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시인의 근대의식 형성과 서술전략의 변화- 루드비히 티크의 「금발의 에크베르트」와 「루넨산」을 중심으로

Moderne Bewußtseinsbildung und neue Erzählstrategie - Ludwig Tiecks Kunstmärchen Der blonde Eckbert und Der Runenberg

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주제분류독일어와문학

초록

Das Märchen ist ein Hauptanliegen der Romantiker, denn es entspricht ihrem literarischen Interesse. Romantik wird charakterisiert durch die Sehnsucht nach der Ferne und Nostalgie nach der mittelalterlichen deutschen Sitte und Kunst. Die Romantiker stellen eine phantastische Welt dar, in der sich die Willkür des Dichters unbegrenzt entfalten kann. Das heißt, durch die Auflösung der bisherigen Genretrennung schildern die Romantiker Stoffe, die willkürlich und zugleich von moralischen Normen befreit sind. Die von den Romantikern bevorzugten literarischen Stoffe sind bald wegen ihrer Rätselhaftigkeit mit Vernunft nicht zu erklären, wie z. B. eine unbewusste Traumwelt, bald erscheinen sie absurd durch ihre Absonderlichkeit. Das Märchen ist in diesem Sinne, wie Novalis’ Fragmenten zu entnehmen ist, eine geeignete Form, die Ansprüche zu erfüllen. Innerhalb der Gattung Märchen gibt es zwei Richtungen. Die erste ist das Volksmärchen, welches in den Kinder und Hausmärchen(1815) der Brüder Grimm gesammelt und entwickelt wurde. Die zweite ist das Kunstmärchen, wie es vor allem von Ludwig Tieck, Clemens Brentano, E. T. A. Hoffmann geschrieben wurde. Während das Volksmärchen keinen Gebrauch der Ironie aufweist, indem eine als naturhaft aufgefasste schlichte Weltanschauung zugrunde lieget, setzt das Kunstmärchen häufig Allegorien ein und zeigt sich bald ironisch, bald satirisch. Es befasst sich inhaltlich mit dem Denken und Fühlen wie z. B. philosophischen, dämonischen und religiösen Problemen. Im Kunstmärchen sind die Orientierungsmuster des Volksmärchens vorhanden,werden jedoch anders eingesetzt. Im Kunstmärchen versucht der jeweilige Autor, individuelle und gesellschaftliche Wunschwelten darzustellen, die sich der zeitgenössischen Realität widersetzen. Aus diesem Grund ist in vielen Kunstmärchen die Märchenform kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, die theologische, philosophische, aber auch politische Problematik zu entwickeln. In meinem Beitrag werden die im Blonden Eckbert und im Runenberg vorkommenden volksmärchenhaften Elemente herausgearbeitet. Der blonde Eckbert und Der Runenberg greifen in ihren Stoffen zwar volksmärchenhafte Elemente auf, unter dem Aspekt der Handlungsentwicklung findet man jedoch zahlreiches Ungewohntes, wie es im Volksmärchen eigentlich kaum vorkommt. Hier sind etwa der allegorische Kontrast zwischen Waldeinsamkeit und Weltgeselligkeit, zwischen der Pflanzenwelt des Dorfes und der Steinwelt des Gebirges, die Thematik von Geselligkeit und Freundschaft zu nennen, außerdem das Motiv von Geheimnisverrat und Inzest, die dämonische Kraft als Movens der Figuren, die Perspektivetechnik, die Psychologisierung und das moderne Bewusstsein. All dies ist in Tiecks Märchen deutlich zu konstatieren. Diese Themen und Stoffe lassen sich nur im Kontext eines modernen Romans, etwa dem Trivial- oder Schauerroman, überzeugend interpretieren und analysieren. Das Phänomen der Ambivalenz im Blonden Eckbert und dem Runenberg, deren Erzählstrukturen dem Schema des (Volks-)märchens entsprechen, mit ihren thematischen Entwicklungen jedoch durchaus dem modernen Roman näher stehen, ist wohl ein Zeichen dafür, dass Ludwig Tieck sich in einer Übergangsphase vom vormodernen Zeitalter zum modernen befindet.

