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‘점령’으로서의 독일통일과 통일 이후 독일 정치극 - 호흐후트의 『바이마르의 베씨 Wessis in Weimar』

Deutsche Wiedervereinigung als eine 'Besatzung' und der Weg zum politischen Theater nach der 'Wende'

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주제분류독일어와문학

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Dieser Beitrag befasst sich anhand des Hochhuthschen Stücks Wessis in Weimar mit der Ästhetik und Funktion des politischen Theaters in der 'Wendezeit'. Einleitend werden die Wendestücke dargestellt, bei denen es um die Wende und die Einheit geht. Danach werden die konkreten Themen und Darstellungsformen des Stücks Wessis in Weimar analysiert. Schließlich wird versucht, anhand der Rezeption dieses Stücks die Bedeutung des politischen Theaters in der Wendezeit zu deuten. Es ist davon auszugehen, dass es Hochhuth bei diesem Stück weniger um Theaterkunst denn um Gebrauchstheater und einen Beitrag zur Diskussion der Zeitgeschehnisse, ging. Hochhuth betrachtet die Wiedervereinigung keineswegs als Ergebnis einer friedlichen Entwicklung, sondern vielmehr als den Anfang einer gewaltsamen Okkupation. Es sind vor allem die Aktionen der Treuhandanstalt und ihre negativen Folgen für die Bürger im Osten, die den Hintergrund für Hochhuths Auseinandersetzung mit einem Stück aktueller Zeitgeschichte bilden. Wessis in Weimar thematisiert verübtes Unrecht an ehemaligen DDR-Bürgern in allen Bereichen: z.B. Ungerechtigkeiten in der Landwirtschaft, Arbeitslosigkeit, ‘Abwicklung’ durch die Treuhand oder das Aufkaufen billiger Ostimmobilien durch westdeutsche Markthaie. Die 10 im realistischen Stil angelegten Szenen von Wessis in Weimar sind jeweils in sich abgeschlossen und mit dokumentarischen Texten versetzt. Kombiniert sind die Dialoge mit abgedruckten Briefen, Gesetzestexten, Zeitungsartikeln und Interviews. Sie sind den Szenen meist als Einführung vorangestellt. Diese langen Vorbemerkungen erfüllen jedoch keineswegs nur die Funktion einer detaillierten Regieanweisung. Sie bieten vor allem persönliche Analysen der ökonomischen und sozialen Umstände, die letztendlich als politisches Manifest des Autors gelten dürfen. Daraus ergibt sich, dass Hochhuth in der Tradition des engagierten Theaters steht. Er mutet seinem Publikum zu, den Lauf der Geschichte zu beeinflussen. Mit Blick auf die Arbeit der Treuhandanstalt wird in Wessis in Weimar ein Bewusstsein für das erlittene Unrecht geschaffen und das Publikum zum Widerstand gegen solche Praktiken aufgerufen. In diesem Sinne vertritt Rolf Hochhuth die Überzeugung des politischen Theaters in der Post-Wendezeit, dass Theater engagiert und politisch wirksam sein muss.

Abstract

Dieser Beitrag befasst sich anhand des Hochhuthschen Stücks Wessis in Weimar mit der Ästhetik und Funktion des politischen Theaters in der 'Wendezeit'. Einleitend werden die Wendestücke dargestellt, bei denen es um die Wende und die Einheit geht. Danach werden die konkreten Themen und Darstellungsformen des Stücks Wessis in Weimar analysiert. Schließlich wird versucht, anhand der Rezeption dieses Stücks die Bedeutung des politischen Theaters in der Wendezeit zu deuten. Es ist davon auszugehen, dass es Hochhuth bei diesem Stück weniger um Theaterkunst denn um Gebrauchstheater und einen Beitrag zur Diskussion der Zeitgeschehnisse, ging. Hochhuth betrachtet die Wiedervereinigung keineswegs als Ergebnis einer friedlichen Entwicklung, sondern vielmehr als den Anfang einer gewaltsamen Okkupation. Es sind vor allem die Aktionen der Treuhandanstalt und ihre negativen Folgen für die Bürger im Osten, die den Hintergrund für Hochhuths Auseinandersetzung mit einem Stück aktueller Zeitgeschichte bilden. Wessis in Weimar thematisiert verübtes Unrecht an ehemaligen DDR-Bürgern in allen Bereichen: z.B. Ungerechtigkeiten in der Landwirtschaft, Arbeitslosigkeit, ‘Abwicklung’ durch die Treuhand oder das Aufkaufen billiger Ostimmobilien durch westdeutsche Markthaie. Die 10 im realistischen Stil angelegten Szenen von Wessis in Weimar sind jeweils in sich abgeschlossen und mit dokumentarischen Texten versetzt. Kombiniert sind die Dialoge mit abgedruckten Briefen, Gesetzestexten, Zeitungsartikeln und Interviews. Sie sind den Szenen meist als Einführung vorangestellt. Diese langen Vorbemerkungen erfüllen jedoch keineswegs nur die Funktion einer detaillierten Regieanweisung. Sie bieten vor allem persönliche Analysen der ökonomischen und sozialen Umstände, die letztendlich als politisches Manifest des Autors gelten dürfen. Daraus ergibt sich, dass Hochhuth in der Tradition des engagierten Theaters steht. Er mutet seinem Publikum zu, den Lauf der Geschichte zu beeinflussen. Mit Blick auf die Arbeit der Treuhandanstalt wird in Wessis in Weimar ein Bewusstsein für das erlittene Unrecht geschaffen und das Publikum zum Widerstand gegen solche Praktiken aufgerufen. In diesem Sinne vertritt Rolf Hochhuth die Überzeugung des politischen Theaters in der Post-Wendezeit, dass Theater engagiert und politisch wirksam sein muss.

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