Junge Disziplin mit alter Tradition - eine kurze Geschichte der Übersetzungswissenschaft
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Nach einer kurzen Klärung der Begriffe und einem Überblick über einige frühe Re-flektionen zum sogenannten „historischen Dilemma“ des Übersetzers, die noch nicht als „Wissenschaft“ in unserem heutigen Sinne betrachtet werden können, wird in dem folgenden Beitrag die junge Disziplin der Übersetzungswissenschaft, deren Entwicklung seit den 1960-er Jahren zu beobachten ist, anhand der wichtigsten Paradigmen dargestellt. Diese Paradigmen folgen nicht chronologisch aufeinander sondern überlappen sich und stellen oft Gegenbewegungen zu den vorangegangenen dar. Folgende Paradigmen werden behandelt: das äquivalenzbasierte Paradigma (Übersetzen als Umkodieren), das hermeneutische Paradigma (Übersetzen als Verstehen),das handlungsorientierte Paradigma (Skopostheorie und Funktionalismus), das psycholinguistische Paradigma (Übersetzen als mentaler Prozess), die Descriptive Translation Studies (Übersetzung als Schaffung zielkultureller Fakten), Postkolonialismus und Feminismus (Übersetzen als Kampf um Anerkennung) und die Corpus-based Translation Studies (Übersetzungen als Datenmengen). Die Darstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit sondern ist als Überblick gedacht, der zum Weiterdenken und Weiterforschen ermuntern soll.
Abstract
Nach einer kurzen Klärung der Begriffe und einem Überblick über einige frühe Re-flektionen zum sogenannten „historischen Dilemma“ des Übersetzers, die noch nicht als „Wissenschaft“ in unserem heutigen Sinne betrachtet werden können, wird in dem folgenden Beitrag die junge Disziplin der Übersetzungswissenschaft, deren Entwicklung seit den 1960-er Jahren zu beobachten ist, anhand der wichtigsten Paradigmen dargestellt. Diese Paradigmen folgen nicht chronologisch aufeinander sondern überlappen sich und stellen oft Gegenbewegungen zu den vorangegangenen dar. Folgende Paradigmen werden behandelt: das äquivalenzbasierte Paradigma (Übersetzen als Umkodieren), das hermeneutische Paradigma (Übersetzen als Verstehen),das handlungsorientierte Paradigma (Skopostheorie und Funktionalismus), das psycholinguistische Paradigma (Übersetzen als mentaler Prozess), die Descriptive Translation Studies (Übersetzung als Schaffung zielkultureller Fakten), Postkolonialismus und Feminismus (Übersetzen als Kampf um Anerkennung) und die Corpus-based Translation Studies (Übersetzungen als Datenmengen). Die Darstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit sondern ist als Überblick gedacht, der zum Weiterdenken und Weiterforschen ermuntern soll.
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