『니벨룽엔의 노래』에 나타난 축제
Das Bild der Feste im Nibelungenlied
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초록
Es geht bei dieser Arbeit um das Bild des Festes im Nibelungenlied. Bei der Betrachtung der im Nibelungenlied geschilderten Feste wird deutlich, dass diese der strategischen Entwicklung der feudalen Herrschaftsverhältnisse durch die Ritualisierung der grundlegenden herrschaftlichen Handlungen dienen. Große höfische Feste wie die Schwertleite Siegfrieds, das Siegesfest nach dem Sachsenkrieg und mehrere Hochzeiten werden im Nibelungenlied ausführlich geschildert. Die Beschreibungen überliefern stets wiederkehrende Abläufe. Zunächst werden die Einladungen übermittelt, dann beginnen die Vorbereitungen für das Fest. Der Ankunft der Gäste folgt deren feierlicher Empfang, die festliche Bewirtung, die Unterhaltung und schließlich das Beschenken der Gäste zum Abschied. Allen Festen im Nibelungenlied liegt immer eine politische Motivation zu Grunde, und sie besitzen neben ihrem offiziellen häufig ebenfalls einen heimlichen Zweck. In dieser Arbeit wird überwiegend auf die Motivation und den offiziellen sowie den versteckten Zweck der Feste eingegangen. Zuerst zeigt das Fest der Schwertleite Siegfrieds kaum eine Diskrepanz zwischen äußerem Anlass und inoffiziellem Zweck. Offizieller Zweck der Schwertleite ist es, eine neue Person in den Kreis der Waffenträger aufzunehmen. Es wird den Gästen dieses Fests so demonstriert, dass sie zu dem Kreis derer gehören, gegen die die Waffen nicht zur Anwendung kommen sollen, und darüber hinaus soll Siegfried durch die Erhebung in den Ritterstand hier als Nachfolger Siegmunds von dessen Gefolgsleuten anerkannt werden. Die Ernennung Siegfrieds zum Ritter nutzen die Gastgeber auch dazu, sich der Sympathi ihrer Gäste durch die Vergabe von Lehen und Geschenken zu versichern und sie so an sich, insbesondere an Siegfried zu binden. Des Weiteren dient dieses Fest auch der Repräsentation und Demonstration von Macht. Diese letzteren Anlässe sind allerdings nur insofern inoffiziell, als dass sie nicht deutlich als Festgrund ausgesprochen werden. Das Siegesfest, das zu Pfingsten stattfindet, soll zunächst ein Freudenfest sein und offiziell eine Belohnung für die Mitstreiter und Verbündeten König Gunthers darstellen. Inoffiziell dient dieses Siegesfest jedoch in erster Linie dazu, eine Begegnungsmöglichkeit für Siegfried und Kriemhild zu schaffen. Kriemhild wird wie alle unverheirateten Frauen Tag und Nacht von Kämmern bewacht und hat nur bei einem Fest die Möglichkeit, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Den Anlass des nächsten Festes, das der Doppelhochzeit, stellt offensichtlich primär die Sicherung der Erbfolge beider Herrschergeschlechte dar. Implizit bedeutet für Gunther die Vermählung mit Brünhild die Steigerung seines Ansehens und damit seiner Macht. Siegfried wirbt um Kriemhild, weil sie ihm ebenfalls dazu verhelfen kann, sein Ansehen optimal zu gestalten. Für Gunther und seine Verwandten bedeutet die Heirat von Siegfried und Kriemhild eine wichtige militärische Verbindung für Burgunden. Ein weiterer Grund für Gunthers Zustimmung zu der Vermählung ist der Tausch von Kriemhilds Hand gegen Siegfrieds Hilfe bei der Werbung Brünhilds. Bei dem Besuch Kriemhilds und Siegfieds in Worms wird die Diskrepanz zwischen offiziellem und heimlichem Zweck des Festes sehr deutlich. Die eigentliche Motivation für Brünhild, ein Fest für Siegfried und Kriemhild auszurichten, ist ihre Unsicherheit gegenüber dem Status Siegfrieds und ihre Ahnung, auf Isenstein getäuscht worden zu sein. Im Hinblick auf das fünfte Fest, die Hochzeit von Kriemhild und Etzel, lässt sich sagen, dass einer der