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흔적 찾기와 유산 거부- 탄냐 뒤커스의『천체』와 아르노 가이거의『우리는 잘 지내요』를 통해 본 최근 세대소설 -

Zwischen Spurensuche und Erbverweigerung - Neuere Generationenromane am Beispiel von Tanja Dückers’ Himmelskörper und Arno Geigers Es geht uns gut

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주제분류독일어와문학

초록

In der deutschsprachigen Literatur lässt sich seit der Wende ein bis heute anhaltender Boom des Generationenromans beobachten. Dabei richten zahlreiche Texte, die sich mit ‘Familie’ und ‘Generation’ auseinandersetzen, ihren Fokus auf Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg. In diesem Zusammenhang zieht vor allem die Perspektive der sogenannten ‘dritten Generation’, zu der auch Tanja Dückers(*1968) und Arno Geiger(*1968) zählen, die Aufmerksamkeit auf sich. Sie ist die erste Generation, die die Geschichte des Nationalsozialismus weder am eigenen Leib erlebt noch dessen direkten Nachwirkungen erfahren hat. Dennoch (oder gerade deshalb) werden nun in vielen Texten der dritten Generation Fragen nach Erblast und Schuldübertragung aufgeworfen, die infolge von hartnäckigem Schweigen und Verdrängung Lücken in der Familiengeschichte hinterlassen haben – so auch in Dückers’ Himmelskörper (2003) und Geigers Es geht uns gut (2005), die auf jeweils unterschiedliche Weise der transgenerationalen Übertragung nachgehen. In Himmelskörper setzt sich Dückers mit dem Thema Flucht und Vertreibung auseinander und zwar – wie G. Grass in Der Krebsgang – unter Rückgriff auf den Untergang der ‘Wilhelm Gustloff’ im ehemaligen Westpreußen, bei dem 1945 mehr als neuntausend Menschen ums Leben kamen. Vor diesem Hintergrund geht die Ich–Erzählerin und Enkelin Freia den als “Familienkette aus Schweigen” empfundenen Familiengeheimnissen auf den Grund. Während Himmelskörper als Spurensuche und Rekonstruktion von Familiengeschichte angelegt ist, steht Geigers Roman im Zeichen der Erbverweigerung. In Es geht uns gut entsorgt der Protagonist, der in Wien das Villa seiner verstorbenen Großmutter erbt, sämtlichen Nachlass seiner Großeltern und denkt sich lieber phantastische Genealogien aus. Trotz dieses Nicht–Wissenwollens und der Unmöglichkeit des Erzählens wird, in Form von in die Erzählgegenwart eingeschobenen Tagen aus der Vergangenheit, eine drei Generationen umfassende österreichische Familiengeschichte erzählt. Aus wechselnder personaler Erzählperspektive scheinen hier die Toten selbst zu Wort zu kommen, doch aus narratologischer Sicht bleibt bis zum Schluss unklar, wer hier eigentlich die Familiengeschichte erzählt. Sowohl Dückers als auch Geiger stellen in ihren Romanen die Frage nach Schuld und Mittäterschaft. Während Dückers im Zusammenhang mit dem Thema “Flucht und Vertreibung” die Möglichkeiten einer Verbindung von objektiver und subjektiver Perspektive auslotet, rückt Geiger die Unzuverlässigkeit von Erinnerungen in den Vordergrund und legt mit seinem Roman eine Art Meta-Generationenroman vor, der das Genre gewissermaßen auch kritisch mitreflektiert.

