레씽의 우화 『까마귀와 여우』 연구
Zu Lessings Fabel Der Rabe und der Fuchs
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초록
Es geht bei diesem Aufsatz um das Fabelverständnis von Äsop, de La Fontaine und Lessing. Ausgehend von diesen Autoren wird anschließend die Fabel “Der Rabe und der Fuchs”, die sowohl von Äsop, de La Fontaine, als auch von Lessing erzählt wird, auf Unterschiede in Sachen Bedeutung des Fabelbegriffs, Aufbau und auftretenden Handlungsträgern untersucht. Bei der Betrachtung der Fabel von Äsop, de La Fontaine und Lessing konnte festgestellt werden, dass es bestimmte traditionelle Grundmuster der Fabel gibt, die alle drei Autoren anerkennen und beim Erschaffen ihrer Fabeln berücksichtigt haben. Der direkte Vergleich der unterschiedlichen Fassungen der Fabel "der Rabe und der Fuchs" hat gezeigt, dass in allen Versionen eine relative Kürze zu erkennen ist, Tiere als Hauptakteure auftreten sowie eine Handlung, durch die menschliche Verhaltensweise sichtbar werden, stattfindet. Allerdings lassen sich bei Lessing einige Unterschiede zu den Versionen der beiden anderen Fabeldichter wie folgt erkennen: Zunächst betrifft ein wichtiger Unterschied den Gegenstand der Begierde. Dass Lessing aus dem Käse ein Stück Fleisch macht, ist zweitrangig. Die zentrale Veränderung besteht darin, dass diese Beute vergiftet ist. Dadurch ist sie nur scheinbar erstrebenswert, tatsächlich bringt sie aber Tod. Durch die Vergiftung des Fleisches erreicht Lessing eine Veränderung des Endes und damit der Pointe der gesamten Fabel. Bei Aesop ist der Fuchs der eindeutige Gewinner der Fabel. Das ändert sich in der Lessing-Fabel durch die vergiftete Beute. Auch wenn der Fuchs, genau wie bei Aesop, den Raben um seine Beute betrügen kann, ist er in diesem Fall der Verlierer, denn er stirbt an dem vergifteten Fleisch. Die List, die der Fuchs anwendet, um das Stück Fleisch zu bekommen, ist anders als bei La Fontaine. Statt den Raben zum Singen aufzufordern, so dass ihm die Beute entfällt, spricht er den Raben als Vogel Jupiters an, um ihn so zur freiwilligen Herausgabe zu bewegen, was ihm auch gelingt. Er appelliert also nicht nur an die Eitelkeit, sondern auch an die Großmütigkeit des Raben. Dabei spekuliert er weniger auf dessen Dummheit als auf seinen Stolz. Zuletzt gibt der Rabe die Beute freiwillig heraus, statt sie ungewollt zu verlieren. Er ist am Ende der Fabel zufrieden. Dadurch wird er ganz anders charakterisiert als in den Fabeln von Äsop und La Fontaine. Dies sind die zentralen Veränderungen der Lessingschen Bearbeitung. Durch diese Veränderung entsteht eine völlig neue Fabel, in der, im Gegensatz zu der Bearbeitung von La Fontaine, nicht nur Äußerliches verändert ist, sondern auch der Sinn und damit die mögliche Moral umgestaltet wird. Aus den humoristischen Fassungen dieser Fabel ist nun durch Lessing wieder die ernsthafte Fabel mit teilweise scharfem Ton geworden.
