갈망에서 실현까지, 설레는 심리 속의 다섯 가지 모티프 - 에른스트 블로흐의 『흔적들 Spuren』 연구 (1)
Von der Sehnsucht bis zur Erfüllung. Fünf Motive in der Psyche des „bebenden“ Menschen -Zu Ernst Blochs 『Spuren』 (1)
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초록
Ernst Blochs Prosawerk, 『Spuren』 fand insbesondere auf dem Gebiet der Germanistik keine sachgerechte Anerkennung. Infolge seines geringen Umfangs sowie seiner angeblichen Zeitbedingtheit wurde es bisher als nebensächlicher Text betrachtet. In der Kürze aber liegt die Würze, wenn es um Ernst Blochs Schriften geht. 『Spuren』 sind m. E. deshalb ein brillantes Elaborat, weil es Bezüge zu Blochs Philosophie und teilweise auch zu deren Quintessenz aufweist. In diesem Zusamenhang will die vorliegende Arbeit auf die im Werk häufig auftauchende fünf Motive eingehen: das Motiv einer Versuchung, das einer Scheidung, das einer Verhehlung, das einer Magie und das eines Tors. 1. das Motiv der Versuchung: Ausgehend von den Geschichten der „Sirenen“ und des „Rattenfängers zu Hameln“ suggeriert Bloch: Hinter jeder Versuchung verbirgt sich eine tödliche Falle. Trotz alledem muss man doch solche Brutstätte der Bosheit durchlaufen, um etwas Glückseliges zu erfahren. 2. das Motiv der Scheidung: In Anlehnung an eine Kurzgeschichte von Friedrich Gerstäcker weist Bloch darauf hin, dass sich kein Mensch dem Tod entziehen kann. Bei der Scheidung dreht es sich um die zeitliche Begrenzung des Lebens. Immerhin vermögen doch einige Mystiker durch stille Andacht die Ewigkeit in einem Augenblick zu erleben. Diesen Augenblick bezeichnete Meister Eckhart z. B. als „nunc stans“. 3. das Motiv der Verhehlung: Fast jeder Mensch erkennt nicht, was für eine latente Kompetenz er in sich hegt. Im Zusammenhang mit der Kurzgeschichte Tolstois 「Drei Greise」 macht Bloch kenntlich: Hinter dem tiefgründigen Wort „Homo absconditus“ steckt eine kaschierte Möglichkeit des noch nicht völlig erkannten Menschengottes. 4. das Motiv der Magie: Magische Wir- kungen sowie übermenschliche Kräfte werden zwar in der aufge- klärten Welt als relitätsfern und absurd erachtet, haben aber indirekt etwas mit einer Sehnsucht nach Freiheit zu tun. Man denke z. B. an die Leute, die unter politischer Verjochung bzw. Zwangsarbeit leiden. Öfters schweben ihnen mannigfaltige magische Träume vor. 5. Motiv des Tors: Die Tür, deren Sinn in einigen Märchen von Bela Balázs aufgezeigt wird, ist vor allem mit dem Übergang zur Welt nach dem Tod in Einklang zu bringen. Phan- tasiebilder vom Jenseits verknüpfen sich im Grunde mit dem Entstehen der meisten Religionen. Sie rühren vom Wunsch her, womöglich den Tod überwinden und mit Hilfe eines Glaubens die Todesangst vertilgen zu wollen. Kurz: Der Mensch verfügt vom Wesen her über endlose Begierden. Die menschliche Psyche lasse sich -so Bloch- durch die oben genannten Motive anspornen. Relevant sind in diesem Zusammen- hang die Tagträume, da sie letztlich Hoffnungen als wichtigste Erwartungseffekte hebeiführen. Hierbei darf nicht darüber hinweg- getäuscht werden: Zum einen liefert Bloch die „Zukunft“ als Gegen- stand für weitere philosophische Untersuchungen. Zum anderen übt er vehemente Kritik am rückwärtsgewandten Gesichtspunkt derer, die der Anamnesis-Theorie von Platon folgend eine Aversion gegen Utopie vertreten.
