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동독의 귀환 - 통일 이후 독일의 가치관 변화

Wiederkehr des Ostdeutschen - Wertwandel in Deutschland nach der Vereinigung

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주제분류독일어와문학

초록

Das vereinte Deutschland ist eine historische Bühne geworden, auf der ebenso ein gewaltiger Wertwandel als Folge gesellschaftlicher Wandlungprozesse wie umgekehrt gleichzeitig ein gewaltiger gesellschaftlicher Wandel als Folge von Prozessen des Wertwandels von statten gehen. Besonders im Osten, der mit dem Zusammenbruch der DDR einen tiefgreifenden System- und Kulturbruch erfahren musste, nahm der Wertwandel komplizierte Formen an. Angesichts jenes Wertbruchs, in dem die Werteinstellungen, die in der Zeit der DDR 40 Jahre lang das Selbstbewusstsein und die Identität der Ostdeutschen konstituiert hatten, eine vollständige Abwertung erfuhren, sah sich die ostdeutsche Bevölkerung vor die Wahl gestellt, entweder die westdeutschen Werte einfach zu übernehmen, oder - in rückwärtsgewandter Form - an den eigenen Wertmaßstäben einer vergangenen Zeit festzuhalten, oder aber als dritte Möglichkeit ganz neue eigene Wertorientierungen auszubilden. Den komplexen, sich zwischen diesen Alternativen entfaltenden Prozess des Wertwandels im vereinten Deutschland seit dem Vollzug der staatlichen Einheit zu untersuchen, ist das Ziel der vorliegenden Arbeit. Diese Arbeit geht dabei von der Erkenntnis aus, dass die deutsche Vereinigung einen unerwarteten, erstaunlichen Wandel der Werteinstellungen im Westen wie im Osten hervorgebracht hat, und versucht drei Hypothesen zu belegen. Die erste besagt, dass die ursprünglich ostdeutschen Werteinstellungen sich im Laufe der Zeit eher verstärkt als abgeschwächt haben. Die zweite Hypothese behauptet, dass es dabei unverhofft zur Geburt einer neuen ostdeutschen Identität gekommen ist, während im Rahmen der dritten Hypothese angenommen wird, dass die beschriebenen Wandlungsprozesse allmählich in eine Konvergenz der Wertorientierungen von West- und Ostdeutschen münden. Besonders beachtenswert sind dabei zwei Erscheinungen: Im Westen wie im Osten nimmt zunächst die Wertschätzung von Freitheit stetig ab, während die Akzeptanz des Wertes der Gleichheit immer weiter ansteigt. Die Zufriedenheit mit der westdeutschen Demokratie verringert sich ferner im Westen wie im Osten immer mehr. Ich habe den Grund für diese Konversion der ost- und westdeutschen Werteinstellungen im Hinblick auf drei Faktoren hin untersucht und analysiert: Globalisierungs-, Nomadisierungs- und Kolonialisierungsfaktor. Die sich beständig und robust konsolidierende ostdeutsche Identität bildet dabei den entscheidenden Faktor, der zunächst den ostdeutschen, dann den westdeutschen und schließlich den gesamtdeutschen Wandel der Werteinstellungen herbeigeführt hat. Die Ostidentität hat sich ihrerseits aus der anfänglichen Trotzidentität über das Zwischenstadium einer Abgrenzungsidentität hin zu einer reifen, kritisch- reflektierenden Identität entwickelt. Als Folge des Wandels von Werteinstellungen und Identitäten ist das vereinte Deutschland zu dem geworden, was Klaus Schröder als ‘die veränderte Republik’ bezeichnet: Es ist eher linker geworden als rechter, eher staatsorientiert als marktorientiert. 20 Jahre nach dem Mauerfall steht die Bundesrepublik vor dem Scheideweg: Ob sie auf der Grundlage der an Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit ausgerichteten neuen Wertorientierungen die durch die wirtschaftliche Globalisierung verursachte gesellschaftliche Krise überwinden kann oder sich schließlich doch den neoliberalen Werten unterwerfend in den sozialen Freitod stürzt, bleibt zu diesem Zeitpunkt eine offene Frage.

