젠더학적문화비판적으로 재조명한 토마스 만의 『파우스트 박사』 - 레버퀸의 성적 욕망과 두려움 그리고 좌절과 (자기)파괴를 중심으로
Thomas Manns Doktor Faustus aus Sicht der Gender Studies - Leverkühns Begierde, Angst, Misstrauen und (Selbst-)Zerstörung
0
조회
0
다운로드
1
인용
0
참고문헌
키워드
초록
Die viel zitierte doppel- oder mehrschichtige Struktur in Thomas Manns Doktor Faustus ist bis heute nicht erschöpfend diskutiert worden. Insbesondere aus Sicht der Gender Studies besteht ein deutlicher Nachholbedarf. Der vorliegende Aufsatz untersucht das Selbst- und Menschenverständnis von Thomas Mann’s Faustfigur Adrian Leverkühn und seine Beziehungen zu den anderen Gestalten: zu Vaterfiguren, Initiationsleitern bzw. Seelenführern, Freunden, Geliebten, aber auch zu einigen weiblichen Gestalten. Es wird versucht, Leverkühns innere, grundsätzlich ambivalente Beziehung zu sich selbst und zu Anderen herauszuarbeiten. In der Figurenkonstellation und -Gestaltung wird ein charakteristisches Grundraster deutlich, das Leverkühns Begierde, aber auch Angst nach und vor seiner eigenen Geschlechtlichkeit, vor allem vor der Homosexualität nahelegt: Das Liebesverbot, das ihm durch den Teufelspakt auferlegt wird, erweist sich als eine verschlüsselte Anspielung auf die tabuisierte Sexualität. Viele – männliche – Nebenfiguren nehmen seinen Gender-Trouble (Butler) vorweg oder geben ihn spiegelbildlich wieder. Im Rahmen seiner Begierde nach dem Geliebten überkommt Leverkühn immer wieder Misstrauen gegenüber seinen eigenen oder fremden Gefühlen, was schließlich zur Zerstörung des Ich bzw. des Du führt. Erhofft wird ein Trost nur noch durch verschiedene Mutterfiguren. Das alte Symbol des Ewig-Weiblichen dient also auch hier dazu, dem genialen Künstler in seinem leidenserfüllten Leben beizustehen und ihn in die Unsterblichkeit hinaufzuziehen.
Abstract
Die viel zitierte doppel- oder mehrschichtige Struktur in Thomas Manns Doktor Faustus ist bis heute nicht erschöpfend diskutiert worden. Insbesondere aus Sicht der Gender Studies besteht ein deutlicher Nachholbedarf. Der vorliegende Aufsatz untersucht das Selbst- und Menschenverständnis von Thomas Mann’s Faustfigur Adrian Leverkühn und seine Beziehungen zu den anderen Gestalten: zu Vaterfiguren, Initiationsleitern bzw. Seelenführern, Freunden, Geliebten, aber auch zu einigen weiblichen Gestalten. Es wird versucht, Leverkühns innere, grundsätzlich ambivalente Beziehung zu sich selbst und zu Anderen herauszuarbeiten. In der Figurenkonstellation und -Gestaltung wird ein charakteristisches Grundraster deutlich, das Leverkühns Begierde, aber auch Angst nach und vor seiner eigenen Geschlechtlichkeit, vor allem vor der Homosexualität nahelegt: Das Liebesverbot, das ihm durch den Teufelspakt auferlegt wird, erweist sich als eine verschlüsselte Anspielung auf die tabuisierte Sexualität. Viele – männliche – Nebenfiguren nehmen seinen Gender-Trouble (Butler) vorweg oder geben ihn spiegelbildlich wieder. Im Rahmen seiner Begierde nach dem Geliebten überkommt Leverkühn immer wieder Misstrauen gegenüber seinen eigenen oder fremden Gefühlen, was schließlich zur Zerstörung des Ich bzw. des Du führt. Erhofft wird ein Trost nur noch durch verschiedene Mutterfiguren. Das alte Symbol des Ewig-Weiblichen dient also auch hier dazu, dem genialen Künstler in seinem leidenserfüllten Leben beizustehen und ihn in die Unsterblichkeit hinaufzuziehen.
참고문헌 (12)
- 김륜옥, "토마스 만과 ‘여성적인 것’- 독문학 새로 읽기", 독일문학, 39(3)통권 : 67, pp.183~207 (1998)
- 김륜옥, "문학작품의 영상화, 혹은 다양한 기호체계들의 협주 - 토마스 만의 소설 『베니스에서의 죽음』과 루키노 비스콘티의 영화를 중심으로", 독어교육, 40(40), pp.379~404 (2007), 한국독어독문학교육학회
- Connell, Robert W, "Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. 3. Aufl" (2006)
- Butler, Judith, "Das Unbehagen der Geschlechter" (1991)
- Mann, Thomas, "Gesammelte Werke in dreizehn Bänden" (1974)
- Mann, Thomas, "Notizbücher, Edition in zwei Bänden" (1991)
- Mann, Thomas, "Briefe an Otto Grautoff 1894-1901 und Ida Boy-Ed 1903-1928" (1975)
- Mann, Thomas, "Meyer, Agnes E.: Briefwechsel 1937-1955" (1992)
- Molinelli-Stein, Barbara, "Thomas Mann, das Werk als Selbstinszenierung eines problematischen Ichs", Versuch einer psycho-existenziellen Strukturanalyse zu den Romanen Lotte in Weimar und Doktor Faustus, ~ (1999)
- Rudloff,Holger, "Hetaera esmeralda. Hure, Hexe, Helferin. Anklänge ans Mädchenhafte und Sagenmässige in Thomas Manns Roman Doktor Faustus", Wirkendes Wort, 47(1), pp.61~74 (1997)
- "2002", ~
- Tholen, Toni, "Verlust der Nähe. Reflexion von Männlichkeit in der Literatur" (2005)
