토마스 만의 『파우스트 박사』를 통해 본 합리성의 위기에 대한 성찰과 파시즘 비판
Reflexionen zur Krise der Rationalität und Faschismuskritik in Thomas Manns Doktor Faustus
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초록
In der vorliegenden Arbeit wird versucht, Reflexionen zur Krise der modernen Rationalität und Faschismuskritik in Thomas Manns Roman Doktor Faustus zu untersuchen. Die Krise der Rationalität erscheint vor allem als Umsturz aller Werte, die mit der humanistischen Tradition verbunden sind. Damit wird die Grenze zwischen Gut und Böse, Zivilisation und Barbarei, Freiheit und Unterwerfung verschwunden und alles Humane abgeworfen. Auf der politischen Ebene werden die völlig desorientierten Massen von den mythischen Fiktionen geblendet, deren Kern Thomas Mann als die “Vereinigung des Sozialen und Nationalen” bezeichnet. Im Namen des ‘Volkes’ dürfen alles geschehen, was im Namen Gottes oder Menschheit nicht wohl hätte geschehen können. Der Durchbruch zur Weltmacht wird für einen Ausweg aus deutscher Einsamkeit plädiert. Selbst Zeitblom, der sich den ‘Humanioren’ gewidmet hat, verfällt in solche Illusion. Das Liebesverbot, das Leverkühn als Bedingung seiner schöpferischen Tätigkeit akzeptiert, kennzeichnet seine seelische Sterilität; Er muss auf alle menschlichen Bindungen verzichten, darüber hinaus muss er sogar Menschen- leben opfern, um schöpferisch zu sein. Seine atonale Musik, die des Ergebnis des eisernen Konstruktivismus ist, zeigt die Verwandtschaft zwischen dem blinden Ästhetizismus und der blutigen Barbarei; Leverkühn bezeichnet nicht umsonst den planmäßigen Kalkül, der seinen Freund und Liebhaber Schwerdtfeger zum Tode bringt, als einen ‘Einfall’. Leverkühns letztes Werk Doktor Fausti Wehklag ist als seine Generalbeichte zu verstehen. Der Erzähler Zeitblom möchte aus diesem Werk zweifache Paradoxien entnehmen: Einerseits die künstlerische Paradoxie, dass eine totale Konstruktion in den Ausdruck als Klage umschlagen könne, und andererseits die religiöse Paradoxie, dass aus tiefster Heillosigkeit die Hoffnung keimen könne. Die künstlerische Paradoxie lässt sich schwer konstatieren, weil auch der ‘Ausdruck als Klage’ erst mit den Mitteln der kalten Konstruktion könnte ermöglicht worden sein. Die religiöse Paradoxie entzieht sich dem menschlichen Verständnis, zumal da sie als “das Wunder, das über den Glauben geht”, vorgestellt wird. Aus dieser Autorperspektive, die keinerlei Versöhnung noch Transzendenz zulässt, konvergieren die beiden Aspekte als Künstler- und Zeitroman; Der Autor bekennt seine Mitschuld an der deutschen Katasprophe, die in Anlehnung an ein Künstlerleben exemplarisch problematisiert wird.
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird versucht, Reflexionen zur Krise der modernen Rationalität und Faschismuskritik in Thomas Manns Roman Doktor Faustus zu untersuchen. Die Krise der Rationalität erscheint vor allem als Umsturz aller Werte, die mit der humanistischen Tradition verbunden sind. Damit wird die Grenze zwischen Gut und Böse, Zivilisation und Barbarei, Freiheit und Unterwerfung verschwunden und alles Humane abgeworfen. Auf der politischen Ebene werden die völlig desorientierten Massen von den mythischen Fiktionen geblendet, deren Kern Thomas Mann als die “Vereinigung des Sozialen und Nationalen” bezeichnet. Im Namen des ‘Volkes’ dürfen alles geschehen, was im Namen Gottes oder Menschheit nicht wohl hätte geschehen können. Der Durchbruch zur Weltmacht wird für einen Ausweg aus deutscher Einsamkeit plädiert. Selbst Zeitblom, der sich den ‘Humanioren’ gewidmet hat, verfällt in solche Illusion. Das Liebesverbot, das Leverkühn als Bedingung seiner schöpferischen Tätigkeit akzeptiert, kennzeichnet seine seelische Sterilität; Er muss auf alle menschlichen Bindungen verzichten, darüber hinaus muss er sogar Menschen- leben opfern, um schöpferisch zu sein. Seine atonale Musik, die des Ergebnis des eisernen Konstruktivismus ist, zeigt die Verwandtschaft zwischen dem blinden Ästhetizismus und der blutigen Barbarei; Leverkühn bezeichnet nicht umsonst den planmäßigen Kalkül, der seinen Freund und Liebhaber Schwerdtfeger zum Tode bringt, als einen ‘Einfall’. Leverkühns letztes Werk Doktor Fausti Wehklag ist als seine Generalbeichte zu verstehen. Der Erzähler Zeitblom möchte aus diesem Werk zweifache Paradoxien entnehmen: Einerseits die künstlerische Paradoxie, dass eine totale Konstruktion in den Ausdruck als Klage umschlagen könne, und andererseits die religiöse Paradoxie, dass aus tiefster Heillosigkeit die Hoffnung keimen könne. Die künstlerische Paradoxie lässt sich schwer konstatieren, weil auch der ‘Ausdruck als Klage’ erst mit den Mitteln der kalten Konstruktion könnte ermöglicht worden sein. Die religiöse Paradoxie entzieht sich dem menschlichen Verständnis, zumal da sie als “das Wunder, das über den Glauben geht”, vorgestellt wird. Aus dieser Autorperspektive, die keinerlei Versöhnung noch Transzendenz zulässt, konvergieren die beiden Aspekte als Künstler- und Zeitroman; Der Autor bekennt seine Mitschuld an der deutschen Katasprophe, die in Anlehnung an ein Künstlerleben exemplarisch problematisiert wird.
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