Gründe für die Burgunden, dieser Vebindung zuzustimmen, selbstverständlich in der Sicherung des Friedens mit dem mächtigen Hunnenkönig liegt. Als offiziellen Zweck der Hochzeit stellen die Verwandten Kriemhilds allerdings das Ende der Trauerzeit für Witwe dar. Zwar feiert Kriemhild scheinbar fröhlich die Hochzeit mit Etzel, insgeheim jedoch sind ihre Gedanken durch die Erinnerung an Siegfried getrübt. Sie geht die Verbindung mit dem Hunnen nur ein, um ihr Rachestreben in die Tat umsetzen zu können. Kriemhild plant im zweiten Teil des Nibelungenlieds ein Fest mit dem Ziel, den Tod Siegfrieds an ihren Gästen zu rächen und somit Freude in Leid zu wenden. Das ist im höfischen Roman undenkbar. An diesem Fest wird die politische Dimension des Festes besonders deutlich, als Kriemhild das Fest gezielt als Instrumentarium in ihrem persönlichen Rachefeldzug einsetzt. Obwohl die Burgunden bereits von der Fehde ahnen, bleibt ihnen kein Entscheidungsspielraum. Dieses Fest dient auch als Beweis dafür, dass jedem prunkvollem Fest ein negativer Handlungspunkt folgt oder vielmehr diese Feste in einem dunklen Schicksalsschlag enden. Das Fest zeigt die ambivalente Wirklichkeit der Verfassung der Menschen und damit des feudalhöfischen Lebens, dass aus Werten Unwerten werden können. Der Wert der Treue Kriemhilds gegenüber ihrem Ehegatten artet in Untreue gegenüber ihren Brüdern aus. Das Fest manifestiert ebenso den Unterschied des Nibelungenlieds zu anderen Dichtungen seiner Zeit. Es ist nicht vollkommen als höfische Dichtung zu verstehen, da in höfischer Dichtung Feste stets den krönenden Abschluss darstellen und nicht, wie im Nibelungenlied, in Leid, Trauer und Klage enden.
Abstract
Es geht bei dieser Arbeit um das Bild des Festes im Nibelungenlied. Bei der Betrachtung der im Nibelungenlied geschilderten Feste wird deutlich, dass diese der strategischen Entwicklung der feudalen Herrschaftsverhältnisse durch die Ritualisierung der grundlegenden herrschaftlichen Handlungen dienen. Große höfische Feste wie die Schwertleite Siegfrieds, das Siegesfest nach dem Sachsenkrieg und mehrere Hochzeiten werden im Nibelungenlied ausführlich geschildert. Die Beschreibungen überliefern stets wiederkehrende Abläufe. Zunächst werden die Einladungen übermittelt, dann beginnen die Vorbereitungen für das Fest. Der Ankunft der Gäste folgt deren feierlicher Empfang, die festliche Bewirtung, die Unterhaltung und schließlich das Beschenken der Gäste zum Abschied. Allen Festen im Nibelungenlied liegt immer eine politische Motivation zu Grunde, und sie besitzen neben ihrem offiziellen häufig ebenfalls einen heimlichen Zweck. In dieser Arbeit wird überwiegend auf die Motivation und den offiziellen sowie den versteckten Zweck der Feste eingegangen. Zuerst zeigt das Fest der Schwertleite Siegfrieds kaum eine Diskrepanz zwischen äußerem Anlass und inoffiziellem Zweck. Offizieller Zweck der Schwertleite ist es, eine neue Person in den Kreis der Waffenträger aufzunehmen. Es wird den Gästen dieses Fests so demonstriert, dass sie zu dem Kreis derer gehören, gegen die die Waffen nicht zur Anwendung kommen sollen, und darüber hinaus soll Siegfried durch die Erhebung in den Ritterstand hier als Nachfolger Siegmunds von dessen Gefolgsleuten anerkannt werden. Die Ernennung Siegfrieds zum Ritter nutzen die Gastgeber auch dazu, sich der Sympathi ihrer Gäste durch die Vergabe von Lehen und Geschenken zu versichern und sie so an sich, insbesondere an Siegfried zu binden. Des Weiteren dient dieses Fest auch der Repräsentation und Demonstration von Macht. Diese letzteren Anlässe sind allerdings nur insofern inoffiziell, als dass sie nicht deutlich als Festgrund ausgesprochen werden. Das