Abstract

In der deutschsprachigen Literatur lässt sich seit der Wende ein bis heute anhaltender Boom des Generationenromans beobachten. Dabei richten zahlreiche Texte, die sich mit ‘Familie’ und ‘Generation’ auseinandersetzen, ihren Fokus auf Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg. In diesem Zusammenhang zieht vor allem die Perspektive der sogenannten ‘dritten Generation’, zu der auch Tanja Dückers(*1968) und Arno Geiger(*1968) zählen, die Aufmerksamkeit auf sich. Sie ist die erste Generation, die die Geschichte des Nationalsozialismus weder am eigenen Leib erlebt noch dessen direkten Nachwirkungen erfahren hat. Dennoch (oder gerade deshalb) werden nun in vielen Texten der dritten Generation Fragen nach Erblast und Schuldübertragung aufgeworfen, die infolge von hartnäckigem Schweigen und Verdrängung Lücken in der Familiengeschichte hinterlassen haben – so auch in Dückers’ Himmelskörper (2003) und Geigers Es geht uns gut (2005), die auf jeweils unterschiedliche Weise der transgenerationalen Übertragung nachgehen. In Himmelskörper setzt sich Dückers mit dem Thema Flucht und Vertreibung auseinander und zwar – wie G. Grass in Der Krebsgang – unter Rückgriff auf den Untergang der ‘Wilhelm Gustloff’ im ehemaligen Westpreußen, bei dem 1945 mehr als neuntausend Menschen ums Leben kamen. Vor diesem Hintergrund geht die Ich–Erzählerin und Enkelin Freia den als “Familienkette aus Schweigen” empfundenen Familiengeheimnissen auf den Grund. Während Himmelskörper als Spurensuche und Rekonstruktion von Familiengeschichte angelegt ist, steht Geigers Roman im Zeichen der Erbverweigerung. In Es geht uns gut entsorgt der Protagonist, der in Wien das Villa seiner verstorbenen Großmutter erbt, sämtlichen Nachlass seiner Großeltern und denkt sich lieber phantastische Genealogien aus. Trotz dieses Nicht–Wissenwollens und der Unmöglichkeit des Erzählens wird, in Form von in die Erzählgegenwart eingeschobenen Tagen aus der Vergangenheit, eine drei Generationen umfassende österreichische Familiengeschichte erzählt. Aus wechselnder personaler Erzählperspektive scheinen hier die Toten selbst zu Wort zu kommen, doch aus narratologischer Sicht bleibt bis zum Schluss unklar, wer hier eigentlich die Familiengeschichte erzählt. Sowohl Dückers als auch Geiger stellen in ihren Romanen die Frage nach Schuld und Mittäterschaft. Während Dückers im Zusammenhang mit dem Thema “Flucht und Vertreibung” die Möglichkeiten einer Verbindung von objektiver und subjektiver Perspektive auslotet, rückt Geiger die Unzuverlässigkeit von Erinnerungen in den Vordergrund und legt mit seinem Roman eine Art Meta-Generationenroman vor, der das Genre gewissermaßen auch kritisch mitreflektiert.

참고문헌 (23)

  1. Dückers, Tanja, "Himmelskörper" (2005)
  2. Geiger, Arno, "Es geht uns gut" (2011)
  3. Assmann, Aleida, "Generationsidentitäten und Vorurteilsstrukturen in der neuen deutschen Erinnerungsliteratur" (2006)
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  6. Bronfen, Elisabeth, "Trauma. Zwischen Psychoanalyse und kulturellem Deutungsmuster" (1999)
  7. DeWinde, Arne, "Literatur im Krebsgang. Totenbeschwörung und memoria in der deutschsprachigen Literatur nach 1989"
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  16. Reidy, Julian, "Rekonstruktion und Entheroisierung. Paradigmen des ‘Generationenromans’ in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur" (2013)
  17. Stephan, Inge, "NachBilder des Holocaust" (2007)
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  19. Vedder, Ulrike, "Erblasten und Totengespräche. Zum Nachleben der Toten in Texten von Marlene Streeruwitz, Arno Geiger und Sibylle Lewitscharoff, In Literatur im Krebsgang. Totenbeschwörung und memoria in der deutschsprachigen Literatur nach 1989", pp.227~241 (1989)
  20. Weigel, Sigrid, "Télescopage im Unbewußten. Zum Verhältnis von Trauma, Geschichtsbegriff und Literatur, In Trauma. Zwischen Psychoanalyse und kulturellem Deutungsmuster", pp.51~76 (1999)
  21. Weigel, Sigrid, "Familienbande, Phantome und die Vergangenheitspolitik des Generationsdiskurses. Abwehr von und Sehnsucht nach Herkunft, In Generationen. Zur Relevanz eines wissenschaftlichen Grundbegriffs", pp.108~126 (2005)
  22. Welzer, Harald, "Schön unscharf. Über die Konjunktur der Familien- und Generationenromane", Mittelweg 36, 1, pp.53~64 (2004)
  23. "“Meine Version ist die richtige”. Interview mit Tanja Dückers", Berliner Zeitung, ~ (2003)

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