브렌타노의 『가인(歌人)』에 나타난 시문학적 원리로서 ‘양성성’
Androgynität als poetologisches Prinzip in Clemens Brentanos Der Sänger
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초록
Die vorliegende Arbeit stellt die Androgynität in Clemens Brentanos Der Sänger in den Mittelpunkt der Untersuchung. Die mit der poetologischen Konzeption von Autorschaft eng zusammenhängende Fantasie eines Geschlechtertauschs oder einer geschlechtsspezifischen poetischen Koproduktion lässt sich mit dem Begriff der androgynen Autorschaft demonstrieren. Die Androgynität, die insbesondere auf dem frühromantischen Androgynenmodell basiert, funktioniert im Werk Brentanos als poetologisches Prinzip. Es geht jedoch nicht nur darum, der männlichen Poesie eine weibliche Maske aufzusetzen, sondern auch um das Experiment einer Neubegründung von Autorschaft, die herkömmliche Geschlechtszuschreibungen durchkreuzt und wechselseitigen Anverwandlungen der Positionen erstrebt. Während sich der männliche Text über die Inspiration durch den weiblichen Gesang bzw. über dessen Domestizierung legitimiert, ist bei Brentano gerade die musikalische Muse männlich, die Erzählposition dagegen weiblich. Außerdem stehen intertextuelle Bezüge im Mittelpunkt. Intertextuelle Verfahrensweisen lassen sich in sämtlichen untersuchten Werken Brentanos nachweisen. Dabei steht der Gedanke einer Legitimations- und Berufungsinstanz für das eigene, ungesicherte Schreiben im Vordergrund. Brentano aktualisiert das Androgynenmodell, indem er es in seiner Erzählung nicht mehr einseitig auf den Mann anwendet, sondern auf eine Erzählerin. Es sollte jedoch nicht übersehen werden, dass hier eine besonders raffinierte Inanspruchnahme des Weiblichen vorliegt, denn die angestrebte Vervollkommnung betrifft eigentlich den Autor Brentano, also wieder einen Mann. Schließlich bildet Androgynie eine Gegenutopie zu der als beschränkt empfundenen Identität des männlichen Autors und ist deshalb nicht als Geschlechterutopie, sondern als Teil eines poetologischen Programms zu verstehen.
Abstract
Die vorliegende Arbeit stellt die Androgynität in Clemens Brentanos Der Sänger in den Mittelpunkt der Untersuchung. Die mit der poetologischen Konzeption von Autorschaft eng zusammenhängende Fantasie eines Geschlechtertauschs oder einer geschlechtsspezifischen poetischen Koproduktion lässt sich mit dem Begriff der androgynen Autorschaft demonstrieren. Die Androgynität, die insbesondere auf dem frühromantischen Androgynenmodell basiert, funktioniert im Werk Brentanos als poetologisches Prinzip. Es geht jedoch nicht nur darum, der männlichen Poesie eine weibliche Maske aufzusetzen, sondern auch um das Experiment einer Neubegründung von Autorschaft, die herkömmliche Geschlechtszuschreibungen durchkreuzt und wechselseitigen Anverwandlungen der Positionen erstrebt. Während sich der männliche Text über die Inspiration durch den weiblichen Gesang bzw. über dessen Domestizierung legitimiert, ist bei Brentano gerade die musikalische Muse männlich, die Erzählposition dagegen weiblich. Außerdem stehen intertextuelle Bezüge im Mittelpunkt. Intertextuelle Verfahrensweisen lassen sich in sämtlichen untersuchten Werken Brentanos nachweisen. Dabei steht der Gedanke einer Legitimations- und Berufungsinstanz für das eigene, ungesicherte Schreiben im Vordergrund. Brentano aktualisiert das Androgynenmodell, indem er es in seiner Erzählung nicht mehr einseitig auf den Mann anwendet, sondern auf eine Erzählerin. Es sollte jedoch nicht übersehen werden, dass hier eine besonders raffinierte Inanspruchnahme des Weiblichen vorliegt, denn die angestrebte Vervollkommnung betrifft eigentlich den Autor Brentano, also wieder einen Mann. Schließlich bildet Androgynie eine Gegenutopie zu der als beschränkt empfundenen Identität des männlichen Autors und ist deshalb nicht als Geschlechterutopie, sondern als Teil eines poetologischen Programms zu verstehen.
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