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거울과 반사 -다니엘 켈만의 나와 카민스키에 나타난 주모티브와 서사기법

Spiegel und Spiegelung - Hauptmotiv und Erzähltechnik in Daniel Kehlmanns Ich und Kaminski

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In der fabelhaften literarischen Karriere Daniel Kehlmanns, der mit seinem Roman Die Vermessung der Welt in der deutschen Literaturszene zum ,Superstar‘ avanciert ist, ist Ich und Kaminski dennoch thematisch und ästhetisch als sein wichtigstes Werk zu betrachten. Einerseits „erlaubt“ Kehlmann in diesem Werk zuerst seine Persönlichkeit als Stil, nämlich den Humor und die Komik, was unverkennbar zu seinem Erfolg am Markt beigetragen hat. Andererseits beschäftigt er sich hier mit dem Dauerthema seiner Literatur: der Frage ,wer bin ich?‘, am deutlichsten. Um diese Aspekte besser zur Geltung zu bringen, muss man Ich und Kaminski weniger als Künstler- oder Kritikerroman, sondern eher als ein literarisches Porträt, genauer als ein Selbstporträt des Ich-Erzählers betrachten. Die menschliche Grundsituation, dass das Ich sich immer als „gespaltetes“ vorfindet, wird im Werk als Spaltung zwischen dem „empirischen“ und „intelligiblen Charakter“ dargestellt. Dieser Unterschied wird durch das Spiegelmotiv anschaulich gemacht. Zöllner, ein „ausgesprochener Widerling“ und „negativer jounalistischer Archetyp“, ist so egoistisch und narzistisch, dass er gänzlich in seinem intelligiblen Charakter verfangen ist und den empirischen nicht wahrnimmt. Aber er wird mit diesem immer wieder im Spiegel konfrontiert. Und sein Spiegelbild wird dabei immer phantastischer, mal erscheint es als verachtendes und verspottendes Gesicht in der vermeintlichen Selbstporträt-Serie von Kaminski, mal als Spiegelbild in Form Karl Ludwigs, dem rätselhaften Anhalter. Seine Reise zu Kaminski und mit Kaminski ist ein Weg des Selbsterkennens des Ich-Erzählers Zöllner. Andererseits beziehen die Komik und der Humor, die ab diesem Werk zu Kehlmanns Markenzeichen geworden sind, ihren Effekt aus der Wahrnehmung dieser Nicht-Übereinstimmung zwischen dem intelligiblen und dem empirischen Charatker, aber dies wird wahrgenommen nicht durch den Ich-Erzähler, sondern durch den Leser. In seiner Erzählfunktion gleicht der Ich-Erzähler einer Spiegelfläche, worin sich die gesamte Situation spiegelt. Auf diese Weise entlarvt sich der Erzähler als „unzuverlässig“ und dem Leser wird ein überlegene Position eingeräumt. Denn der Ich-Erzähler stellt die Situation aus seiner Perspektive dar und liefert sein Urteil dazu, aber der Leser ist nicht in der Perspektive des Ich-Erzählers gefangen und macht sich selber ein anderes Bild und Urteil. Auch auf einer anderen Ebene findet die Spiegelung als Erzähltechnik Verwendung. ,Fiktionen‘ im weiteren Sinne, nämlich ein Werk Kaminskis und eine von ihm erzählte Anekdote, werden im weiteren Verlauf der Geschichte gespiegelt. Auf diese Weise ist die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit verwischt, ein weiteres Markenzeichen der Kehlmann’schen Literatur. Diese Spiegelung der Wirklichkeit und Fiktion sowie die Identitätsfrage variiert Kehlmann in seinen späteren Werken wie Leo Richters Portät und Ruhm und experimentiert mit ihnen weiter.