Abstract

Das Märchen ist ein Hauptanliegen der Romantiker, denn es entspricht ihrem literarischen Interesse. Romantik wird charakterisiert durch die Sehnsucht nach der Ferne und Nostalgie nach der mittelalterlichen deutschen Sitte und Kunst. Die Romantiker stellen eine phantastische Welt dar, in der sich die Willkür des Dichters unbegrenzt entfalten kann. Das heißt, durch die Auflösung der bisherigen Genretrennung schildern die Romantiker Stoffe, die willkürlich und zugleich von moralischen Normen befreit sind. Die von den Romantikern bevorzugten literarischen Stoffe sind bald wegen ihrer Rätselhaftigkeit mit Vernunft nicht zu erklären, wie z. B. eine unbewusste Traumwelt, bald erscheinen sie absurd durch ihre Absonderlichkeit. Das Märchen ist in diesem Sinne, wie Novalis’ Fragmenten zu entnehmen ist, eine geeignete Form, die Ansprüche zu erfüllen. Innerhalb der Gattung Märchen gibt es zwei Richtungen. Die erste ist das Volksmärchen, welches in den Kinder und Hausmärchen(1815) der Brüder Grimm gesammelt und entwickelt wurde. Die zweite ist das Kunstmärchen, wie es vor allem von Ludwig Tieck, Clemens Brentano, E. T. A. Hoffmann geschrieben wurde. Während das Volksmärchen keinen Gebrauch der Ironie aufweist, indem eine als naturhaft aufgefasste schlichte Weltanschauung zugrunde lieget, setzt das Kunstmärchen häufig Allegorien ein und zeigt sich bald ironisch, bald satirisch. Es befasst sich inhaltlich mit dem Denken und Fühlen wie z. B. philosophischen, dämonischen und religiösen Problemen. Im Kunstmärchen sind die Orientierungsmuster des Volksmärchens vorhanden,werden jedoch anders eingesetzt. Im Kunstmärchen versucht der jeweilige Autor, individuelle und gesellschaftliche Wunschwelten darzustellen, die sich der zeitgenössischen Realität widersetzen. Aus diesem Grund ist in vielen Kunstmärchen die Märchenform kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, die theologische, philosophische, aber auch politische Problematik zu entwickeln. In meinem Beitrag werden die im Blonden Eckbert und im Runenberg vorkommenden volksmärchenhaften Elemente herausgearbeitet. Der blonde Eckbert und Der Runenberg greifen in ihren Stoffen zwar volksmärchenhafte Elemente auf, unter dem Aspekt der Handlungsentwicklung findet man jedoch zahlreiches Ungewohntes, wie es im Volksmärchen eigentlich kaum vorkommt. Hier sind etwa der allegorische Kontrast zwischen Waldeinsamkeit und Weltgeselligkeit, zwischen der Pflanzenwelt des Dorfes und der Steinwelt des Gebirges, die Thematik von Geselligkeit und Freundschaft zu nennen, außerdem das Motiv von Geheimnisverrat und Inzest, die dämonische Kraft als Movens der Figuren, die Perspektivetechnik, die Psychologisierung und das moderne Bewusstsein. All dies ist in Tiecks Märchen deutlich zu konstatieren. Diese Themen und Stoffe lassen sich nur im Kontext eines modernen Romans, etwa dem Trivial- oder Schauerroman, überzeugend interpretieren und analysieren. Das Phänomen der Ambivalenz im Blonden Eckbert und dem Runenberg, deren Erzählstrukturen dem Schema des (Volks-)märchens entsprechen, mit ihren thematischen Entwicklungen jedoch durchaus dem modernen Roman näher stehen, ist wohl ein Zeichen dafür, dass Ludwig Tieck sich in einer Übergangsphase vom vormodernen Zeitalter zum modernen befindet.

참고문헌 (25)

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