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길항작용에서 정체성 추구로 - 하인리히 뵐의 『어느 광대의 견해』와 베른하르트 슐링크의 『책 읽어주는 남자』에서 세대 간의 문제

Vom Antagonismus zur Identitätssuche - Generationsprobleme in Ansichten eines Clowns von Heinrich Böll und Der Vorleser von Bernhard Schlink

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주제분류독일어와문학

초록

Dieser Aufsatz thematisiert Generationskonflikte, wie sie in den Romanen Ansichten eines Clowns (1963) von Heinrich Böll und Der Vorleser (1995) von Bernhard Schlink dargestellt werden. Beide Bücher sind zwar im Abstand von rund dreißig Jahren erschienen, aber beide greifen von einer Handlungsgegenwart auf eine tieferliegende Vergangenheit zurück, auf die Zeit des zweiten Weltkrieges, an der die Eltern der jeweiligen Ich-Erzähler aktiv Anteil hatten. Die Handlung in Bölls Ansichten eines Clowns spielt im Jahre 1962, also in der so genannten Restaurationsphase der Bundesrepublik. Von dort aus wird auf eine zweite Zeitebene zurückgegriffen, auf die Kriegsjahre und die Rolle, die die Eltern des Ich-Erzählers darin gespielt haben. Vergangenheit und Gegenwart, Schuld und die Verweigerung ihrer Anerkennung: Daraus resultiert der Konflikt. Der Protagonist scheitert am vorgezeichneten Weg der Normalität, konkret am Gymnasium, und entschließt sich, Clown zu werden. Damit betritt er einen Raum außerhalb der Normalität, von dem aus er die Welt der Normalität beobachten und kritisieren kann. Im Mittelpunkt steht der Konflikt des Protagonisten mit der Mutter, die aus ideologischer Verblendung ihre eigene Tochter zum Kriegsdienst gedrängt und in den Tod geschickt hatte. Diese Mutter steht für die Welt des Vergessens. Der Sohn und Ich-Erzähler drängt zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, für die Erinnerung, aus der Versöhnung und vielleicht sogar Liebe erwachsen mag. Das Buch endet in Resignation, da sich die Gesellschaft im Allgemeinen und die Mutter im Besonderen als uneinsichtig und veränderungsunfähig erweisen. Dreißig Jahre später werden vergleichbare Konflikte in Schlinks Roman Der Vorleser aufgegriffen. Dazu dient in diesem Falle eine ungewöhnliche Personenkonstellation: Die Oppositionen verlaufen nicht wie üblich zwischen Eltern und Kindern, sondern zwischen einem noch sehr jungen Schüler und einer reiferen Frau. Dabei entwickelt sich, wie häufig bei einer solchen Verbindung, eine zunehmende Abhängigkeit des Jüngeren zu der Älteren. Überdies ist dieser Beziehung keine Dauer beschieden. Anfang und Ende dieser ungewöhnlichen Beziehung fallen in das Jahr 1959. Die Geliebte verschwindet, der junge Mann gibt sich selbst, sicher zu unrecht, die Schuld. Sieben Jahre später, der junge Mann ist inzwischen Jurastudent, trifft er sie überraschend wieder, in einem Nazi-Prozess. Seine große Liebe, so stellt sich heraus, hatte in den Kriegsjahren als Aufseherin in Auschwitz gedient. Die vorliegende Arbeit zeigt die Folgen dieser ungewöhnlichen Liebesgeschichte für die Identitätssuche des jungen Mannes, sie geht der komplizierten Frage nach Schuld und Sühne nach und beleuchtet die Konflikte zwischen den Generationen vor und nach dem großen Krieg.

Abstract

Dieser Aufsatz thematisiert Generationskonflikte, wie sie in den Romanen Ansichten eines Clowns (1963) von Heinrich Böll und Der Vorleser (1995) von Bernhard Schlink dargestellt werden. Beide Bücher sind zwar im Abstand von rund dreißig Jahren erschienen, aber beide greifen von einer Handlungsgegenwart auf eine tieferliegende Vergangenheit zurück, auf die Zeit des zweiten Weltkrieges, an der die Eltern der jeweiligen Ich-Erzähler aktiv Anteil hatten. Die Handlung in Bölls Ansichten eines Clowns spielt im Jahre 1962, also in der so genannten Restaurationsphase der Bundesrepublik. Von dort aus wird auf eine zweite Zeitebene zurückgegriffen, auf die Kriegsjahre und die Rolle, die die Eltern des Ich-Erzählers darin gespielt haben. Vergangenheit und Gegenwart, Schuld und die Verweigerung ihrer Anerkennung: Daraus resultiert der Konflikt. Der Protagonist scheitert am vorgezeichneten Weg der Normalität, konkret am Gymnasium, und entschließt sich, Clown zu werden. Damit betritt er einen Raum außerhalb der Normalität, von dem aus er die Welt der Normalität beobachten und kritisieren kann. Im Mittelpunkt steht der Konflikt des Protagonisten mit der Mutter, die aus ideologischer Verblendung ihre eigene Tochter zum Kriegsdienst gedrängt und in den Tod geschickt hatte. Diese Mutter steht für die Welt des Vergessens. Der Sohn und Ich-Erzähler drängt zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, für die Erinnerung, aus der Versöhnung und vielleicht sogar Liebe erwachsen mag. Das Buch endet in Resignation, da sich die Gesellschaft im Allgemeinen und die Mutter im Besonderen als uneinsichtig und veränderungsunfähig erweisen. Dreißig Jahre später werden vergleichbare Konflikte in Schlinks Roman Der Vorleser aufgegriffen. Dazu dient in diesem Falle eine ungewöhnliche Personenkonstellation: Die Oppositionen verlaufen nicht wie üblich zwischen Eltern und Kindern, sondern zwischen einem noch sehr jungen Schüler und einer reiferen Frau. Dabei entwickelt sich, wie häufig bei einer solchen Verbindung, eine zunehmende Abhängigkeit des Jüngeren zu der Älteren. Überdies ist dieser Beziehung keine Dauer beschieden. Anfang und Ende dieser ungewöhnlichen Beziehung fallen in das Jahr 1959. Die Geliebte verschwindet, der junge Mann gibt sich selbst, sicher zu unrecht, die Schuld. Sieben Jahre später, der junge Mann ist inzwischen Jurastudent, trifft er sie überraschend wieder, in einem Nazi-Prozess. Seine große Liebe, so stellt sich heraus, hatte in den Kriegsjahren als Aufseherin in Auschwitz gedient. Die vorliegende Arbeit zeigt die Folgen dieser ungewöhnlichen Liebesgeschichte für die Identitätssuche des jungen Mannes, sie geht der komplizierten Frage nach Schuld und Sühne nach und beleuchtet die Konflikte zwischen den Generationen vor und nach dem großen Krieg.

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