Abstract

In der fabelhaften literarischen Karriere Daniel Kehlmanns, der mit seinem Roman Die Vermessung der Welt in der deutschen Literaturszene zum ,Superstar‘ avanciert ist, ist Ich und Kaminski dennoch thematisch und ästhetisch als sein wichtigstes Werk zu betrachten. Einerseits „erlaubt“ Kehlmann in diesem Werk zuerst seine Persönlichkeit als Stil, nämlich den Humor und die Komik, was unverkennbar zu seinem Erfolg am Markt beigetragen hat. Andererseits beschäftigt er sich hier mit dem Dauerthema seiner Literatur: der Frage ,wer bin ich?‘, am deutlichsten. Um diese Aspekte besser zur Geltung zu bringen, muss man Ich und Kaminski weniger als Künstler- oder Kritikerroman, sondern eher als ein literarisches Porträt, genauer als ein Selbstporträt des Ich-Erzählers betrachten. Die menschliche Grundsituation, dass das Ich sich immer als „gespaltetes“ vorfindet, wird im Werk als Spaltung zwischen dem „empirischen“ und „intelligiblen Charakter“ dargestellt. Dieser Unterschied wird durch das Spiegelmotiv anschaulich gemacht. Zöllner, ein „ausgesprochener Widerling“ und „negativer jounalistischer Archetyp“, ist so egoistisch und narzistisch, dass er gänzlich in seinem intelligiblen Charakter verfangen ist und den empirischen nicht wahrnimmt. Aber er wird mit diesem immer wieder im Spiegel konfrontiert. Und sein Spiegelbild wird dabei immer phantastischer, mal erscheint es als verachtendes und verspottendes Gesicht in der vermeintlichen Selbstporträt-Serie von Kaminski, mal als Spiegelbild in Form Karl Ludwigs, dem rätselhaften Anhalter. Seine Reise zu Kaminski und mit Kaminski ist ein Weg des Selbsterkennens des Ich-Erzählers Zöllner. Andererseits beziehen die Komik und der Humor, die ab diesem Werk zu Kehlmanns Markenzeichen geworden sind, ihren Effekt aus der Wahrnehmung dieser Nicht-Übereinstimmung zwischen dem intelligiblen und dem empirischen Charatker, aber dies wird wahrgenommen nicht durch den Ich-Erzähler, sondern durch den Leser. In seiner Erzählfunktion gleicht der Ich-Erzähler einer Spiegelfläche, worin sich die gesamte Situation spiegelt. Auf diese Weise entlarvt sich der Erzähler als „unzuverlässig“ und dem Leser wird ein überlegene Position eingeräumt. Denn der Ich-Erzähler stellt die Situation aus seiner Perspektive dar und liefert sein Urteil dazu, aber der Leser ist nicht in der Perspektive des Ich-Erzählers gefangen und macht sich selber ein anderes Bild und Urteil. Auch auf einer anderen Ebene findet die Spiegelung als Erzähltechnik Verwendung. ,Fiktionen‘ im weiteren Sinne, nämlich ein Werk Kaminskis und eine von ihm erzählte Anekdote, werden im weiteren Verlauf der Geschichte gespiegelt. Auf diese Weise ist die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit verwischt, ein weiteres Markenzeichen der Kehlmann’schen Literatur. Diese Spiegelung der Wirklichkeit und Fiktion sowie die Identitätsfrage variiert Kehlmann in seinen späteren Werken wie Leo Richters Portät und Ruhm und experimentiert mit ihnen weiter.

참고문헌 (23)

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  3. Daniel Kehlmann, "Leo Richters Porträt sowie ein Porträt des Autors von Adam Soboczynski" (2009)
  4. Daniel Kehlmann, "Selbstvorstellung. Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung", Sinn und Form, 61, pp.281~282 (2009)
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  14. Held, Jutta, "Sozialgeschichte der Malerei vom Spätmittelalter bis ins 20. Jahrhundert" (1993), DuMont
  15. Kasaty, Olga Olivia, "Ein Gespräch mit Daniel Kehlmann, In Entgrenzungen. Vierzehn Autorengespräche über Liebe, Leben und Literatur", pp.169~195 (2007), Richard Boorberg
  16. Marijnissen, Roger H., "Hieronymus Bosch" (2002)
  17. Nünning, Ansgar, "But why will you say that I am mad? On the Theory, History and Signals of Unreliable Narration", Arbeiten aus der Anglistik und Amerikanistik, 22(1), pp.83~105 (1997)
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  19. Rühl, Matthias, "Schopenhauers existentielle Metaphern im Kontext seiner Philosophie" (2001), LIT
  20. Soboczynski, Adam, "Daniel Kehlmanns Porträt, In Leo Richters Porträt sowie ein Porträt des Autors von Adam Soboczynski", pp.41~73 (2009)
  21. Wittstock, Uwe, "Die Realität und ihre Risse. Daniel Kehlmann, In Nach der Moderne. Essay zur deutschen Gegenwartsliteratur in zwölf Kapiteln über elf Autoren", pp.156~171 (2009), Wallstein
  22. Wulffen, Thomas, "Symptom und Reflex. Anmerkungen zu Daniel Kehlmanns ,Ich und Kaminski‘", Kunstforum, 202, pp.208~213 (2010)
  23. Zeyringer, Klaus, "Gewinnen wird die Erzählkunst. Ansätze und Anfänge von Daniel Kehlmanns „Gebrochenem Realismus“, In Text +Kritik", pp.36~44 (2008), Richard Boorberg

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