18세기 독일 드라마에 나타난 ‘시민가정’의 이상과 현실 - 레싱의 '에밀리아 갈로티'와 렌츠의 '가정교사'를 중심으로
Darstellung der bürgerlichen Familien in den deutschen Dramen des 18. Jahrhunderts
1
조회
0
다운로드
6
인용
0
참고문헌
키워드
초록
In dieser Arbeit wird untersucht, wie das Konzept der ‘bürgerlichen Familie’ inden deutschen Dramen des 18. Jahrhunderts etwa Lessings Emilia Galotti (1772)und Lenzens Der Hofmeister oder die Vorteile der Privaterziehung (1774)dargestellt wird. Literarische Werke können sich zu den Leitbildern und gesellschaftlichen Realitäten wie denen der bürgerlichen Familie affirmativ oderkritisch verhalten. Vor allem setzen sich kritische Werke in mimetischer Reflexionmit den vorherrschenden Werten der Gesellschaft auseinander und stellen dadurchdie potentiellen Probleme und Konflikte der herrschenden Werte auf die Probe. Lessings Drama Emilia Galotti zeigt eine patriarchalisch aufgebauteKleinfamilie, die das Glück der Tochter verfolgt, sie letztendlich aber ins Unglückbringt. Der Vater Odoardo sieht die Welt zweigeteilt in den unmoralischenaußerfamiliären und den tugendhaften Bereich der Familie. Zunächst erwartet ermit der Entscheidung seiner Tochter die Erfüllung seiner Vorstellung einesGesellschaft abgewandten Familienideals. Als aber Emilia von dem Prinzenentführt wird, zeigt sich die Ohnmacht seiner Tugendkonzeption. Diepatriarchalische Dominanz des Vaters hindert auch Emilia an der Ausbildungeigener Wert- und Lebensvorstellungen, so dass sie nicht mehr in der Lage ist, indem außerfamiliären Raum ihre Sinnlichkeit zu beherrschen. Im Drama wird dieUnmöglichkeit der autonomen, von der Gesellschaft abgesonderten tugendhaftenExistenz im Binnenraum der Familie in Szene gesetzt. Mit Emilias Tod führtLessing jene Konflikte vor Augen, die in dem Konzept der bürgerlichen Familieselbst angelegt sind. Lenzens Drama Der Hofmeister enthält die Kritik an der Institution desHofmeisters der ‘Sturm und Drang’-Zeit als wichtiges Bestandteil. Imfunktionellen Kontext des Dramas ist das Motiv des Hofmeisters aber derFamilienthematik untergeordnet. Die letzten Akte werden vor allem durch dievielen Vater-Kind Konstellationen dominiert, in denen es zu vorübergehendenStörungen kommt, die aber schließlich durch Versöhnung beseitigt werden. Dabeifunktioniert das Modell der biblischen Parabel vom verlorenen Sohn als Muster fürspannungsreiche Vater-Kind Konstellationen. Im Hofmeister aber richtet sich derVaterzorn gegen ein falsches, mit Vorurteilen behaftetes Bild von den Kindern. DieSöhne rebellieren nicht gegen die Väter, stattdessen unterwerfen sie sich ihrenVätern selbstlos und ohne Vorwurf. Die Väter versöhnen sich wegen der wiedergewonnenen gesellschaftlichen Reputation der Söhne. Die gesellschaftlicheHarmonie wird sogar durch den grotesken Akt der Selbstkastration Läuffers undseine standesgemäße Ehe mit der Bauerntochter wiederhergestellt. Dieseszwanghafte Bedürfnis nach Harmonie offenbart etwas Problemverdrängendes undKonfliktvermeidendes, wodurch die gesellschaftskritische Dimension des Stücksaufgezeigt wird. Zusammenfassend lässt sich schlussfolgern, dass die beidenWerke mit dem Konzept der bürgerlichen Familie kritisch umgehen.
Abstract
In dieser Arbeit wird untersucht, wie das Konzept der ‘bürgerlichen Familie’ inden deutschen Dramen des 18. Jahrhunderts etwa Lessings Emilia Galotti (1772)und Lenzens Der Hofmeister oder die Vorteile der Privaterziehung (1774)dargestellt wird. Literarische Werke können sich zu den Leitbildern und gesellschaftlichen Realitäten wie denen der bürgerlichen Familie affirmativ oderkritisch verhalten. Vor allem setzen sich kritische Werke in mimetischer Reflexionmit den vorherrschenden Werten der Gesellschaft auseinander und stellen dadurchdie potentiellen Probleme und Konflikte der herrschenden Werte auf die Probe. Lessings Drama Emilia Galotti zeigt eine patriarchalisch aufgebauteKleinfamilie, die das Glück der Tochter verfolgt, sie letztendlich aber ins Unglückbringt. Der Vater Odoardo sieht die Welt zweigeteilt in den unmoralischenaußerfamiliären und den tugendhaften Bereich der Familie. Zunächst erwartet ermit der Entscheidung seiner Tochter die Erfüllung seiner Vorstellung einesGesellschaft abgewandten Familienideals. Als aber Emilia von dem Prinzenentführt wird, zeigt sich die Ohnmacht seiner Tugendkonzeption. Diepatriarchalische Dominanz des Vaters hindert auch Emilia an der Ausbildungeigener Wert- und Lebensvorstellungen, so dass sie nicht mehr in der Lage ist, indem außerfamiliären Raum ihre Sinnlichkeit zu beherrschen. Im Drama wird dieUnmöglichkeit der autonomen, von der Gesellschaft abgesonderten tugendhaftenExistenz im Binnenraum der Familie in Szene gesetzt. Mit Emilias Tod führtLessing jene Konflikte vor Augen, die in dem Konzept der bürgerlichen Familieselbst angelegt sind. