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Der Orientalismus in Emma Kroebels Werk “Wie ich an den koreanischen Kaiserhof kam”

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주제분류독일어와문학

초록

In der vorliegenden Arbeit soll der 1909 veröffentlichte Reisebericht “Wie ich an den koreanischen Kaiserhof kam” von Emma Kroebel untersucht werden. Zu jener Zeit zeichnete sich die Literaturform der Reiseberichte durch einen hohen Grad an Beliebtheit in Europa aus. Gleichzeitig lässt sich nicht bestreiten, dass die Sicht der Autoren auf die Fremde stark kolonialistisch geprägt war. Die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen diente nicht selten der überhöhten Definition des Eigenen, indem das Andere als ein negatives, unterentwickeltes Gegenbild entworfen wurde. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wie z. B. Siegfried Genthe, der ebenfalls einen Korea-Reisebericht zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlichte und für eine offenere, reflektiertere Herangehensweise steht. Wie verhält es sich aber bei Emma Kroebel? Reiht sie sich ein in den allgemeinen Duktus ihrer Zeitgenossen oder ist bei ihr wirkliches Interesse an Völkerverständigung zu finden? Edward Saids Orientalismus-Theorien sollen dazu dienen, genau dieser Frage nachzugehen. Sie waren es, die dazu beitrugen, den Begriff des Orients als Konstrukt westlichen Imperalismus zu entlarven. Und auch auf deutsche Reiseberichte über Korea lassen sie sich anwenden. Bei der Untersuchung von Emma Kroebels Darstellung Koreas, der Kultur, aber auch der Menschen, wird deutlich, wie sehr die Betonung von Gegensätzen im Vordergrund steht und wie wenig Platz für interkulturelle Annäherung bleibt. Aus heutiger Sicht mag man die plumpe, imperialistisch geprägte Schwarz- Weiß-Sicht Kroebels nicht mehr mit der Gegenwart in Verbindung setzen wollen. Doch aktuelle Ereignisse wie die Flüchtlingskrise in Europa zeigen, wie schnell Stereotype und oberflächliche Klischees Debatten bestimmen können. Ein Blick zurück in die Geschichte kann demnach hilfreich sein, Abstand zu nehmen und Verhaltensweisen zu überdenken.

Abstract

In der vorliegenden Arbeit soll der 1909 veröffentlichte Reisebericht “Wie ich an den koreanischen Kaiserhof kam” von Emma Kroebel untersucht werden. Zu jener Zeit zeichnete sich die Literaturform der Reiseberichte durch einen hohen Grad an Beliebtheit in Europa aus. Gleichzeitig lässt sich nicht bestreiten, dass die Sicht der Autoren auf die Fremde stark kolonialistisch geprägt war. Die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen diente nicht selten der überhöhten Definition des Eigenen, indem das Andere als ein negatives, unterentwickeltes Gegenbild entworfen wurde. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wie z. B. Siegfried Genthe, der ebenfalls einen Korea-Reisebericht zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlichte und für eine offenere, reflektiertere Herangehensweise steht. Wie verhält es sich aber bei Emma Kroebel? Reiht sie sich ein in den allgemeinen Duktus ihrer Zeitgenossen oder ist bei ihr wirkliches Interesse an Völkerverständigung zu finden? Edward Saids Orientalismus-Theorien sollen dazu dienen, genau dieser Frage nachzugehen. Sie waren es, die dazu beitrugen, den Begriff des Orients als Konstrukt westlichen Imperalismus zu entlarven. Und auch auf deutsche Reiseberichte über Korea lassen sie sich anwenden. Bei der Untersuchung von Emma Kroebels Darstellung Koreas, der Kultur, aber auch der Menschen, wird deutlich, wie sehr die Betonung von Gegensätzen im Vordergrund steht und wie wenig Platz für interkulturelle Annäherung bleibt. Aus heutiger Sicht mag man die plumpe, imperialistisch geprägte Schwarz- Weiß-Sicht Kroebels nicht mehr mit der Gegenwart in Verbindung setzen wollen. Doch aktuelle Ereignisse wie die Flüchtlingskrise in Europa zeigen, wie schnell Stereotype und oberflächliche Klischees Debatten bestimmen können. Ein Blick zurück in die Geschichte kann demnach hilfreich sein, Abstand zu nehmen und Verhaltensweisen zu überdenken.

참고문헌 (20)

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