토마스 만의 글쓰기 작업방식 ‘두 번째 가림’ - 소설 『파우스트 박사』를 중심으로
»Die zweite Verhüllung« als das literarische Arbeitsverfahren Thomas Manns - In Bezug auf Doktor Faustus
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초록
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit dem literarischen Arbeitsverfahren Thomas Manns. Ihre These lautet, dass Thomas Mann aus der Homosexualität (sowie dem Inzest, allgemein der 'verbotenen Liebe') seine entscheidende Werkinspiration bezieht, die sich jedoch nicht allein in autobiographisch-camouflierender Fiktionalisierung – hier als »die erste Verhüllung« bezeichnet – niederschlägt, sondern wesentlicher in einer Darstellung, deren Absicht gerade auf die Verhüllung jenes Ursprungsimpulses gerichtet ist. Das durch »die erste Verhüllung« Dargestellte treibt also den Autor Thomas Mann weiter zu schreiben. Der neue Trieb zum Schreiben, der in der völlig bewussten Ebene ausgelebt wird, ist jedoch ein unkontrollierbarer Zwang (insofern 'Inspiration' genannt). Dabei erweitert sich der Blick des Lesers oder wird zumindest in eine neue Richtung gelenkt. Diese Verhüllung der Verhüllung oder »die zweite Verhüllung« – gegenüber der »ersten« – ist das Hauptanliegen dieser Untersuchung. »Die zweite Verhüllung« ist insofern ein reines Verfahren der Darstellung. Jedenfalls ist deutlich, dass die Kategorie der »zweiten Verhüllung« darauf abzielt, die 'Inspiration' im Sinne eines sich aus dem Unbewussten speisenden Schaffensdrangs aus der rein biographisch-psychologischen Ebene abzulösen und in die Dimension des Textes hinein zu erweitern. Außerdem wird betont, dass die mythisch-philosophische Dimension von Kreativität zwischen dem Naiven und Sentimentalischen, Dionysischen und Apollinischen, zwischen dem "heißen" und dem "kalten" Pol, in deren Paradox sich diese Untersuchung tief eingräbt, die Camouflage der Homoerotik bis zur Inkommensurabilität sprengt. Die Homoerotik wird als Ausdruck – statt als Quelle des unsagbaren bzw. unsäglichen (Ab-)Grunds bezeichnet. Die Homerotik ist also sein Mittel zum Ausdruck. Dieser Funktionswechsel von der Werkgenealogie zum Darstellungsmittel ist entscheidend.
Abstract
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit dem literarischen Arbeitsverfahren Thomas Manns. Ihre These lautet, dass Thomas Mann aus der Homosexualität (sowie dem Inzest, allgemein der 'verbotenen Liebe') seine entscheidende Werkinspiration bezieht, die sich jedoch nicht allein in autobiographisch-camouflierender Fiktionalisierung – hier als »die erste Verhüllung« bezeichnet – niederschlägt, sondern wesentlicher in einer Darstellung, deren Absicht gerade auf die Verhüllung jenes Ursprungsimpulses gerichtet ist. Das durch »die erste Verhüllung« Dargestellte treibt also den Autor Thomas Mann weiter zu schreiben. Der neue Trieb zum Schreiben, der in der völlig bewussten Ebene ausgelebt wird, ist jedoch ein unkontrollierbarer Zwang (insofern 'Inspiration' genannt). Dabei erweitert sich der Blick des Lesers oder wird zumindest in eine neue Richtung gelenkt. Diese Verhüllung der Verhüllung oder »die zweite Verhüllung« – gegenüber der »ersten« – ist das Hauptanliegen dieser Untersuchung. »Die zweite Verhüllung« ist insofern ein reines Verfahren der Darstellung. Jedenfalls ist deutlich, dass die Kategorie der »zweiten Verhüllung« darauf abzielt, die 'Inspiration' im Sinne eines sich aus dem Unbewussten speisenden Schaffensdrangs aus der rein biographisch-psychologischen Ebene abzulösen und in die Dimension des Textes hinein zu erweitern. Außerdem wird betont, dass die mythisch-philosophische Dimension von Kreativität zwischen dem Naiven und Sentimentalischen, Dionysischen und Apollinischen, zwischen dem "heißen" und dem "kalten" Pol, in deren Paradox sich diese Untersuchung tief eingräbt, die Camouflage der Homoerotik bis zur Inkommensurabilität sprengt. Die Homoerotik wird als Ausdruck – statt als Quelle des unsagbaren bzw. unsäglichen (Ab-)Grunds bezeichnet. Die Homerotik ist also sein Mittel zum Ausdruck. Dieser Funktionswechsel von der Werkgenealogie zum Darstellungsmittel ist entscheidend.
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