본문 바로가기
KERD
논문KCI 등재

19세기 독일문학에서의 가족과 사회의 긴장관계- 클라이스트의 『O 후작부인』과 폰타네의 『에피 브리스트』를 중심으로

Das Spannungsverhältnis von Familie und Gesellschaft in der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts - am Beispiel von Kleists Die Marquise von O… und Fontanes Eiffi Briest

0

조회

0

다운로드

1

인용

0

참고문헌

키워드

주제분류독일어와문학

초록

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Spannungsverhältnis von Familie und Gesellschaft in der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts. Stellvertretend werden Kleists Novelle Die Marquise von O… und Fontanes Effi Briest analysiert. Das Konzept der ‘bürgerlichen Familie’ des 18. Jahrhunderts als gesellschafsabgewandte Privatsphäre mit moralischen Werten ist im Begriff, langsam aufgelöst zu werden. In Kleists Novelle scheinen die Familienverhältnisse äußerlich intakt. Aber anlässlich des Bekanntwerdens der unehelichen Schwangerschaft der Marquise kommt es in der Familie zum Eklat, weil die Familienmitglieder die herrschenden Werte und strengen Regeln der Gesellschaft internalisiert und diese zum Kriterium ihres Handelns machen. Die Protagonistin wird von der Familie verstoßen, da diese den Ruf der Familie in der Gesellschaft dem Schutz der Tochter überordnet. In dieser Hinsicht wirkt die Familie als eine Art von sozialer Instanz und verliert den Status eines Schutzraums, der dem eigentlichen Konzept der bürgerlichen Familie zugrunde liegt. Der Hausvater kann jedoch keinen Schutz bieten, stattdessen ordnet er eine rücksichtslose Verstoßung der Tochter aus dem Haus an, dem sich alle Familienmitglieder fügen. Bei der Versöhnungsszene verhält sich der Vater überemotional und wird dadurch ins Lächerliche gezogen. Hierdurch wird die patriarchalische Familienstruktur in Frage gestellt. Die Heirat der Marquise mit dem Graf F gründet nicht auf einer ‘Liebesehe’, sondern erfolgt aufgrund von finanziellen und sozialen Vorteilen. Die Emanzipation der Frauen stößt auf ihre Grenzen, da sowohl die Marquise als auch ihre Mutter in ihrem Versuch, von ihrer von der Gesellschaft gegebenen Rolle auszubrechen, scheitern und die Schranken der bürgerlichen Gesellschaft nicht überspringen können. Auf diese Weise werden die Ideale der bürgerlichen Familie parodistisch dargestellt, was wiederum die Verwundbarkeit der Familie durch die gesellschaftlichen Normen um 1800 widerspiegelt. In Fontanes Ehebruchroman Effi Briest dominieren auch die Zwänge der bürgerlichen Gesellschaft, die im Konflikt mit dem Individuum stehen. Die Ehe Effis mit Instetten ist zum Scheitern verurteilt, weil sie vor allem vom Aufstiegsund Erfolgsdenken geleitet wird und auf die Bedürfnisse der Protagonisten keine Rücksicht nimmt.Die Familie wirkt nicht mehr gesellschaftsabgewandt wie im 18. Jahrhundert, sondern gesellschaftszugewandt und ist den gesellschaftlichen Konventionen unterworfen. Letztendlich sind Effi und auch Instetten Opfer der gesellschaftlichen Umstände: Der betrogene Mann muss sich zur Wahrung seiner Ehre in der Gesellschaft mit dem Rivalen duellieren und seine Frau verstoßen. Die Frau wird aus demselben Grund von ihrem Mann, ihren Eltern und sogar dem eigenen Kind verstoßen. In diesem Sinne ist der Roman nicht nur eine Ehebruchgeschichte mit tragischem Ausgang, sondern auch eine scharfe Kritik Fontanes an der einseitigen, rigiden Moral der Gesellschaft der Zeit. Die Familie im 19. Jahrhundert ist dem Druck der Gesellschaft ausgeliefert, wodurch die Beziehung zwischen Familie und Gesellschaft stark im Spannungsverhältnis steht.

