독일통일과 지식인의 위기
Die deutsche Einheit und die Krise der Intellektuellen
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초록
Die deutsche Wiedervereinigung und das Ende des kalten Krieges haben die Lagerlandschaft der Intellektuellen abrupt verändert. Die linken Intellektuellen aus Ost- und Westdeutschland versuchten während der Wende die deutsche Wiedervereinigung abzuwendnen. Der Appel von Christa Wolf am 8. Oktober 1989 war ein repräsentatives Beispiel dafür. Sie vertrat im Namen von Künstlern und Vertretern von fünf Bürgerinitiativen den neuen Zukunftsentwurf demokratischer Sozialismus. So wurde der Charakter der Intellektuellen insbesondere in der DDR deutlich. Sie wollten die Rolle einer politischen Avantgarde übernehmen und hierdurch die Verwalter der Utopie bleiben. Dagegen richtete sich das Interesse des Volkes auf das konkrete Leben, das Partikulrare und nicht auf das Universelle und Allgemeine. So wählte das Volk die deutsche Einheit statt des dritten Weges, den sich die meisten linken Intellektuellen wünschten. Im Prozess dieser deutschen Einheit und angesichts der Stasi-Affären einiger Schriftsteller verloren die Intellektuellen sowohl ihre Stellung als Mahner als auch ihre moralische Autorität in der Öffentlichkeit. Volker Brauns Gedicht zur deutschen Einheit enthüllt in seiner Klage über den Verlust dieser Position den ganzen Wahrheits- und Machtmonopolanspruch. So trat die von Lyotard bereits fünf Jahre vor den revolutionären Umwälzungen im Osten formulierte Intellektuellendämmerung, die in Deutschland am klarsten von Hans Magnus Enzensberger aufgegriffen wurde, in den Jahren nach der deutschen Einheit noch einmal klar zu Tage. Dies alles führte die Auflösung der Lager der Intellektuellen in Deutschland. Gleichzeitig spiegelte sich hierin der grundsätzliche Strukturwandel der Öffentlichkeit wider, der vor allem von der Veränderung der politischen und medialen Umwelt hervorgebracht wurde. Die Zeit verändert sich und eine neue Zeit fordert eine neue Generation der Intellektuellen. Sie wird sich auf pluralistischer Demokratie statt universaler Wahrheit gründen.
Abstract
Die deutsche Wiedervereinigung und das Ende des kalten Krieges haben die Lagerlandschaft der Intellektuellen abrupt verändert. Die linken Intellektuellen aus Ost- und Westdeutschland versuchten während der Wende die deutsche Wiedervereinigung abzuwendnen. Der Appel von Christa Wolf am 8. Oktober 1989 war ein repräsentatives Beispiel dafür. Sie vertrat im Namen von Künstlern und Vertretern von fünf Bürgerinitiativen den neuen Zukunftsentwurf demokratischer Sozialismus. So wurde der Charakter der Intellektuellen insbesondere in der DDR deutlich. Sie wollten die Rolle einer politischen Avantgarde übernehmen und hierdurch die Verwalter der Utopie bleiben. Dagegen richtete sich das Interesse des Volkes auf das konkrete Leben, das Partikulrare und nicht auf das Universelle und Allgemeine. So wählte das Volk die deutsche Einheit statt des dritten Weges, den sich die meisten linken Intellektuellen wünschten. Im Prozess dieser deutschen Einheit und angesichts der Stasi-Affären einiger Schriftsteller verloren die Intellektuellen sowohl ihre Stellung als Mahner als auch ihre moralische Autorität in der Öffentlichkeit. Volker Brauns Gedicht zur deutschen Einheit enthüllt in seiner Klage über den Verlust dieser Position den ganzen Wahrheits- und Machtmonopolanspruch. So trat die von Lyotard bereits fünf Jahre vor den revolutionären Umwälzungen im Osten formulierte Intellektuellendämmerung, die in Deutschland am klarsten von Hans Magnus Enzensberger aufgegriffen wurde, in den Jahren nach der deutschen Einheit noch einmal klar zu Tage. Dies alles führte die Auflösung der Lager der Intellektuellen in Deutschland. Gleichzeitig spiegelte sich hierin der grundsätzliche Strukturwandel der Öffentlichkeit wider, der vor allem von der Veränderung der politischen und medialen Umwelt hervorgebracht wurde. Die Zeit verändert sich und eine neue Zeit fordert eine neue Generation der Intellektuellen. Sie wird sich auf pluralistischer Demokratie statt universaler Wahrheit gründen.
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