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차단된 미래, ‘아직 아닌 존재’에 관한 판타지 ―에른스트 블로흐의 『흔적들』 연구 (2)

Gehinderte Zukunft. Phantasie vom Noch-nicht-Sein ― Zu Ernst Blochs Spuren (2)

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주제분류독일어와문학

초록

Die vorliegende Arbeit will, von einer ontologischen Überlegung zum Noch-Nicht-Sein ausgehend, die sozialgeschichtlichen Zusammenhänge verfolgen, welche in der Forschung zu Blochs Werk zu berücksichtigen sind. Es gilt, vier grundsätzliche Fragen zu stellen, da diese einer weiteren Untersuchung zur literarischen Auffassung Blochs dienlich sind: 1. Inwieweit können objektive Phantasien bei Bloch mit seiner Terminologie, dem ”Noch-Nicht-Sein“ in Verbindung gebracht werden? 2. In welchem Verhältnis steht Blochs Werk 『Spuren』 zur ästhetischen Moderne? 3. Welche Methode der Geschichtsschreibung wählte Bloch beim Schaffensprozess aus, um eine Veränderbarkeit der noch unfertigen Welt kritisch zu verdeutlichen? 4. Wie unterscheidet sich die Allegorie, von der Bloch Gebrauch macht, von dem Begriff Walter Benjamins? Zu Frage 1: Unter dem Noch-Nicht-Sein versteht Bloch ein noch nicht erkanntes Wesen, das Kant zu seiner Zeit als ’Ding an sich‘ völlig aus dem Bereich der menschlichen Erkenntnis ausgenommen hat. Das Ding an sich aber ist demnach versuchsweise als Noch-Nicht-Sein zu bezeichnen, da es mit Hilfe der objektiven Phantasien letztlich begriffen werden könne. Die Spuren, die als Chiffren der noch unfertigen Welt zu verstehen sind, tragen zur Anregung der objektiven Phantasien bei. Entsprechend bestehen Blochs Texte vorwiegend aus drei Stufenfolgen, ”Geschichte - Erläuterung - Spurensuche“. Zu Frage 2: Um sich mit krankhaften Symtomen der spätbürgerlichen Gesellschaft kritisch auseinanderzusetzen, bleibt Bloch nichts anderes übrig, als das ganze Pesum spurenhaft bzw. allegorisch darzustellen. Diese Art und Weise stimmt im grossen und ganzen mit dem damals gängigen Experiment der ästhetischen Moderne überein. Bloch wollte zum Beispiel vor allem die Melancholie und die Langeweile unter die Lupe nehmen, welche sich als passive Reaktion der deutschen Kleinbürger auf den Zeitgeist des Anfangs des 20. Jahrhunderts erwiesen. Zu Frage 3: Bloch will in der Geschichte konsequent die Überbleibsel unabgegoltener Sachverhalte ausfindig machen, die sich im nachhinein als utopische Fermente auswirken können. Zwar berücksichtigt Bloch den Topos der konventionellen Geschichtsschreibung, er lehnt aber von vornherein die sich auf eine chronologische Kausalität stützende, diachronische Darstellungsweise entschieden ab, zumal sie sich im Hinblick auf die Unüberschaubarkeit moderner Großstädte als obsolet erweist. Entsprechend bevorzugt Bloch teilweise poetisch ausgedrückte, fragmentarische Texte, in denen der Ich-Erzähler jeweils implizite Schlussfolgerungen andeutet. Zu Frage 4: Unter Allegorie versteht Benjamin ein sich auf die pessimistische Weltanschauung stützendes Zeichen, das insbesondere in den deutschen Trauerspielen auftaucht. In Benjamins Allegoriebegriff ist ein ontologischer Sinn des ”Vanitas“ der Barockschen Kunstströmung immanent. Bloch verwendet Allegorien lediglich als Mittel zum Zweck, um die ein besseres künftiges Leben verhinderenden Spuren nachzuweisen. So fungieren die Allegorien bei Bloch als Stimulans der konkreten Utopie, die sich für den geschichtlichen Fortschritt als Ferment auswirkt. Ergo verwundert es nicht, dass Blochs 『Spuren』 letztlich einen geistigen ”Widerstand gegen die Nicht-Hoffnung“ (O. Negt) propagiert.

