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Die Problematik der Vergangenheitsbewältigung in Bernhard Schlinks Der Vorleser
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초록
Im Roman Der Vorleser verbindet Bernhard Schlink eine Liebesgeschichte mit der NS-Theamtik. Er bietet mit diesem Roman einen neuen Blickwinkel auf die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Hier sucht er die persönliche und menschliche Nähe zu den Tätern. Er wählt nicht die Opferperspektive, sondern die Perspektive der Täter und der Nachkriegsgeneration. Das Symbol der ersten Generation und der Täter der NS-Zeit sind nicht die Eltern, sondern die Geliebte der Nachkriegsgeneration, die zur Eltern-Generation gehört. Diese Einstellungen reduzieren die Distanz zu den Schuldigen. Darüber hinaus ist die Täterin Hanna Analphabetin. Der Analphabtismus lässt sie schwach erscheinen. Das ist eine Strategie, die ihre Schuld an ihren Verbrechen relativiert. Deshalb erscheint Hanna nicht nur als Täterin, sondern auch als Opfer. In der Beziehung zu Hanna gerät Michael in eine sexuelle Abhängigkeit, die man durchaus als Hörigheit bezeichnen kann. In Michaels Gefühlswelt besetzt Hanna die Rolle der Mutter. Sein Gefühl der Schuld steht eindeutig in Verbindung mit seiner unbewussten inszestuösen Beziehung zu Hanna. Als er Hannas Verbrechen als KZ-Aufseherin erkennt, gerät in das Dilemma, dass er Hanna entweder verstehen oder verurteilen kann. Sein Dilemma spiegelt die Situation der Nachkriegsgeneration gegenüber den Verbrechen der Eltern-Generation wider. Michaels Schuldgefühl und Zorn haben ihn fast ein Jahrzent lang aufgewühlt und an einem normalen Leben gehindert. Nach Hannas Tod besucht Michael die Tochter, die den Kirchenbrand überlebt hat. Das Treffen zwischen Michael und der Zeugin von Hannas KZ-Zeit hat eine reinigende Funktion. Im Gespräch mit ihr bekennt sich Michael zum ersten Mal zu seiner Beziehung zu Hanna, was für ihn eine befreiende Wirkung hat. Danach beschließt er seine Liebesgeschichte aufzuschreiben, um mit seiner Geschichte Frieden zu schließen. Das Schreiben an sich hat therapeutischen Charakter. Michael als Ich-Erzähler versucht im Prozess des Erzählens, des Deutens und Interpretierens, mit seiner eigenen Vergangenheit ins Reine zu kommen. In diesem Sinn ist ‘dieser Roman’ für ihn ein Prozess der Vergangenheitsbewältigung.
Abstract
Im Roman Der Vorleser verbindet Bernhard Schlink eine Liebesgeschichte mit der NS-Theamtik. Er bietet mit diesem Roman einen neuen Blickwinkel auf die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Hier sucht er die persönliche und menschliche Nähe zu den Tätern. Er wählt nicht die Opferperspektive, sondern die Perspektive der Täter und der Nachkriegsgeneration. Das Symbol der ersten Generation und der Täter der NS-Zeit sind nicht die Eltern, sondern die Geliebte der Nachkriegsgeneration, die zur Eltern-Generation gehört. Diese Einstellungen reduzieren die Distanz zu den Schuldigen. Darüber hinaus ist die Täterin Hanna Analphabetin. Der Analphabtismus lässt sie schwach erscheinen. Das ist eine Strategie, die ihre Schuld an ihren Verbrechen relativiert. Deshalb erscheint Hanna nicht nur als Täterin, sondern auch als Opfer. In der Beziehung zu Hanna gerät Michael in eine sexuelle Abhängigkeit, die man durchaus als Hörigheit bezeichnen kann. In Michaels Gefühlswelt besetzt Hanna die Rolle der Mutter. Sein Gefühl der Schuld steht eindeutig in Verbindung mit seiner unbewussten inszestuösen Beziehung zu Hanna. Als er Hannas Verbrechen als KZ-Aufseherin erkennt, gerät in das Dilemma, dass er Hanna entweder verstehen oder verurteilen kann. Sein Dilemma spiegelt die Situation der Nachkriegsgeneration gegenüber den Verbrechen der Eltern-Generation wider. Michaels Schuldgefühl und Zorn haben ihn fast ein Jahrzent lang aufgewühlt und an einem normalen Leben gehindert. Nach Hannas Tod besucht Michael die Tochter, die den Kirchenbrand überlebt hat. Das Treffen zwischen Michael und der Zeugin von Hannas KZ-Zeit hat eine reinigende Funktion. Im Gespräch mit ihr bekennt sich Michael zum ersten Mal zu seiner Beziehung zu Hanna, was für ihn eine befreiende Wirkung hat. Danach beschließt er seine Liebesgeschichte aufzuschreiben, um mit seiner Geschichte Frieden zu schließen. Das Schreiben an sich hat therapeutischen Charakter. Michael als Ich-Erzähler versucht im Prozess des Erzählens, des Deutens und Interpretierens, mit seiner eigenen Vergangenheit ins Reine zu kommen. In diesem Sinn ist ‘dieser Roman’ für ihn ein Prozess der Vergangenheitsbewältigung.
참고문헌 (16)
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