Abstract
Es geht bei diesem Aufsatz um das Fabelverständnis von Äsop, de La Fontaine und Lessing. Ausgehend von diesen Autoren wird anschließend die Fabel “Der Rabe und der Fuchs”, die sowohl von Äsop, de La Fontaine, als auch von Lessing erzählt wird, auf Unterschiede in Sachen Bedeutung des Fabelbegriffs, Aufbau und auftretenden Handlungsträgern untersucht. Bei der Betrachtung der Fabel von Äsop, de La Fontaine und Lessing konnte festgestellt werden, dass es bestimmte traditionelle Grundmuster der Fabel gibt, die alle drei Autoren anerkennen und beim Erschaffen ihrer Fabeln berücksichtigt haben. Der direkte Vergleich der unterschiedlichen Fassungen der Fabel "der Rabe und der Fuchs" hat gezeigt, dass in allen Versionen eine relative Kürze zu erkennen ist, Tiere als Hauptakteure auftreten sowie eine Handlung, durch die menschliche Verhaltensweise sichtbar werden, stattfindet. Allerdings lassen sich bei Lessing einige Unterschiede zu den Versionen der beiden anderen Fabeldichter wie folgt erkennen: Zunächst betrifft ein wichtiger Unterschied den Gegenstand der Begierde. Dass Lessing aus dem Käse ein Stück Fleisch macht, ist zweitrangig. Die zentrale Veränderung besteht darin, dass diese Beute vergiftet ist. Dadurch ist sie nur scheinbar erstrebenswert, tatsächlich bringt sie aber Tod. Durch die Vergiftung des Fleisches erreicht Lessing eine Veränderung des Endes und damit der Pointe der gesamten Fabel. Bei Aesop ist der Fuchs der eindeutige Gewinner der Fabel. Das ändert sich in der Lessing-Fabel durch die vergiftete Beute. Auch wenn der Fuchs, genau wie bei Aesop, den Raben um seine Beute betrügen kann, ist er in diesem Fall der Verlierer, denn er stirbt an dem vergifteten Fleisch. Die List, die der Fuchs anwendet, um das Stück Fleisch zu bekommen, ist anders als bei La Fontaine. Statt den Raben zum Singen aufzufordern, so dass ihm die Beute entfällt, spricht er den Raben als Vogel Jupiters an, um ihn so zur freiwilligen Herausgabe zu bewegen, was ihm auch gelingt. Er appelliert also nicht nur an die Eitelkeit, sondern auch an die Großmütigkeit des Raben. Dabei spekuliert er weniger auf dessen Dummheit als auf seinen Stolz. Zuletzt gibt der Rabe die Beute freiwillig heraus, statt sie ungewollt zu verlieren. Er ist am Ende der Fabel zufrieden. Dadurch wird er ganz anders charakterisiert als in den Fabeln von Äsop und La Fontaine. Dies sind die zentralen Veränderungen der Lessingschen Bearbeitung. Durch diese Veränderung entsteht eine völlig neue Fabel, in der, im Gegensatz zu der Bearbeitung von La Fontaine, nicht nur Äußerliches verändert ist, sondern auch der Sinn und damit die mögliche Moral umgestaltet wird. Aus den humoristischen Fassungen dieser Fabel ist nun durch Lessing wieder die ernsthafte Fabel mit teilweise scharfem Ton geworden.
참고문헌 (11)
- Haurath, August, "Aesopische Fabeln. Reihe Tusculum. Leipzig 1970", ~ (1970)
- De La Fontaine, Jean, "Die Fabeln" (1964)
- Lessing, Gotthold Ephraim, "Fabeln" (2009)
- Arendt, Dieter, "Der Fuchs in der Fabel von Äsop bis Goethe" (1982), Neue deutsche Heft
- Bauer, Gerhard, "Der Bürger als Schaf und als Scher" (1973)
- Dithmar, Reinhard, "Die Fabel" (1988)
- Heinrich, Bihler, "Zur Gestalt mittelalterlicher lateinischer, französischer und spanischer Fassungen der Fabel vom Fuchs und vom Raben. In: Medium Aevum Romanicum" (1963)
- Ott, Karl August, "Lessing und La Fontaine. In: Pack Carnes (Hg.): Proverbia in Fabula, Bern 1988", ~ (1988)
- Pikulik. Lothar, "Begriffliche Wahrheit - poetische Wahrheit - Glaubenwahrheit, In: ders: Signatur einer Zeitwende, Göttingen 2001" (2001)
- "Schweikle, Günther und Irmgard (Hrsg.): Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Stuttgart: Metzler 1990", ~ (1990)
- Treskow, Isabella von, "Zur Entstehung von Lessings Fabelkonzeption. In: Archiv für das Studium der neueren Sprache und Literaturen" (2000)
