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늙은 아이의 가장무도회 - 예니 에르펜베크의 소설 <늙은 아이 이야기> 연구

Die Maskerade eines alten Kindes. Zum Roman Geschichte vom alten Kind von Jenny Erpenbeck

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주제분류독일어와문학

초록

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist zu demonstrieren, wie Jenny Erpenbecks Romanerstling Geschichte vom alten Kind eine grundlegende Infragestellung der Konzeption des Subjekts darstellt, indem seine Hauptfigur bis zum Ende hin nichts als eine dienende Existenz anstrebt. Der Roman ist durchsetzt von Körpermetaphern und greift vielerlei Motive auf: die Weigerung erwachsen zu werden, den schmerzhaften Prozess der Ablösung von Vergangenem, die Vergeblichkeit des Versuchs, Zeit zu konservieren. So lässt sich die Geschichte als Parabel lesen, in der das Kinderheim das Bild des geschlossenen Gesellschaft der DDR symbolisiert. Und die trotzige Weltflucht des Mädchens ist als typisch ostdeutsches Verhaltensmuster nach der Wende zu deuten. Mit dieser Parabel vom Mädchen geht Erpenbeck einen Schritt hinaus über den Wenderoman, der das Thema des Mauerfalls und der deutschen Wiedervereinigung aufgreift. Ein offenbar obdachloses, verstörtes Mädchen wird von der Polizei aufgegriffen, weiß seinen Namen nicht, seine Wohnung nicht. Es kommt in ein Kinderheim. Seine Größe, Unbeholfenheit und Dicke unterscheiden es von den anderen Kindern. Das Mädchen ist dickleibig und mondgesichtig. Sein holzklotzgleicher Körper ist für es die Ursache von Unordnung, Willkür und Undurchschaubarkeit. Der Körper fordert seinen Tribut durch eine Essgier, die den Unwillen und Ekel der anderen Heimbewohner erregt. Der Körper wie “ein Haufen Fleisch” wird vor allem unter den Gesichtspunkten des Funktionierens, d. h. wie eine Maschine betrachtet. Der Mensch als Subjekt scheint vollkommen ausgelöscht. Sein Benehmen ist auch eigenartig. Es lässt sich von allen schubsen. Die Lehrer wenden sich nach kurzer Zeit nicht mehr an das Mädchen, sie halten es für unfähig. Und das ist es, was das Mädchen will: unauffällig sein, geduldet, aber nicht gefordert werden. Die Provokation, die von seiner schweigenden, alles aufsaugenden Existenz ausgeht, besteht darin, dass es sich durch seine absolute Passivität nicht in die Gemeinschaft einfügt, nicht mitkämpft, nicht mit intrigiert und nicht handelnd eingreift. Daher erscheint die Protagonistin als subjektloses Neutrum, nämlich als eine Art Nullpunkt-Figur. Durch das von der Protagonistin inszenierte Maskenspiel der Auslöschung von Identität wird das für die Moderne maßgebende Konzept der Subjektivität in Frage gestellt.

Abstract

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist zu demonstrieren, wie Jenny Erpenbecks Romanerstling Geschichte vom alten Kind eine grundlegende Infragestellung der Konzeption des Subjekts darstellt, indem seine Hauptfigur bis zum Ende hin nichts als eine dienende Existenz anstrebt. Der Roman ist durchsetzt von Körpermetaphern und greift vielerlei Motive auf: die Weigerung erwachsen zu werden, den schmerzhaften Prozess der Ablösung von Vergangenem, die Vergeblichkeit des Versuchs, Zeit zu konservieren. So lässt sich die Geschichte als Parabel lesen, in der das Kinderheim das Bild des geschlossenen Gesellschaft der DDR symbolisiert. Und die trotzige Weltflucht des Mädchens ist als typisch ostdeutsches Verhaltensmuster nach der Wende zu deuten. Mit dieser Parabel vom Mädchen geht Erpenbeck einen Schritt hinaus über den Wenderoman, der das Thema des Mauerfalls und der deutschen Wiedervereinigung aufgreift. Ein offenbar obdachloses, verstörtes Mädchen wird von der Polizei aufgegriffen, weiß seinen Namen nicht, seine Wohnung nicht. Es kommt in ein Kinderheim. Seine Größe, Unbeholfenheit und Dicke unterscheiden es von den anderen Kindern. Das Mädchen ist dickleibig und mondgesichtig. Sein holzklotzgleicher Körper ist für es die Ursache von Unordnung, Willkür und Undurchschaubarkeit. Der Körper fordert seinen Tribut durch eine Essgier, die den Unwillen und Ekel der anderen Heimbewohner erregt. Der Körper wie “ein Haufen Fleisch” wird vor allem unter den Gesichtspunkten des Funktionierens, d. h. wie eine Maschine betrachtet. Der Mensch als Subjekt scheint vollkommen ausgelöscht. Sein Benehmen ist auch eigenartig. Es lässt sich von allen schubsen. Die Lehrer wenden sich nach kurzer Zeit nicht mehr an das Mädchen, sie halten es für unfähig. Und das ist es, was das Mädchen will: unauffällig sein, geduldet, aber nicht gefordert werden. Die Provokation, die von seiner schweigenden, alles aufsaugenden Existenz ausgeht, besteht darin, dass es sich durch seine absolute Passivität nicht in die Gemeinschaft einfügt, nicht mitkämpft, nicht mit intrigiert und nicht handelnd eingreift. Daher erscheint die Protagonistin als subjektloses Neutrum, nämlich als eine Art Nullpunkt-Figur. Durch das von der Protagonistin inszenierte Maskenspiel der Auslöschung von Identität wird das für die Moderne maßgebende Konzept der Subjektivität in Frage gestellt.

참고문헌 (20)

  1. Erpenbeck, Jenny, "Geschichte vom alten Kind", pp.1999, Frankfurt
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  5. 미셸 투르니에, "방드르디 혹은 태평양의 끝" (1995), 민음사
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  7. 아즈마 히로키, "동물화하는 포스트모던" (2001), 문학동네
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  11. 토마스 만, "마의 산(상)" (2009), 을유문화사
  12. 김태환, "피로사회" (2012), 문학과지성사
  13. Beutin, Wolfgang, "Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart" (2001), Stuttgart
  14. Büchner, Georg, "Werke und Briefe. Münchner Ausgabe" (1992), München
  15. Eden, Wiebke, "Keine Angst vor großen Gefühlen. Die neuen Schriftstellerinnen", pp.2003, Frankfurt
  16. Hage, Volker, "Ganz schön abgedreht", Der Spiegel, (12) (1999)
  17. Hage, Volker, "Die Enkel kommen", Der Spiegel, (41) (1999)
  18. Herzinger, Richard, "Jung, schick und heiter", Die Zeit, 13 (1999)
  19. Schreiber, Mathias, "Die verlorene Tochter", Der Spiegel, (41) (1999)
  20. Nentwich, Andreas, "Nachtgesicht. Jenny Erpenbecks beeindruckende Geschichte vom alten Kind", Neue Zürcher Zeitung, 17 (1999)

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