Abstract
Ernst Blochs Prosawerk, 『Spuren』 fand insbesondere auf dem Gebiet der Germanistik keine sachgerechte Anerkennung. Infolge seines geringen Umfangs sowie seiner angeblichen Zeitbedingtheit wurde es bisher als nebensächlicher Text betrachtet. In der Kürze aber liegt die Würze, wenn es um Ernst Blochs Schriften geht. 『Spuren』 sind m. E. deshalb ein brillantes Elaborat, weil es Bezüge zu Blochs Philosophie und teilweise auch zu deren Quintessenz aufweist. In diesem Zusamenhang will die vorliegende Arbeit auf die im Werk häufig auftauchende fünf Motive eingehen: das Motiv einer Versuchung, das einer Scheidung, das einer Verhehlung, das einer Magie und das eines Tors. 1. das Motiv der Versuchung: Ausgehend von den Geschichten der „Sirenen“ und des „Rattenfängers zu Hameln“ suggeriert Bloch: Hinter jeder Versuchung verbirgt sich eine tödliche Falle. Trotz alledem muss man doch solche Brutstätte der Bosheit durchlaufen, um etwas Glückseliges zu erfahren. 2. das Motiv der Scheidung: In Anlehnung an eine Kurzgeschichte von Friedrich Gerstäcker weist Bloch darauf hin, dass sich kein Mensch dem Tod entziehen kann. Bei der Scheidung dreht es sich um die zeitliche Begrenzung des Lebens. Immerhin vermögen doch einige Mystiker durch stille Andacht die Ewigkeit in einem Augenblick zu erleben. Diesen Augenblick bezeichnete Meister Eckhart z. B. als „nunc stans“. 3. das Motiv der Verhehlung: Fast jeder Mensch erkennt nicht, was für eine latente Kompetenz er in sich hegt. Im Zusammenhang mit der Kurzgeschichte Tolstois 「Drei Greise」 macht Bloch kenntlich: Hinter dem tiefgründigen Wort „Homo absconditus“ steckt eine kaschierte Möglichkeit des noch nicht völlig erkannten Menschengottes. 4. das Motiv der Magie: Magische Wir- kungen sowie übermenschliche Kräfte werden zwar in der aufge- klärten Welt als relitätsfern und absurd erachtet, haben aber indirekt etwas mit einer Sehnsucht nach Freiheit zu tun. Man denke z. B. an die Leute, die unter politischer Verjochung bzw. Zwangsarbeit leiden. Öfters schweben ihnen mannigfaltige magische Träume vor. 5. Motiv des Tors: Die Tür, deren Sinn in einigen Märchen von Bela Balázs aufgezeigt wird, ist vor allem mit dem Übergang zur Welt nach dem Tod in Einklang zu bringen. Phan- tasiebilder vom Jenseits verknüpfen sich im Grunde mit dem Entstehen der meisten Religionen. Sie rühren vom Wunsch her, womöglich den Tod überwinden und mit Hilfe eines Glaubens die Todesangst vertilgen zu wollen. Kurz: Der Mensch verfügt vom Wesen her über endlose Begierden. Die menschliche Psyche lasse sich -so Bloch- durch die oben genannten Motive anspornen. Relevant sind in diesem Zusammen- hang die Tagträume, da sie letztlich Hoffnungen als wichtigste Erwartungseffekte hebeiführen. Hierbei darf nicht darüber hinweg- getäuscht werden: Zum einen liefert Bloch die „Zukunft“ als Gegen- stand für weitere philosophische Untersuchungen. Zum anderen übt er vehemente Kritik am rückwärtsgewandten Gesichtspunkt derer, die der Anamnesis-Theorie von Platon folgend eine Aversion gegen Utopie vertreten.
참고문헌 (27)
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