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동독문학에 나타난 성전환 모티브 연구 -『성전환』 전집을 중심으로-

Eine Studie zum Geschlechtertauschmotiv in der DDR-Literatur -Am Beispiel vom Sammelband Geschlechtertausch-

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초록

1975 erschien beim Hinstorff-Verlag in Rostock ein von Edith Anderson herausgegebener Sammelband „Blitz aus heiterm Himmel“. Mehrere DDR-Autoren sind der Aufforderung der Herausgeberin gefolgt, eine Geschichte zum Thema Geschlechtertausch zu schreiben. Daraus ist eine Sammlung von sieben Erzählungen und einem Essay von vier weiblichen und vier männlichen Autoren entstanden. Irmtraud Morgners ursprünglich für diesen Band geschriebener Text „Gute Botschaft der Valeska“ wurde nicht darin veröffentlicht sondern fand sich als letztes Kapitel in ihren Roman „Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura“. In der Bundesrepublik erschien 1980 der kleine Sammelband „Geschlechtertausch", in dem neben Morgners Text auch die Verwandlungsgeschichten von Sarah Kirsch „Blitz aus heiterm Himmel“ und Christa Wolf „Selbstversuch“ abgedruckt sind. Alle drei Texte befassen sich mit der Geschlechtsumwandlung einer Frau in einen Mann. Während sich bei Wolf die namenlose Ich-Erzählerin mit Hilfe eines Präparats bewusst in einen Mann verwandeln lässt, wacht Kirschs Katharina eines Sonntags plötzlich als Mann auf. Auch bei Morgner ist die Verwandlung nicht geplant. Mit dem Wunsch, ein Mann zu sein, trinkt Valeska Kaffee und wird in einen Mann verwandelt. Bei Wolf entscheidet sich der neuentstandene Mann für die Rückverwandlung und wird wieder zur Frau. Kirschs zum Mann gewordene Katharina bleibt ein Mann. Morgners Valeska kann jederzeit ihr Geschlecht wechseln. Wichtiger als die Unterschiede der Handlungen ist zu beachten, womit das Thema des Geschlechtertauschs im Zusammenhang steht. Dem offiziellen DDR-Selbstverständnis zufolge ist bereits mit der Einbindung der Frau in die Berufsarbeit deren traditionelle Beschränkung auf Haus und Familie aufgehoben und somit die Gleichberechtigung der Frauen in Beruf und Gesellschaft verwirklicht. In Wirklichkeit ist jedoch das alltägliche Leben der meisten Frauen, die neben dem Beruf den ganzen Haushalt zu führen haben, mit der Erfüllung der doppelten Pflichten erheblich belastet. Seit dem Ende der 60er Jahre erschienen in der DDR zahlreiche Prosatexte unterschiedlicher Autorinnen, die das offizielle Modell der Gleichberechtigung immer stärker in Frage stellen und die gesellschaftliche Beschränkung der weiblichen Möglichkeiten thematisieren. Angesichts der patriarchalen Strukturen in Gesellschaft und vor allem in der traditionellen Kleinfamilie liegt der thematische Schwerpunkt dieser Texte in der individuellen Selbstverwirklichung der weiblichen Protagonisten. Bei den drei Verwandlungsgeschichten von Kirsch, Morgner und Wolf geht es darum, sich kritisch mit dem traditionellen Geschlechterrollenschema beziehungsweise der patriarchalen Geschlechtszuschreibung auseinanderzusetzen, und darum, eine veränderte Geschlechterbeziehung zu entwickeln. Dabei entdecken die Autorinnen das Motiv des Geschlechtertauschs als phantastisches und utopisches Element, das sich für das Experiment zur Erweiterung der weiblichen Möglichkeiten eignet. Denn die Verwendung des phantastischen Elements ermöglicht es ihnen, die Wirklichkeit mit einem noch unrealistischen, aber in der Zukunft erreichbaren, wünschenswerten Ideal zu konfrontieren.

