Der Orientalismus in Lina Böglis Immer vorwärts. Die Reise nach Japan, Korea und China 1910-1913
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초록
Im vorliegenden Beitrag soll es um die Frage gehen, inwieweit es in dem Buch Immer vorwärts der Schweizerin Lina Bögli eine orientalistische Perspektive gibt. Mit dem insbesondere von Edward Said geprägten Begriff Orientalismus wird die europäische Sicht auf den “Orient” als Gegensatz zum “Okzident” bezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein Konstrukt und die Betrachtung des Fremden geschieht ausschließlich auf der Basis des Eigenen, ohne dass sich wirklich auf das Andere eingelassen wird. Auf diese Weise kann die eigene Kultur überhöht und Macht über eine andere ausgeübt werden. Bei einer Untersuchung von Reiseberichten des 19. und 20. Jahrhunderts, zur Zeit des Imperialismus, lassen sich orientalische Tendenzen besonders häufig nachweisen. Das Besondere an dem Buch Immer vorwärts ist, dass es von einer Frau verfasst wurde. Es soll dargestellt werden, wie sehr zur betreffenden Zeit das Reisen von Frauen eingeschränkt ist und wie weibliche Reiseschriftstellerinnen marginalisiert bzw. mit bestimmten Attributen versehen werden. Männer auf Reisen erobern, erleben Abenteuer und machen wissenschaftliche Entdeckungen. Frauenthemen sind hingegen das private und häusliche Leben, sie gelten als schwach und ängstlich. Allerdings konzentrieren sie sich auch viel mehr auf die Auseinandersetzung mit den Angehörigen einer fremden Kultur als Individuen und bauen Beziehungen auf. So entsteht eher als bei Männern die Gelegenheit zur Annäherung und Schaffung von Verständnis bzw. interkultureller Kompetenz. Dennoch bedeutet dies nicht, dass weibliche Schriftellerinnen damit auch vollkommen von kolonialistischem Gedankengut befreit sind. Lina Bögli hält sich insgesamt drei Jahre in Asien auf. Untersucht werden soll, ob bei ihr der kolonialistische oder der weibliche Diskurs überwiegt. Es wird aufgezeigt, wie sehr sie den Dialog sucht und versucht, das Fremde zu verstehen, und wie schwer es ihr fällt, dennoch Kulturgrenzen zu überwinden. Räume für Begegnungen werden geschaffen – eine wirkliche Annäherung und Reflexion des Eigenen hingegen mißlingt.
Abstract
Im vorliegenden Beitrag soll es um die Frage gehen, inwieweit es in dem Buch Immer vorwärts der Schweizerin Lina Bögli eine orientalistische Perspektive gibt. Mit dem insbesondere von Edward Said geprägten Begriff Orientalismus wird die europäische Sicht auf den “Orient” als Gegensatz zum “Okzident” bezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein Konstrukt und die Betrachtung des Fremden geschieht ausschließlich auf der Basis des Eigenen, ohne dass sich wirklich auf das Andere eingelassen wird. Auf diese Weise kann die eigene Kultur überhöht und Macht über eine andere ausgeübt werden. Bei einer Untersuchung von Reiseberichten des 19. und 20. Jahrhunderts, zur Zeit des Imperialismus, lassen sich orientalische Tendenzen besonders häufig nachweisen. Das Besondere an dem Buch Immer vorwärts ist, dass es von einer Frau verfasst wurde. Es soll dargestellt werden, wie sehr zur betreffenden Zeit das Reisen von Frauen eingeschränkt ist und wie weibliche Reiseschriftstellerinnen marginalisiert bzw. mit bestimmten Attributen versehen werden. Männer auf Reisen erobern, erleben Abenteuer und machen wissenschaftliche Entdeckungen. Frauenthemen sind hingegen das private und häusliche Leben, sie gelten als schwach und ängstlich. Allerdings konzentrieren sie sich auch viel mehr auf die Auseinandersetzung mit den Angehörigen einer fremden Kultur als Individuen und bauen Beziehungen auf. So entsteht eher als bei Männern die Gelegenheit zur Annäherung und Schaffung von Verständnis bzw. interkultureller Kompetenz. Dennoch bedeutet dies nicht, dass weibliche Schriftellerinnen damit auch vollkommen von kolonialistischem Gedankengut befreit sind. Lina Bögli hält sich insgesamt drei Jahre in Asien auf. Untersucht werden soll, ob bei ihr der kolonialistische oder der weibliche Diskurs überwiegt. Es wird aufgezeigt, wie sehr sie den Dialog sucht und versucht, das Fremde zu verstehen, und wie schwer es ihr fällt, dennoch Kulturgrenzen zu überwinden. Räume für Begegnungen werden geschaffen – eine wirkliche Annäherung und Reflexion des Eigenen hingegen mißlingt.
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