세대담론으로 읽는 슐링크의 책 읽어주는 남자
Der Generationendiskurs im Roman Bernhard Schlinks Der Vorleser
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초록
Bernhard Schlinks Roman Der Vorleser aus dem Jahre 1995 gehört zu den erfolgreichsten Werken der deutschen Gegenwartsliteratur. Der Roman erscheint auf den ersten Blick wie eine trivale Liebesgeschichte. Die von Scham und Schuld beladene Liebesbeziehung zwischen Hanna und Michael stellt allegorisch den Umgang der Deutschen mit dem Nationalsozialismus sowie dem Holocaust dar. Michael gehört zu der 68er Generation, die sich von ihrer Täter-Väter-Generation radikal verabschiedete und sie wegen der Nazivergangenheit anklagte. Der Roman zeigt, dass er genauso wenig seine Geschichte mit der Naziverbrecherin Hanna loswerden kann, wie er die deutsche Vergangenheit im Dritten Reich als abgetan und bewältigt erklären kann. Denn es besteht auch die Gefahr für die zweite Generation, die Vergangenheit des Holocausts zu verdrängen, indem sie sich von den Tätern distanziert und an die Stelle der eigentlichen Opfer zu treten versucht. Der Erzählerperspektive, von Selbstreflexion und Ambivalenz gekennzeichnet, gibt aber keine eindeutige Antwort, sondern lädt den Leser zu einem Diskurs über den Umgang der Nachgeborenen mit der Nazivergangenheit ein. Der Roman ist nicht bloß eine Geschichte der zweiten Generation, die versucht, ihre Vergangenheit zu bewältigen. Es ist vielmehr ein Diskurs eines 68ers, der sich mit der Frage nach der 'political correctness' und dem verantwortlichen Handeln seiner eigenen Generation selbstkritisch auseinandersetzt.
Abstract
Bernhard Schlinks Roman Der Vorleser aus dem Jahre 1995 gehört zu den erfolgreichsten Werken der deutschen Gegenwartsliteratur. Der Roman erscheint auf den ersten Blick wie eine trivale Liebesgeschichte. Die von Scham und Schuld beladene Liebesbeziehung zwischen Hanna und Michael stellt allegorisch den Umgang der Deutschen mit dem Nationalsozialismus sowie dem Holocaust dar. Michael gehört zu der 68er Generation, die sich von ihrer Täter-Väter-Generation radikal verabschiedete und sie wegen der Nazivergangenheit anklagte. Der Roman zeigt, dass er genauso wenig seine Geschichte mit der Naziverbrecherin Hanna loswerden kann, wie er die deutsche Vergangenheit im Dritten Reich als abgetan und bewältigt erklären kann. Denn es besteht auch die Gefahr für die zweite Generation, die Vergangenheit des Holocausts zu verdrängen, indem sie sich von den Tätern distanziert und an die Stelle der eigentlichen Opfer zu treten versucht. Der Erzählerperspektive, von Selbstreflexion und Ambivalenz gekennzeichnet, gibt aber keine eindeutige Antwort, sondern lädt den Leser zu einem Diskurs über den Umgang der Nachgeborenen mit der Nazivergangenheit ein. Der Roman ist nicht bloß eine Geschichte der zweiten Generation, die versucht, ihre Vergangenheit zu bewältigen. Es ist vielmehr ein Diskurs eines 68ers, der sich mit der Frage nach der 'political correctness' und dem verantwortlichen Handeln seiner eigenen Generation selbstkritisch auseinandersetzt.
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