Siegesfest, das zu Pfingsten stattfindet, soll zunächst ein Freudenfest sein und offiziell eine Belohnung für die Mitstreiter und Verbündeten König Gunthers darstellen. Inoffiziell dient dieses Siegesfest jedoch in erster Linie dazu, eine Begegnungsmöglichkeit für Siegfried und Kriemhild zu schaffen. Kriemhild wird wie alle unverheirateten Frauen Tag und Nacht von Kämmern bewacht und hat nur bei einem Fest die Möglichkeit, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Den Anlass des nächsten Festes, das der Doppelhochzeit, stellt offensichtlich primär die Sicherung der Erbfolge beider Herrschergeschlechte dar. Implizit bedeutet für Gunther die Vermählung mit Brünhild die Steigerung seines Ansehens und damit seiner Macht. Siegfried wirbt um Kriemhild, weil sie ihm ebenfalls dazu verhelfen kann, sein Ansehen optimal zu gestalten. Für Gunther und seine Verwandten bedeutet die Heirat von Siegfried und Kriemhild eine wichtige militärische Verbindung für Burgunden. Ein weiterer Grund für Gunthers Zustimmung zu der Vermählung ist der Tausch von Kriemhilds Hand gegen Siegfrieds Hilfe bei der Werbung Brünhilds. Bei dem Besuch Kriemhilds und Siegfieds in Worms wird die Diskrepanz zwischen offiziellem und heimlichem Zweck des Festes sehr deutlich. Die eigentliche Motivation für Brünhild, ein Fest für Siegfried und Kriemhild auszurichten, ist ihre Unsicherheit gegenüber dem Status Siegfrieds und ihre Ahnung, auf Isenstein getäuscht worden zu sein. Im Hinblick auf das fünfte Fest, die Hochzeit von Kriemhild und Etzel, lässt sich sagen, dass einer der Gründe für die Burgunden, dieser Vebindung zuzustimmen, selbstverständlich in der Sicherung des Friedens mit dem mächtigen Hunnenkönig liegt. Als offiziellen Zweck der Hochzeit stellen die Verwandten Kriemhilds allerdings das Ende der Trauerzeit für Witwe dar. Zwar feiert Kriemhild scheinbar fröhlich die Hochzeit mit Etzel, insgeheim jedoch sind ihre Gedanken durch die Erinnerung an Siegfried getrübt. Sie geht die Verbindung mit dem Hunnen nur ein, um ihr Rachestreben in die Tat umsetzen zu können. Kriemhild plant im zweiten Teil des Nibelungenlieds ein Fest mit dem Ziel, den Tod Siegfrieds an ihren Gästen zu rächen und somit Freude in Leid zu wenden. Das ist im höfischen Roman undenkbar. An diesem Fest wird die politische Dimension des Festes besonders deutlich, als Kriemhild das Fest gezielt als Instrumentarium in ihrem persönlichen Rachefeldzug einsetzt. Obwohl die Burgunden bereits von der Fehde ahnen, bleibt ihnen kein Entscheidungsspielraum. Dieses Fest dient auch als Beweis dafür, dass jedem prunkvollem Fest ein negativer Handlungspunkt folgt oder vielmehr diese Feste in einem dunklen Schicksalsschlag enden. Das Fest zeigt die ambivalente Wirklichkeit der Verfassung der Menschen und damit des feudalhöfischen Lebens, dass aus Werten Unwerten werden können. Der Wert der Treue Kriemhilds gegenüber ihrem Ehegatten artet in Untreue gegenüber ihren Brüdern aus. Das Fest manifestiert ebenso den Unterschied des Nibelungenlieds zu anderen Dichtungen seiner Zeit. Es ist nicht vollkommen als höfische Dichtung zu verstehen, da in höfischer Dichtung Feste stets den krönenden Abschluss darstellen und nicht, wie im Nibelungenlied, in Leid, Trauer und Klage enden.
참고문헌 (8)
- Brackert, Helmut, "Das Nibelungenlied", ~ (1970)
- Althoff, Gerd, "Spielregln der Politik im Mittelalter", ~ (1997)
- Althoff,Gerd, "Fest und B?dnis", ~ (1991)
- Brunner, Horst, "Interpretationen", ~ (1993)
- Bumke, Joachim, "H?ische Kultur", ~ (2002)
- Epp, Verena, "Rituale fr?mittelalterlicher", ~ (2001)
- Haupt, Barbara, "Das Fest in der Dichtung", ~ (1989)
- M?ler, Jan-Dirk, "Das Nibelungenlied", ~ (2002)
