualisiert. Die Analyse zeigt, dass die Curriculumsprägung in erster Linie von chinesischen Forscher:innen der zweiten und dritten Generation getragen wird, während internationale Beiträge zwar in geringerer Zahl vorkommen, qualitativ jedoch impulsgebend wirkten. Darüber hinaus wird sichtbar, wie die Konzentration auf Literaturgeschichten, die Dominanz bestimmter Autorenfiguren wie Goethe, Schiller, Brecht und die geographische Institutionskonzentration in Beijing, Shanghai, Nanjing den Kanon und die Vermittlung der deutsch- sprachigen Literatur im chinesischen Hochschulsystem strukturell prägen. Damit wird die Untersuchung zu einem Beitrag, der einerseits die historische Entwicklung systematisch bilanziert, andererseits kritische Fragen nach zukünftigen Lehrprozessen in der chinesischen Germanistik aufwirft.
Abstract
Diese Arbeit untersucht 62 zwischen 1958 und 2024 in Festlandchina publizierte Lehr- und Begleitwerke zur deutschsprachigen Literatur. Auf der Basis eines systematisch erhobenen Korpus werden die Publikationsent- wicklung, die Herausgeber:innen, die Verlagslandschaft, die Arbeitssprachen, thematische Schwerpunkte sowie die Repräsentation einzelner deutsch- sprachiger Schriftsteller:innen statistisch ausgewertet und kontextualisiert. Die Analyse zeigt, dass die Curriculumsprägung in erster Linie von chinesischen Forscher:innen der zweiten und dritten Generation getragen wird, während internationale Beiträge zwar in geringerer Zahl vorkommen, qualitativ jedoch impulsgebend wirkten. Darüber hinaus wird sichtbar, wie die Konzentration auf Literaturgeschichten, die Dominanz bestimmter Autorenfiguren wie Goethe, Schiller, Brecht und die geographische Institutionskonzentration in Beijing, Shanghai, Nanjing den Kanon und die Vermittlung der deutsch- sprachigen Literatur im chinesischen Hochschulsystem strukturell prägen. Damit wird die Untersuchung zu einem Beitrag, der einerseits die historische Entwicklung systematisch bilanziert, andererseits kritische Fragen nach zukünftigen Lehrprozessen in der chinesischen Germanistik aufwirft.