Abstract

Die vorliegende Arbeit will, von einer ontologischen Überlegung zum Noch-Nicht-Sein ausgehend, die sozialgeschichtlichen Zusammenhänge verfolgen, welche in der Forschung zu Blochs Werk zu berücksichtigen sind. Es gilt, vier grundsätzliche Fragen zu stellen, da diese einer weiteren Untersuchung zur literarischen Auffassung Blochs dienlich sind: 1. Inwieweit können objektive Phantasien bei Bloch mit seiner Terminologie, dem ”Noch-Nicht-Sein“ in Verbindung gebracht werden? 2. In welchem Verhältnis steht Blochs Werk 『Spuren』 zur ästhetischen Moderne? 3. Welche Methode der Geschichtsschreibung wählte Bloch beim Schaffensprozess aus, um eine Veränderbarkeit der noch unfertigen Welt kritisch zu verdeutlichen? 4. Wie unterscheidet sich die Allegorie, von der Bloch Gebrauch macht, von dem Begriff Walter Benjamins? Zu Frage 1: Unter dem Noch-Nicht-Sein versteht Bloch ein noch nicht erkanntes Wesen, das Kant zu seiner Zeit als ’Ding an sich‘ völlig aus dem Bereich der menschlichen Erkenntnis ausgenommen hat. Das Ding an sich aber ist demnach versuchsweise als Noch-Nicht-Sein zu bezeichnen, da es mit Hilfe der objektiven Phantasien letztlich begriffen werden könne. Die Spuren, die als Chiffren der noch unfertigen Welt zu verstehen sind, tragen zur Anregung der objektiven Phantasien bei. Entsprechend bestehen Blochs Texte vorwiegend aus drei Stufenfolgen, ”Geschichte - Erläuterung - Spurensuche“. Zu Frage 2: Um sich mit krankhaften Symtomen der spätbürgerlichen Gesellschaft kritisch auseinanderzusetzen, bleibt Bloch nichts anderes übrig, als das ganze Pesum spurenhaft bzw. allegorisch darzustellen. Diese Art und Weise stimmt im grossen und ganzen mit dem damals gängigen Experiment der ästhetischen Moderne überein. Bloch wollte zum Beispiel vor allem die Melancholie und die Langeweile unter die Lupe nehmen, welche sich als passive Reaktion der deutschen Kleinbürger auf den Zeitgeist des Anfangs des 20. Jahrhunderts erwiesen. Zu Frage 3: Bloch will in der Geschichte konsequent die Überbleibsel unabgegoltener Sachverhalte ausfindig machen, die sich im nachhinein als utopische Fermente auswirken können. Zwar berücksichtigt Bloch den Topos der konventionellen Geschichtsschreibung, er lehnt aber von vornherein die sich auf eine chronologische Kausalität stützende, diachronische Darstellungsweise entschieden ab, zumal sie sich im Hinblick auf die Unüberschaubarkeit moderner Großstädte als obsolet erweist. Entsprechend bevorzugt Bloch teilweise poetisch ausgedrückte, fragmentarische Texte, in denen der Ich-Erzähler jeweils implizite Schlussfolgerungen andeutet. Zu Frage 4: Unter Allegorie versteht Benjamin ein sich auf die pessimistische Weltanschauung stützendes Zeichen, das insbesondere in den deutschen Trauerspielen auftaucht. In Benjamins Allegoriebegriff ist ein ontologischer Sinn des ”Vanitas“ der Barockschen Kunstströmung immanent. Bloch verwendet Allegorien lediglich als Mittel zum Zweck, um die ein besseres künftiges Leben verhinderenden Spuren nachzuweisen. So fungieren die Allegorien bei Bloch als Stimulans der konkreten Utopie, die sich für den geschichtlichen Fortschritt als Ferment auswirkt. Ergo verwundert es nicht, dass Blochs 『Spuren』 letztlich einen geistigen ”Widerstand gegen die Nicht-Hoffnung“ (O. Negt) propagiert.

참고문헌 (26)

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