궁정의 축제 의례와 기사계급의 형성 - 중세 서사시 『니벨룽엔의 노래』 연구
Das Ritual der hofischen Feste und die Bildung des Ritterstandes - Eine Analyse des Epos Nibelungenlied
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초록
Modernen anthropologischen Theorien zufolge sind Rituale ein Phaeomender Interaktion des Menschen mit der Umwelt und lassen sich als geregelteKommunikationsablaeufe beschreiben. Sie koennen dem Menschen sowohl beider Bewaeltigung seiner Existenz helfen als auch eine gemeinschaftsbildendeFunktion haben. Aus der Sicht einer derartigen Anthropologie untersucht dervorliegende Beitrag die adligen Hoffeste in der mittelalterlichen Epik<Nibelungenlied> und legt dabei sein Hauptaugenmerk auf die gemeinschaftsbildendeFunktion. Aus welchen Anl?sen werden die Feste veranstaltet und welchesozialen Rueckwirkungen haben sie auf ihre Veranstalter sowie auf ihreTeilnehmer? Die Untersuchung hat bei der Suche nach Antworten dreiAspekte der gemeinschaftsbildenden Funktion von Festen hervorgehoben, diesich wie folgt zusammenfassen lassen:1. Es bildet sich eine, sich ihrer politischen Einheit bewusste, adligeGemeinschaft. Die koeniglichen Hochzeiten, die jeweils mit dem Erfolg derschwierigen Eheschlie?ng gefeiert werden (Siegfried mit Krimhild, Gunthermit Bruenhild, Etzel mit Krimhild), sind Anlaesse, bei denen die beteiligtenHofleute vornehm handeln sollen. 2. Es bildet sich eine aesthetisch raffinierte Gemeinschaft. Die Gemeinschaftlegt beim Feiern der Feste viel Wert auf ihr aeusseres Erscheinungsbild undAnsehen, mit dem Ziel vornehm zu wirken. Sie repraesentiert sich mitallerlei luxurioesen Kostuemen und teuren Waffen.3. Es bildet sich eine ethisch hierarchisierte Gemeinschaft. Die Gemeinschaft, die ihr Ansehen nicht verlieren mag, praktiziert beim Abschluss der Feste immer wieder eine Sitte von Gaben und Geschenken, die zwar kostspielig ist, aber dazu beiträgt, dass sich aus der unverbildlichen Übergabe von Geschenken ein reziproker feudaler Lehnvertrag zwischen dem Gebenden und dem Nehmenden etabliert, durch den, falls ein Krieg ausbricht, der Nehmer dem Geber gern einen Schutzdienst leistet. So vereinigt sich in den Festen sowohl das Materielle mit dem Geistigen, als auch noch das Politische mit dem Ästhetischen, woraus sich insgesamt eine aristokratisch hierarchisierte Gemeinschaft des Hochmittelalters konstituiert.
Abstract
Modernen anthropologischen Theorien zufolge sind Rituale ein Phaeomender Interaktion des Menschen mit der Umwelt und lassen sich als geregelteKommunikationsablaeufe beschreiben. Sie koennen dem Menschen sowohl beider Bewaeltigung seiner Existenz helfen als auch eine gemeinschaftsbildendeFunktion haben. Aus der Sicht einer derartigen Anthropologie untersucht dervorliegende Beitrag die adligen Hoffeste in der mittelalterlichen Epik<Nibelungenlied> und legt dabei sein Hauptaugenmerk auf die gemeinschaftsbildendeFunktion. Aus welchen Anl?sen werden die Feste veranstaltet und welchesozialen Rueckwirkungen haben sie auf ihre Veranstalter sowie auf ihreTeilnehmer? Die Untersuchung hat bei der Suche nach Antworten dreiAspekte der gemeinschaftsbildenden Funktion von Festen hervorgehoben, diesich wie folgt zusammenfassen lassen:1. Es bildet sich eine, sich ihrer politischen Einheit bewusste, adligeGemeinschaft. Die koeniglichen Hochzeiten, die jeweils mit dem Erfolg derschwierigen Eheschlie?ng gefeiert werden (Siegfried mit Krimhild, Gunthermit Bruenhild, Etzel mit Krimhild), sind Anlaesse, bei denen die beteiligtenHofleute vornehm handeln sollen. 2. Es bildet sich eine aesthetisch raffinierte Gemeinschaft. Die Gemeinschaftlegt beim Feiern der Feste viel Wert auf ihr aeusseres Erscheinungsbild undAnsehen, mit dem Ziel vornehm zu wirken. Sie repraesentiert sich mitallerlei luxurioesen Kostuemen und teuren Waffen.3. Es bildet sich eine ethisch hierarchisierte Gemeinschaft. Die Gemeinschaft, die ihr Ansehen nicht verlieren mag, praktiziert beim Abschluss der Feste immer wieder eine Sitte von Gaben und Geschenken, die zwar kostspielig ist, aber dazu beiträgt, dass sich aus der unverbildlichen Übergabe von Geschenken ein reziproker feudaler Lehnvertrag zwischen dem Gebenden und dem Nehmenden etabliert, durch den, falls ein Krieg ausbricht, der Nehmer dem Geber gern einen Schutzdienst leistet. So vereinigt sich in den Festen sowohl das Materielle mit dem Geistigen, als auch noch das Politische mit dem Ästhetischen, woraus sich insgesamt eine aristokratisch hierarchisierte Gemeinschaft des Hochmittelalters konstituiert.
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