토마스 만 초기 작품의 주인공들에 나타난 데카당스적인 국외자
Die dekadenten Außenseiter im frühen Werk Thomas Manns
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초록
Die Helden in Thomas Manns Frühwerken sind entweder Künstler (Tonio Kröger, Detlev in die Hungerden, Daniel in Beim Propheten, Spinell in Tristan, Hanno in Buddenbrooks) oder Menschen mit künstlerischer Veranlagung (z.B. Bajazzo, Friedemann). Manns Künstlerfiguren sind sensibel und begeisterungsfähig, aber auch verträumt, willensschwach und dekadent. Im alltäglichen Leben zeigt sich, dass ihnen das eigentlich Menschliche fehlt. Zwischen der Welt der Künstler und der Welt der Nicht-Künstler, der gewöhnlichen Menschen, gibt es keine Möglichkeit der Verständigung oder Annäherung. In der Welt des Künstlers herrscht nur Öde, Erstarrung, Eiseskälte und die Kunst. Der Wert dieser Kunst ist jedoch fragwürdig, wenn ihr das Menschliche fehlt, „ein wenig Gefühl, Sehnsucht, Liebe“, wie es der Novellist am Ende der Erzählung Beim Propheten formuliert. Die zentralen Figuren in Thomas Manns Werken sind von der Gesellschaft losgelöste Außenseiter. Ihre Probleme ergeben sich aus ihrer Beziehung zur Gesellschaft. Paolo (Der Wille zum Glück), Bajazzo (Der Bajazzo), Albrecht van der Qualen (Der Kleiderschrank), Rechtsanwalt Jakoby (Luischen) sind Menschen, die von der Gesellschaft isoliert sind. Doch obwohl diese Außenseiter ohne Kontakt zur Gesellschaft leben, sind sie mit ihrer Situation zufrieden und wollen an ihr nichts ändern. Es ist nicht erstaunlich, dass so isoliert lebende Personen auch körperlich krank sein können. Diese Krankheiten sind wegen der empfundenen Süße des Verfalls ein Stimmungselement, und sie akzentuieren gleichzeitig das Abgelöstsein. Als Kranker ist der Künstler noch weiter vom Leben der Gesellschaft entfernt als Gesunde. Demzufolge leidet er an seiner Individuation und sehnt sich heftiger nach einer Beendigung dieses Zustandes durch ein schnelles Ableben. Mit dem Tod ist der Prozess des Abgelöstseins und der Krankheit abgeschlossen. Obwohl der Außenseiter, der von der allgemeinen Gesellschaft entfremdet lebt, die äußere Welt verachtet und diese nie erobern kann, sieht er im Tod die nächstliegende Möglichkeit, eine Vereinigung des Ichs mit der äußeren Welt, d.h. die Aufhebung seiner Außenseiter-Individuation, zu erreichen. Der Tod ist somit nicht Enttäuschung und Absage an das einfache Leben und die allgemeine Gesellschaft, sondern ein Mittel, die äußere Welt mit dem Ich zu vereinigen und den sanften und warmen Weg der Ruhe und des Friedens zu finden.
Abstract
Die Helden in Thomas Manns Frühwerken sind entweder Künstler (Tonio Kröger, Detlev in die Hungerden, Daniel in Beim Propheten, Spinell in Tristan, Hanno in Buddenbrooks) oder Menschen mit künstlerischer Veranlagung (z.B. Bajazzo, Friedemann). Manns Künstlerfiguren sind sensibel und begeisterungsfähig, aber auch verträumt, willensschwach und dekadent. Im alltäglichen Leben zeigt sich, dass ihnen das eigentlich Menschliche fehlt. Zwischen der Welt der Künstler und der Welt der Nicht-Künstler, der gewöhnlichen Menschen, gibt es keine Möglichkeit der Verständigung oder Annäherung. In der Welt des Künstlers herrscht nur Öde, Erstarrung, Eiseskälte und die Kunst. Der Wert dieser Kunst ist jedoch fragwürdig, wenn ihr das Menschliche fehlt, „ein wenig Gefühl, Sehnsucht, Liebe“, wie es der Novellist am Ende der Erzählung Beim Propheten formuliert. Die zentralen Figuren in Thomas Manns Werken sind von der Gesellschaft losgelöste Außenseiter. Ihre Probleme ergeben sich aus ihrer Beziehung zur Gesellschaft. Paolo (Der Wille zum Glück), Bajazzo (Der Bajazzo), Albrecht van der Qualen (Der Kleiderschrank), Rechtsanwalt Jakoby (Luischen) sind Menschen, die von der Gesellschaft isoliert sind. Doch obwohl diese Außenseiter ohne Kontakt zur Gesellschaft leben, sind sie mit ihrer Situation zufrieden und wollen an ihr nichts ändern. Es ist nicht erstaunlich, dass so isoliert lebende Personen auch körperlich krank sein können. Diese Krankheiten sind wegen der empfundenen Süße des Verfalls ein Stimmungselement, und sie akzentuieren gleichzeitig das Abgelöstsein. Als Kranker ist der Künstler noch weiter vom Leben der Gesellschaft entfernt als Gesunde. Demzufolge leidet er an seiner Individuation und sehnt sich heftiger nach einer Beendigung dieses Zustandes durch ein schnelles Ableben. Mit dem Tod ist der Prozess des Abgelöstseins und der Krankheit abgeschlossen. Obwohl der Außenseiter, der von der allgemeinen Gesellschaft entfremdet lebt, die äußere Welt verachtet und diese nie erobern kann, sieht er im Tod die nächstliegende Möglichkeit, eine Vereinigung des Ichs mit der äußeren Welt, d.h. die Aufhebung seiner Außenseiter-Individuation, zu erreichen. Der Tod ist somit nicht Enttäuschung und Absage an das einfache Leben und die allgemeine Gesellschaft, sondern ein Mittel, die äußere Welt mit dem Ich zu vereinigen und den sanften und warmen Weg der Ruhe und des Friedens zu finden.
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