Abstract

Das vereinte Deutschland ist eine historische Bühne geworden, auf der ebenso ein gewaltiger Wertwandel als Folge gesellschaftlicher Wandlungprozesse wie umgekehrt gleichzeitig ein gewaltiger gesellschaftlicher Wandel als Folge von Prozessen des Wertwandels von statten gehen. Besonders im Osten, der mit dem Zusammenbruch der DDR einen tiefgreifenden System- und Kulturbruch erfahren musste, nahm der Wertwandel komplizierte Formen an. Angesichts jenes Wertbruchs, in dem die Werteinstellungen, die in der Zeit der DDR 40 Jahre lang das Selbstbewusstsein und die Identität der Ostdeutschen konstituiert hatten, eine vollständige Abwertung erfuhren, sah sich die ostdeutsche Bevölkerung vor die Wahl gestellt, entweder die westdeutschen Werte einfach zu übernehmen, oder - in rückwärtsgewandter Form - an den eigenen Wertmaßstäben einer vergangenen Zeit festzuhalten, oder aber als dritte Möglichkeit ganz neue eigene Wertorientierungen auszubilden. Den komplexen, sich zwischen diesen Alternativen entfaltenden Prozess des Wertwandels im vereinten Deutschland seit dem Vollzug der staatlichen Einheit zu untersuchen, ist das Ziel der vorliegenden Arbeit. Diese Arbeit geht dabei von der Erkenntnis aus, dass die deutsche Vereinigung einen unerwarteten, erstaunlichen Wandel der Werteinstellungen im Westen wie im Osten hervorgebracht hat, und versucht drei Hypothesen zu belegen. Die erste besagt, dass die ursprünglich ostdeutschen Werteinstellungen sich im Laufe der Zeit eher verstärkt als abgeschwächt haben. Die zweite Hypothese behauptet, dass es dabei unverhofft zur Geburt einer neuen ostdeutschen Identität gekommen ist, während im Rahmen der dritten Hypothese angenommen wird, dass die beschriebenen Wandlungsprozesse allmählich in eine Konvergenz der Wertorientierungen von West- und Ostdeutschen münden. Besonders beachtenswert sind dabei zwei Erscheinungen: Im Westen wie im Osten nimmt zunächst die Wertschätzung von Freitheit stetig ab, während die Akzeptanz des Wertes der Gleichheit immer weiter ansteigt. Die Zufriedenheit mit der westdeutschen Demokratie verringert sich ferner im Westen wie im Osten immer mehr. Ich habe den Grund für diese Konversion der ost- und westdeutschen Werteinstellungen im Hinblick auf drei Faktoren hin untersucht und analysiert: Globalisierungs-, Nomadisierungs- und Kolonialisierungsfaktor. Die sich beständig und robust konsolidierende ostdeutsche Identität bildet dabei den entscheidenden Faktor, der zunächst den ostdeutschen, dann den westdeutschen und schließlich den gesamtdeutschen Wandel der Werteinstellungen herbeigeführt hat. Die Ostidentität hat sich ihrerseits aus der anfänglichen Trotzidentität über das Zwischenstadium einer Abgrenzungsidentität hin zu einer reifen, kritisch- reflektierenden Identität entwickelt. Als Folge des Wandels von Werteinstellungen und Identitäten ist das vereinte Deutschland zu dem geworden, was Klaus Schröder als ‘die veränderte Republik’ bezeichnet: Es ist eher linker geworden als rechter, eher staatsorientiert als marktorientiert. 20 Jahre nach dem Mauerfall steht die Bundesrepublik vor dem Scheideweg: Ob sie auf der Grundlage der an Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit ausgerichteten neuen Wertorientierungen die durch die wirtschaftliche Globalisierung verursachte gesellschaftliche Krise überwinden kann oder sich schließlich doch den neoliberalen Werten unterwerfend in den sozialen Freitod stürzt, bleibt zu diesem Zeitpunkt eine offene Frage.

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