Ausrottung und Dressierung.Gewalt an Tieren am Beispiel von Barbara Gowdys The White Bone und Yoko Tawadas Etüden im Schnee
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초록
Die vorliegende Untersuchung analysiert die verschiedenen Modi der “systematischen Gewalt” an Tieren in Barbara Gowdys The White Bone und Yoko Tawadas Etüden im Schnee und fokussiert sich auf die Funktion der Narrative aus der Sicht der Tiere sowie ihrer Geschlechter in den beiden Romanen. The White Bone zeigt unmittelbare Gewalttaten gegen Tiere, wie Jagd und Ökozid. Im Vergleich dazu bringt Etüden im Schnee die Dressierung und die Gewalt der Instrumentalisierung, Kommodifizierung und Partialisierung zum Ausdruck, die Tiere für gewinnbringende Shows und Ausstellungen in Zirkussen und Zoos erfahren. Unter der von Menschen ausgehenden Gewalt werden die Tiere als erniedrigte und entwürdigte Wesen im Sinne des ‘Homo sacer’ oder ‘Paria’ dargestellt. In beiden Romanen verleihen die Tiernarrative den Tieren als rechtlosen Wesen eine Stimme und lassen sie die Probleme des Speziesismus zum Ausdruck bringen. Dadurch gewinnen die Tiernarrative in beiden Romanen den Charakter von “Writing-back-Stories”. So legt die Darstellung von Gewalt an Tieren aus ihrer Sicht es der menschlichen Leserschaft nahe, sich in sie hineinzuversetzen und über die Gewalt an ihnen neu zu reflektieren. Die Vorstellung einer alternativen Beziehung zwischen Tier und Mensch wird von Barbara Gowdy als Ethik der ‘weiblichen’ Fürsorge präsentiert. Im Vergleich dazu ist bei Yoko Tawada die Rolle der Geschlechter in solch einer imaginierten Beziehungswelt komplexer, da in ihrem Roman nicht nur die artenübergreifende weibliche Solidarität, sondern auch die Erweiterung der Pflege thematisiert wird, die die Grenzlinien zwischen Spezies und Geschlecht überquert.
Abstract
Die vorliegende Untersuchung analysiert die verschiedenen Modi der “systematischen Gewalt” an Tieren in Barbara Gowdys The White Bone und Yoko Tawadas Etüden im Schnee und fokussiert sich auf die Funktion der Narrative aus der Sicht der Tiere sowie ihrer Geschlechter in den beiden Romanen. The White Bone zeigt unmittelbare Gewalttaten gegen Tiere, wie Jagd und Ökozid. Im Vergleich dazu bringt Etüden im Schnee die Dressierung und die Gewalt der Instrumentalisierung, Kommodifizierung und Partialisierung zum Ausdruck, die Tiere für gewinnbringende Shows und Ausstellungen in Zirkussen und Zoos erfahren. Unter der von Menschen ausgehenden Gewalt werden die Tiere als erniedrigte und entwürdigte Wesen im Sinne des ‘Homo sacer’ oder ‘Paria’ dargestellt. In beiden Romanen verleihen die Tiernarrative den Tieren als rechtlosen Wesen eine Stimme und lassen sie die Probleme des Speziesismus zum Ausdruck bringen. Dadurch gewinnen die Tiernarrative in beiden Romanen den Charakter von “Writing-back-Stories”. So legt die Darstellung von Gewalt an Tieren aus ihrer Sicht es der menschlichen Leserschaft nahe, sich in sie hineinzuversetzen und über die Gewalt an ihnen neu zu reflektieren. Die Vorstellung einer alternativen Beziehung zwischen Tier und Mensch wird von Barbara Gowdy als Ethik der ‘weiblichen’ Fürsorge präsentiert. Im Vergleich dazu ist bei Yoko Tawada die Rolle der Geschlechter in solch einer imaginierten Beziehungswelt komplexer, da in ihrem Roman nicht nur die artenübergreifende weibliche Solidarität, sondern auch die Erweiterung der Pflege thematisiert wird, die die Grenzlinien zwischen Spezies und Geschlecht überquert.
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