Abstract

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Spannungsverhältnis von Familie und Gesellschaft in der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts. Stellvertretend werden Kleists Novelle Die Marquise von O… und Fontanes Effi Briest analysiert. Das Konzept der ‘bürgerlichen Familie’ des 18. Jahrhunderts als gesellschafsabgewandte Privatsphäre mit moralischen Werten ist im Begriff, langsam aufgelöst zu werden. In Kleists Novelle scheinen die Familienverhältnisse äußerlich intakt. Aber anlässlich des Bekanntwerdens der unehelichen Schwangerschaft der Marquise kommt es in der Familie zum Eklat, weil die Familienmitglieder die herrschenden Werte und strengen Regeln der Gesellschaft internalisiert und diese zum Kriterium ihres Handelns machen. Die Protagonistin wird von der Familie verstoßen, da diese den Ruf der Familie in der Gesellschaft dem Schutz der Tochter überordnet. In dieser Hinsicht wirkt die Familie als eine Art von sozialer Instanz und verliert den Status eines Schutzraums, der dem eigentlichen Konzept der bürgerlichen Familie zugrunde liegt. Der Hausvater kann jedoch keinen Schutz bieten, stattdessen ordnet er eine rücksichtslose Verstoßung der Tochter aus dem Haus an, dem sich alle Familienmitglieder fügen. Bei der Versöhnungsszene verhält sich der Vater überemotional und wird dadurch ins Lächerliche gezogen. Hierdurch wird die patriarchalische Familienstruktur in Frage gestellt. Die Heirat der Marquise mit dem Graf F gründet nicht auf einer ‘Liebesehe’, sondern erfolgt aufgrund von finanziellen und sozialen Vorteilen. Die Emanzipation der Frauen stößt auf ihre Grenzen, da sowohl die Marquise als auch ihre Mutter in ihrem Versuch, von ihrer von der Gesellschaft gegebenen Rolle auszubrechen, scheitern und die Schranken der bürgerlichen Gesellschaft nicht überspringen können. Auf diese Weise werden die Ideale der bürgerlichen Familie parodistisch dargestellt, was wiederum die Verwundbarkeit der Familie durch die gesellschaftlichen Normen um 1800 widerspiegelt. In Fontanes Ehebruchroman Effi Briest dominieren auch die Zwänge der bürgerlichen Gesellschaft, die im Konflikt mit dem Individuum stehen. Die Ehe Effis mit Instetten ist zum Scheitern verurteilt, weil sie vor allem vom Aufstiegsund Erfolgsdenken geleitet wird und auf die Bedürfnisse der Protagonisten keine Rücksicht nimmt.Die Familie wirkt nicht mehr gesellschaftsabgewandt wie im 18. Jahrhundert, sondern gesellschaftszugewandt und ist den gesellschaftlichen Konventionen unterworfen. Letztendlich sind Effi und auch Instetten Opfer der gesellschaftlichen Umstände: Der betrogene Mann muss sich zur Wahrung seiner Ehre in der Gesellschaft mit dem Rivalen duellieren und seine Frau verstoßen. Die Frau wird aus demselben Grund von ihrem Mann, ihren Eltern und sogar dem eigenen Kind verstoßen. In diesem Sinne ist der Roman nicht nur eine Ehebruchgeschichte mit tragischem Ausgang, sondern auch eine scharfe Kritik Fontanes an der einseitigen, rigiden Moral der Gesellschaft der Zeit. Die Familie im 19. Jahrhundert ist dem Druck der Gesellschaft ausgeliefert, wodurch die Beziehung zwischen Familie und Gesellschaft stark im Spannungsverhältnis steht.

