Dinge als Aktanten in der Literatur
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초록
Ausdruck der zunehmenden Beherrschung der Welt ist im Zuge der industriellen Revolution ab 1800 die industrielle Produktion; seitdem besitzen die Subjekte zunehmend mehr Gegenstände, Dinge, Sachen, Zeug, Objekte. Diese Zunahme macht sich unter anderem dadurch bemerkbar, dass es nun die Dinge sind, die uns beherrschen. Auf diese Dialektik, die intellektuell erst um 1900 reflektiert wird, reagiert die Literatur schon früh: In populären Märchen, wie sie Jacob und Wilhelm Grimms erzählten und herausgaben, in Kunstmärchen eines Hans Christian Andersen, im realistischen Roman eines Friedrich Theodor Vischers treten Objekte als aktive, die Handlung beherrschende oder diese erleidenden Subjekte auf. Sie können sprechen (direkte Rede), Beziehungen mit anderen Objekten eingehen, sie weisen Lebensläufe auf (Dingbiografien), mitunter sind sie (fast) unsterblich (so Kafkas Odradek). Das Moderne an ihnen ist der Umstand, dass sie bedrohliche, unheimliche Züge annehmen können, die im Grunde unser schlechtes Gewissen reflektieren. Schriftsteller phantasieren deshalb den »Aufstand der Dinge« (Erhart Kästner) und es werden literarische Strategien erprobt, die Dinge mit uns wieder zu versöhnen. Zum Verständnis dieser Prozesse und Textstrategien, die mit dem material turn ins Blickfeld geraten, spielt die Literaturwissenschaft eine besondere Rolle. Sie ist das wichtige Medium, in welchem die Probleme mit den Dingen, ihr Eigensinn, ihre unbekannte Seite, ihre »Ambivalenz von Zeichenhaftigkeit und zugleich nicht Zeichenhaftigkeit« (Dorothee Kimmich), ihre Opazität, ihre Geschichte reflektiert und auserzählt werden kann
Abstract
Ausdruck der zunehmenden Beherrschung der Welt ist im Zuge der industriellen Revolution ab 1800 die industrielle Produktion; seitdem besitzen die Subjekte zunehmend mehr Gegenstände, Dinge, Sachen, Zeug, Objekte. Diese Zunahme macht sich unter anderem dadurch bemerkbar, dass es nun die Dinge sind, die uns beherrschen. Auf diese Dialektik, die intellektuell erst um 1900 reflektiert wird, reagiert die Literatur schon früh: In populären Märchen, wie sie Jacob und Wilhelm Grimms erzählten und herausgaben, in Kunstmärchen eines Hans Christian Andersen, im realistischen Roman eines Friedrich Theodor Vischers treten Objekte als aktive, die Handlung beherrschende oder diese erleidenden Subjekte auf. Sie können sprechen (direkte Rede), Beziehungen mit anderen Objekten eingehen, sie weisen Lebensläufe auf (Dingbiografien), mitunter sind sie (fast) unsterblich (so Kafkas Odradek). Das Moderne an ihnen ist der Umstand, dass sie bedrohliche, unheimliche Züge annehmen können, die im Grunde unser schlechtes Gewissen reflektieren. Schriftsteller phantasieren deshalb den »Aufstand der Dinge« (Erhart Kästner) und es werden literarische Strategien erprobt, die Dinge mit uns wieder zu versöhnen. Zum Verständnis dieser Prozesse und Textstrategien, die mit dem material turn ins Blickfeld geraten, spielt die Literaturwissenschaft eine besondere Rolle. Sie ist das wichtige Medium, in welchem die Probleme mit den Dingen, ihr Eigensinn, ihre unbekannte Seite, ihre »Ambivalenz von Zeichenhaftigkeit und zugleich nicht Zeichenhaftigkeit« (Dorothee Kimmich), ihre Opazität, ihre Geschichte reflektiert und auserzählt werden kann
참고문헌 (44)
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