Abstract

1975 erschien beim Hinstorff-Verlag in Rostock ein von Edith Anderson herausgegebener Sammelband „Blitz aus heiterm Himmel“. Mehrere DDR-Autoren sind der Aufforderung der Herausgeberin gefolgt, eine Geschichte zum Thema Geschlechtertausch zu schreiben. Daraus ist eine Sammlung von sieben Erzählungen und einem Essay von vier weiblichen und vier männlichen Autoren entstanden. Irmtraud Morgners ursprünglich für diesen Band geschriebener Text „Gute Botschaft der Valeska“ wurde nicht darin veröffentlicht sondern fand sich als letztes Kapitel in ihren Roman „Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura“. In der Bundesrepublik erschien 1980 der kleine Sammelband „Geschlechtertausch", in dem neben Morgners Text auch die Verwandlungsgeschichten von Sarah Kirsch „Blitz aus heiterm Himmel“ und Christa Wolf „Selbstversuch“ abgedruckt sind. Alle drei Texte befassen sich mit der Geschlechtsumwandlung einer Frau in einen Mann. Während sich bei Wolf die namenlose Ich-Erzählerin mit Hilfe eines Präparats bewusst in einen Mann verwandeln lässt, wacht Kirschs Katharina eines Sonntags plötzlich als Mann auf. Auch bei Morgner ist die Verwandlung nicht geplant. Mit dem Wunsch, ein Mann zu sein, trinkt Valeska Kaffee und wird in einen Mann verwandelt. Bei Wolf entscheidet sich der neuentstandene Mann für die Rückverwandlung und wird wieder zur Frau. Kirschs zum Mann gewordene Katharina bleibt ein Mann. Morgners Valeska kann jederzeit ihr Geschlecht wechseln. Wichtiger als die Unterschiede der Handlungen ist zu beachten, womit das Thema des Geschlechtertauschs im Zusammenhang steht. Dem offiziellen DDR-Selbstverständnis zufolge ist bereits mit der Einbindung der Frau in die Berufsarbeit deren traditionelle Beschränkung auf Haus und Familie aufgehoben und somit die Gleichberechtigung der Frauen in Beruf und Gesellschaft verwirklicht. In Wirklichkeit ist jedoch das alltägliche Leben der meisten Frauen, die neben dem Beruf den ganzen Haushalt zu führen haben, mit der Erfüllung der doppelten Pflichten erheblich belastet. Seit dem Ende der 60er Jahre erschienen in der DDR zahlreiche Prosatexte unterschiedlicher Autorinnen, die das offizielle Modell der Gleichberechtigung immer stärker in Frage stellen und die gesellschaftliche Beschränkung der weiblichen Möglichkeiten thematisieren. Angesichts der patriarchalen Strukturen in Gesellschaft und vor allem in der traditionellen Kleinfamilie liegt der thematische Schwerpunkt dieser Texte in der individuellen Selbstverwirklichung der weiblichen Protagonisten. Bei den drei Verwandlungsgeschichten von Kirsch, Morgner und Wolf geht es darum, sich kritisch mit dem traditionellen Geschlechterrollenschema beziehungsweise der patriarchalen Geschlechtszuschreibung auseinanderzusetzen, und darum, eine veränderte Geschlechterbeziehung zu entwickeln. Dabei entdecken die Autorinnen das Motiv des Geschlechtertauschs als phantastisches und utopisches Element, das sich für das Experiment zur Erweiterung der weiblichen Möglichkeiten eignet. Denn die Verwendung des phantastischen Elements ermöglicht es ihnen, die Wirklichkeit mit einem noch unrealistischen, aber in der Zukunft erreichbaren, wünschenswerten Ideal zu konfrontieren.

참고문헌 (16)

  1. Anderson, Edith, "Blitz aus heiterm Himmel" (1975)
  2. Morgner, Irmtraud, "Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura" (1977), Roman in dreizehn B?hern und sieben Intermezzos
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  5. Kirsch, Sarah, "Geschlechtertausch. Drei Geschichten ?er die Umwandlung der Verh?tnisse. Mit einem Nachwort von Wolfgang Emmerich. Darmstadt und Neuwied 1980", ~ (1980)
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  9. Hilzinger, Sonja, "Kassandra. ?er Christa Wolf. Frankfurt am Main 1984", ~ (1984)
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  12. Kublitz, Maria, "Die ?Geschlechtertausch?-Geschichten - feministisch gelesen. In: Bettina Hurrelmann (Hrsg.): Man mußte ein Mann sein ...? Interpretationen u. Kontroversen zu Geschlechtertausch-Geschichten in der Frauenliteratur. Dusseldorf 1987, S. 13-34", 13~34 (1987)
  13. Lennox, Sara, ":《Der Versuch, man selbst zu sein》. Christa Wolf und der Feminismus. In: Wolfgang Paulsen (Hrsg.): Die Frau als Heldin und Autorin, a.a.O., S. 217-222", 217~222
  14. Magenau, J?g, "Eine Biographie" (2002), Christa Wolf
  15. Schmitz-K?ter, Dorothee, "Trobadora und Kassandra. Weibliches Schreiben in der DDR" (1989)
  16. Weigel, Sigrid, "Blut im Schuh". K?per-Ged?htnis und K?per-Sprache in Christa Wolfs Prosa. In: Dies.: Bilder des kulturellen Ged?htnisses. Beitr?e zur Gegenwartsliteratur. D?men-Hiddingsel 1994, S. 58-80", 58~80 (1994)

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