참고문헌 (29)

  1. Fontane, Theodor, "Effi Briest. Roman. Mit einem Kommentar von Dieter Wöhrle" (2012)
  2. Kleist, Heinrich von, "Sämtliche Erzählungen, Anekdoten, Gedichte, Schriften" (2010)
  3. 권혁준, "18세기 독일 드라마에 나타난 ‘시민가정’의 이상과 현실 - 레싱의 '에밀리아 갈로티'와 렌츠의 '가정교사'를 중심으로", 독일어문학, 23(1), pp.1~34 (2015), 한국독일어문학회
  4. 노태한, "하인리히 폰 클라이스트의 노벨레 후작부인 Die Marquise von O... -계몽주의적 사회비판과 종교비판-", 독어교육, 49(49), pp.223~253 (2010), 한국독어독문학교육학회
  5. 도기숙, "진화심리학과 젠더사회학의 관점에서 본 남성성과 결투의 문제 -『에피브리스트』를 중심으로", 뷔히너와 현대문학, (43), pp.107~130 (2014), 한국뷔히너학회
  6. 송희영, "'만들어진 남성'-빌헬름 제국시대의 '군사적 남성성' - 테오도르 폰타네의 <에피 브리스트>를 중심으로", 카프카 연구, (24), pp.115~134 (2010), 한국카프카학회
  7. 정항균, "하버마스의 의사소통 행위 이론의 관점에서 본 폰타네의 에피 브리스트", 독일어문학, 10(1), pp.1~18 (2002), 한국독일어문학회
  8. 조정래, "가족과 사회의 변증법 - 클라이스트의 노벨레를 중심으로", 헤세연구, 5, pp.107~129 (2001)
  9. Anker-Mader, "Kleists Familienmodelle. Im Spannungsfeld zwischen Krise und Persistenz" (1992)
  10. Becker, Sabina, "Bürgerlicher Realismus. Literatur und Kultur im bürgerlichen Zeitalter 1848-1900" (2003)
  11. Breuer, Ingo, "Kleist Handbuch" (2009), Leben-Werk-Wirkung
  12. Gestrich, Andreas, "Geschichte der Familie im 19. und 20" (1999)
  13. Greif, Stefan, "Ehre als Bürgerlichkeit in den Zeitromanen Theodor Fontanes" (1992), Paderborn
  14. Horstenkamp-Strake, Ulrike, "Daß die Zärtlichkeit noch barbarischer zwingt, als Tyrannenwut!“ Autorität und Familie im deutschen Drama" (1995)
  15. Kircher, Hartmut, "Heinrich von Kleist. Das Erdbeben von Chili, Die Marquise von O....: Interpretation" (1992)
  16. Mecklenburg, Novert, "Theodor Fontane. Romakunst der Vielstimmigkeit" (1998)
  17. Müller-Salget, Klaus, "Neue Aufsätze und Essays 1966-1978" (1981)
  18. Müller-Seidel, "Darmstadt, 166-199", ~
  19. Nave-Herz, Rosemarie, "Ehe- und Familiensoziologie. Eine Einführung in Geschichte, theoretische Ansätze und empirische Befunde" (2006)
  20. Peuckert, Rüdiger, "Familienformen im sozialen Wandel" (2002), und erweiterte Auflage
  21. Pfeiffer, Joachim, "Jahrbuch für internationale Germanistik Jg. 19", pp.36~53 (1987)
  22. Rieger, Bernd, "Geschlechterrollen und Familienstrukturen in den Erzählungen Heinrich von Kleists" (1985)
  23. Rosenbaum, Heidi, "Formen der Familie. Untersuchungen zum Zusammenhang von Familienverhältnissen, Sozialstruktur und sozialem Wandel in der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts" (1993)
  24. Saße, Günter, "Die aufgeklärte Familie. Untersuchungen zur Genese, Funktion und Realitätsbezogenheit des familialen Wertsystems im Drama der Aufklärung" (1988)
  25. Saße, Günter, "Die Ordnung der Gefühle. Das Drama der Liebesheirat im 18. Jahrhundert" (1996)
  26. Sørensen, Bengt Algot, "Herrschaft und Zärtlichkeit. Der Patriarchalismus und das Drama im 18. Jahrhundert" (1984)
  27. Vogel, Anke, "Über einige Dramen Kleists" (1996)
  28. Weber-Kellermann, Ingeborg, "Die Familie. Geschichte, Geschichten und Bilder" (1990)
  29. Yang, Taekyu, "Der Chinese in Fontanes Effi Briest als Diskurs der Alterität", 독일문학, 78, pp.364~381 (2001)

관련 논문AI추천

이 간행물의 다른 논문 (11건)