Liebe und andere Ungeheuer - Märchenmotive und ihre Funktionen in der Gegenwartsliteratur
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초록
Im Roman der Gegenwart finden Märchenmotive ihre Anwendung, da sie „einerseits archetypisch zwischenmenschliche Situationen verkörpern und bekannte Beziehungsmuster etablieren, andererseits lassen sie sich entsprechend modifizieren, um die davon abweichende Komplexität von Liebesverhältnissen und ihre dynamische Entwicklung in einem gegenwartsbezogenen Kontext um so deutlicher aufzuzeigen.“(Rudtke 2014, 82) Märchen fungieren als Wunschvorstellung und stehen so in einem Spannungsverhältnis zur erzählten Wirklichkeit, ihre modernen Varianten spiegeln zudem veränderte gesellschaftliche und soziale Verhältnisse wider. Hatte Draesner das Motto von Novalis: „Jeder Mensch ist eine kleine Gesellschaft“ eingesetzt, um auf die Rollenvielfalt des Individuums hinzuweisen und diese mit dem Egoismus des sich in der Gesellschaft behauptenden, die eigenen Wünsche durchsetzenden und dadurch sich vom anderen letztlich abgrenzenden Menschen zu kombinieren, könnte man Duves Roman ebenfalls ein Motto von Novalis voranstellen – wenn auch in einem ganz anderen Sinn, das ihrem Bestreben entspricht, an einem positiven Entwicklungspotential der Figuren innerhalb der von ihr entworfenen Welt festzuhalten, analog einer idealischen Darstellung, die Novalis dem Märchen zuschreibt und ihn zu der Feststellung führt: Alles Poetische muss märchenhaft sein. In Duves Nacherzählungen der Grimmschen Märchen dagegen erhalten die Beziehungen der Figuren meist eine negative Grundierung, bestenfalls kommt es zu einem Arrangement, das weit entfernt von einer sprichwörtlichen „Liebe wie im Märchen“ scheint. Wobei die Liebe nur eines einer Vielzahl von Themen ist, für die der tradierte Erzähltypus des Märchens und dessen moderne Adaptionen in der Gegenwartsliteratur eingesetzt werden.
Abstract
Im Roman der Gegenwart finden Märchenmotive ihre Anwendung, da sie „einerseits archetypisch zwischenmenschliche Situationen verkörpern und bekannte Beziehungsmuster etablieren, andererseits lassen sie sich entsprechend modifizieren, um die davon abweichende Komplexität von Liebesverhältnissen und ihre dynamische Entwicklung in einem gegenwartsbezogenen Kontext um so deutlicher aufzuzeigen.“(Rudtke 2014, 82) Märchen fungieren als Wunschvorstellung und stehen so in einem Spannungsverhältnis zur erzählten Wirklichkeit, ihre modernen Varianten spiegeln zudem veränderte gesellschaftliche und soziale Verhältnisse wider. Hatte Draesner das Motto von Novalis: „Jeder Mensch ist eine kleine Gesellschaft“ eingesetzt, um auf die Rollenvielfalt des Individuums hinzuweisen und diese mit dem Egoismus des sich in der Gesellschaft behauptenden, die eigenen Wünsche durchsetzenden und dadurch sich vom anderen letztlich abgrenzenden Menschen zu kombinieren, könnte man Duves Roman ebenfalls ein Motto von Novalis voranstellen – wenn auch in einem ganz anderen Sinn, das ihrem Bestreben entspricht, an einem positiven Entwicklungspotential der Figuren innerhalb der von ihr entworfenen Welt festzuhalten, analog einer idealischen Darstellung, die Novalis dem Märchen zuschreibt und ihn zu der Feststellung führt: Alles Poetische muss märchenhaft sein. In Duves Nacherzählungen der Grimmschen Märchen dagegen erhalten die Beziehungen der Figuren meist eine negative Grundierung, bestenfalls kommt es zu einem Arrangement, das weit entfernt von einer sprichwörtlichen „Liebe wie im Märchen“ scheint. Wobei die Liebe nur eines einer Vielzahl von Themen ist, für die der tradierte Erzähltypus des Märchens und dessen moderne Adaptionen in der Gegenwartsliteratur eingesetzt werden.
참고문헌 (23)
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