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‘모국어 Muttersprache’ 개념형성 및 변화 -16­19세기 독일어 사용영역을 중심으로

Zum Begriff der ‘Muttersprache’-vom 16. bis zum 19. Jahrhundert-

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주제분류독일어와문학

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Das Wort ‘Muttersprache’(lat. Lingua materna, sermo patrius; engl. Mother language, mother tongue bzw. native language; frz. langue maternelle) ist polysem bzw. homonym. Die beiden Bedeutungen sind 1. eine Sprache als Mutter anderer Sprachen. Dieser Anthropomorphismus bezieht sich prototypisch auf das Latein als die Mutter der romanischen Sprachen. Voraussetzung für eine derartige Begriffsverwendung ist die Erkenntnis eines genetischen Zusammenhangs zwischen verschiedenen Sprachen, vor allem die Wertung der historisch jüngeren Sprachform als Sprache und nicht etwa als Dialekt. 2. ‘Muttersprache’ als die Individualsprache eines Menschen als Mitglied einer bestimmten Sprachgemeinschaft. Diese Individualsprache ist durch ungesteuerten Spracherwerb gekennzeichnet. Sie steht damit im Gegensatz zu allen anderen Sprachen, die durch systematischen Unterricht erlernt werden. In den lezten Jahrhunderten ist ‘Muttersprache’ mit der Entstehung und Bewertung von Nationalsprachen zu einem ideologisch besetzten Begriff geworden. ‘Muttersprache’ bezieht sich seitdem auf die deutsche Standardsprache, nicht auf die reale Sprache realer Mütter. Dies kann nur durch Kontextangaben konkretisiert werden. Es soll in erster Linie gezeigt werden, wie sich der Begriff ‘Muttersprache’ gebildet und wie er sich in verschiedenen Zeiträumen, insbesondere vom 16. bis zum 19 Jahrhundert, geändert hat und verwendet worden ist. Die hier chronologisch dargestellten Merkmale des Begriffs ‘Muttersprache’, nämlich die Begriffsbildungszüge bzw. die Änderungen der Begriffsverwendungsweisen können aber auch der Verdeutlichung der Begriffsentwicklung ‘Muttersprache’ im deutschen Sprachraum dienen.

Abstract

Das Wort ‘Muttersprache’(lat. Lingua materna, sermo patrius; engl. Mother language, mother tongue bzw. native language; frz. langue maternelle) ist polysem bzw. homonym. Die beiden Bedeutungen sind 1. eine Sprache als Mutter anderer Sprachen. Dieser Anthropomorphismus bezieht sich prototypisch auf das Latein als die Mutter der romanischen Sprachen. Voraussetzung für eine derartige Begriffsverwendung ist die Erkenntnis eines genetischen Zusammenhangs zwischen verschiedenen Sprachen, vor allem die Wertung der historisch jüngeren Sprachform als Sprache und nicht etwa als Dialekt. 2. ‘Muttersprache’ als die Individualsprache eines Menschen als Mitglied einer bestimmten Sprachgemeinschaft. Diese Individualsprache ist durch ungesteuerten Spracherwerb gekennzeichnet. Sie steht damit im Gegensatz zu allen anderen Sprachen, die durch systematischen Unterricht erlernt werden. In den lezten Jahrhunderten ist ‘Muttersprache’ mit der Entstehung und Bewertung von Nationalsprachen zu einem ideologisch besetzten Begriff geworden. ‘Muttersprache’ bezieht sich seitdem auf die deutsche Standardsprache, nicht auf die reale Sprache realer Mütter. Dies kann nur durch Kontextangaben konkretisiert werden. Es soll in erster Linie gezeigt werden, wie sich der Begriff ‘Muttersprache’ gebildet und wie er sich in verschiedenen Zeiträumen, insbesondere vom 16. bis zum 19 Jahrhundert, geändert hat und verwendet worden ist. Die hier chronologisch dargestellten Merkmale des Begriffs ‘Muttersprache’, nämlich die Begriffsbildungszüge bzw. die Änderungen der Begriffsverwendungsweisen können aber auch der Verdeutlichung der Begriffsentwicklung ‘Muttersprache’ im deutschen Sprachraum dienen.

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