형태적 복합어에서 최소단어의 제약
Das Constraint ‘Minimales Wort’ in morphologisch komplexen Wörtern
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초록
In der Literatur herrscht die Auffassung, dass jedes lexikalisches Wort dem sog. ‘Minimales Wort’-Constraint unterliegt und dass dieses Constraint universal unabhängig von der morphologischen Struktur eines Wortes gilt. Eine Reihe von morphologischen Prozessen im Deutschen zeigt jedoch, dass ein minimales Wort gegenüber der morphologischen Struktur sensitiv zu definieren ist. So ist ein monomorphemisches Wort wie Roh [ro:] wohlgeformt, während ein monomorphemische Wort wie [rɔ] nicht zugelassen ist. Das Letztere verletzt die Bedingung, dass ein minimales Wort mindestens aus zwei Moren besteht. Im Vergleich dazu muss bei morphologisch abgeleiteten Wörtern wie Uni, Studi ein minimales Wort mindestens zwei Silben besitzen. Die Konstellation im Deutschen unterstüzt somit die von Downing vertretene These, dass die Definition eines minimalen Wortes abhängig von der morphologischen Struktur eines Wortes aufzufassen ist. Dies hat eine Kosequenz für die Analyse der deutschen Komposita, in denen Fugenelemente wie -s oder -e auftreten. In den bisherigen Analysen wird diesen Elementen ein Morphemstatus zuerkannt. Eine nähere Betrachtug zeigt jedoch, dass die relevante Funktion bei Fugenelementen wie -s oder -e in erster Linie rein phonologisch zu sehen ist. Sie dienen hauptsächlich dazu, das Ende eines phonologischen Wortes zu signalisieren. Diese Funktion wird um so deutlicher, je schlechter die prosodische Struktur der Basis ist. Eine wichtige Schlussfolgerung daraus ist, dass ein sog. Zirkumfix (somit ein morphologischer Prozess wie Zirkumfigierung) im Deutschen nicht existiert. Dieser Begriff wird in der traditionellen Grammatik verwendet, um ein diskontinuierliches Affix wie Ge-...-e (Nomina actionis) und ge-...-(e)t/-en (Partizip Präteritum) auszudrücken. Die hier vorgelegte Analyse zeigt, dass die hier beteiligten Präfixe und Suffixe jeweils eine voneinander unabhängige Funktion erfüllen.
Abstract
In der Literatur herrscht die Auffassung, dass jedes lexikalisches Wort dem sog. ‘Minimales Wort’-Constraint unterliegt und dass dieses Constraint universal unabhängig von der morphologischen Struktur eines Wortes gilt. Eine Reihe von morphologischen Prozessen im Deutschen zeigt jedoch, dass ein minimales Wort gegenüber der morphologischen Struktur sensitiv zu definieren ist. So ist ein monomorphemisches Wort wie Roh [ro:] wohlgeformt, während ein monomorphemische Wort wie [rɔ] nicht zugelassen ist. Das Letztere verletzt die Bedingung, dass ein minimales Wort mindestens aus zwei Moren besteht. Im Vergleich dazu muss bei morphologisch abgeleiteten Wörtern wie Uni, Studi ein minimales Wort mindestens zwei Silben besitzen. Die Konstellation im Deutschen unterstüzt somit die von Downing vertretene These, dass die Definition eines minimalen Wortes abhängig von der morphologischen Struktur eines Wortes aufzufassen ist. Dies hat eine Kosequenz für die Analyse der deutschen Komposita, in denen Fugenelemente wie -s oder -e auftreten. In den bisherigen Analysen wird diesen Elementen ein Morphemstatus zuerkannt. Eine nähere Betrachtug zeigt jedoch, dass die relevante Funktion bei Fugenelementen wie -s oder -e in erster Linie rein phonologisch zu sehen ist. Sie dienen hauptsächlich dazu, das Ende eines phonologischen Wortes zu signalisieren. Diese Funktion wird um so deutlicher, je schlechter die prosodische Struktur der Basis ist. Eine wichtige Schlussfolgerung daraus ist, dass ein sog. Zirkumfix (somit ein morphologischer Prozess wie Zirkumfigierung) im Deutschen nicht existiert. Dieser Begriff wird in der traditionellen Grammatik verwendet, um ein diskontinuierliches Affix wie Ge-...-e (Nomina actionis) und ge-...-(e)t/-en (Partizip Präteritum) auszudrücken. Die hier vorgelegte Analyse zeigt, dass die hier beteiligten Präfixe und Suffixe jeweils eine voneinander unabhängige Funktion erfüllen.
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