풍자의 번역과 이해 - 한국독자들의 독일 풍자단편 『함정』의 수용 사례를 중심으로 -
Übersetzung und Verstehen der Satire - Zur Rezeption der deutschen satirischen Geschichte Die Falle durch koreanische Leser
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초록
Für das Verstehen von Komik muss im allgemeinen Vorwissen über die historischen, sozialen und kulturellen Bedingungen vorausgesetzt werden. Daher entartet die Rezeption fremder Satire manchmal zu einem intellektuellen Wahrnehmungsprozess. Um diese Problemlage aufzuzeigen und speziell den koreanischen Rezeptionsmodus der deutschen Satire zu beobachten, habe ich ein Lektüreexperiment mit 120 koreanischen Studenten durchgeführt und konnte damit aufzeigen, was man als Fremder mit wenig Vorwissen in einer Satire verstehen bzw. missverstehen kann und worauf dieses Verstehen bzw. Missverstehen zurückzuführen ist. »Die Falle - eine antiautoritäre Weihnachtsgeschichte«, ein Frühwerk von Robert Gernhardt, spiegelt die antiautoritären, revolutionären Zeitströmungen in den 60er Jahren zeichnerisch wie literarisch wider. In dieser Kurzgeschichte bringen junge Studenten das traditionelle, weihnachtliche Familienfest bei einem reichen Unternehmer durcheinander und leisten Widerstand gegen die tradierte Autorität und den Kapitalismus. Aber der Erzähler verhält sich neutral und berichtet mit Abstand, was verschiedene Interpretationen ermöglicht. Was für die Rezeption der deutschen Satire durch koreanische Leser charakteristisch ist, ist erstens das fehlende Vorwissen über die Weihnachtskultur in Deutschland, das leicht zu Missverständnisse führen könnte. Und zweitens ist die streng moralische Art und Weise der Satire-Rezeption auffallend. Die Mehrheit der Befragten hatte eher große Hemmung und empfand Unmut, einfach mit den rebellischen Studenten zu sympathisieren. Einige fanden es ungewöhnlich, dass der Autor hier als Schlussfolgerung keine aufklärerische Lehre zieht, und waren dabei irritiert, weil der Autor für keine Seite Partei zu ergreifen scheint. Diese tendenziell ethische und ernsthafte Rezeption der Satire bei den Koreanern hat mit den nationalen kulturspezifischen Ausprägungen viel zu tun, die u. a. die gemeinsamen Erfahrungen, Werte und Moral darstellen. Interessanterweise bietet die Frage nach der Verstehbarkeit der fremden Satire eine Möglichkeit der tieferen und intensiveren Beschäftigung mit der eigenen Kultur, hier im Speziellen mit der koreanischen Komikkultur.
Abstract
Für das Verstehen von Komik muss im allgemeinen Vorwissen über die historischen, sozialen und kulturellen Bedingungen vorausgesetzt werden. Daher entartet die Rezeption fremder Satire manchmal zu einem intellektuellen Wahrnehmungsprozess. Um diese Problemlage aufzuzeigen und speziell den koreanischen Rezeptionsmodus der deutschen Satire zu beobachten, habe ich ein Lektüreexperiment mit 120 koreanischen Studenten durchgeführt und konnte damit aufzeigen, was man als Fremder mit wenig Vorwissen in einer Satire verstehen bzw. missverstehen kann und worauf dieses Verstehen bzw. Missverstehen zurückzuführen ist. »Die Falle - eine antiautoritäre Weihnachtsgeschichte«, ein Frühwerk von Robert Gernhardt, spiegelt die antiautoritären, revolutionären Zeitströmungen in den 60er Jahren zeichnerisch wie literarisch wider. In dieser Kurzgeschichte bringen junge Studenten das traditionelle, weihnachtliche Familienfest bei einem reichen Unternehmer durcheinander und leisten Widerstand gegen die tradierte Autorität und den Kapitalismus. Aber der Erzähler verhält sich neutral und berichtet mit Abstand, was verschiedene Interpretationen ermöglicht. Was für die Rezeption der deutschen Satire durch koreanische Leser charakteristisch ist, ist erstens das fehlende Vorwissen über die Weihnachtskultur in Deutschland, das leicht zu Missverständnisse führen könnte. Und zweitens ist die streng moralische Art und Weise der Satire-Rezeption auffallend. Die Mehrheit der Befragten hatte eher große Hemmung und empfand Unmut, einfach mit den rebellischen Studenten zu sympathisieren. Einige fanden es ungewöhnlich, dass der Autor hier als Schlussfolgerung keine aufklärerische Lehre zieht, und waren dabei irritiert, weil der Autor für keine Seite Partei zu ergreifen scheint. Diese tendenziell ethische und ernsthafte Rezeption der Satire bei den Koreanern hat mit den nationalen kulturspezifischen Ausprägungen viel zu tun, die u. a. die gemeinsamen Erfahrungen, Werte und Moral darstellen. Interessanterweise bietet die Frage nach der Verstehbarkeit der fremden Satire eine Möglichkeit der tieferen und intensiveren Beschäftigung mit der eigenen Kultur, hier im Speziellen mit der koreanischen Komikkultur.
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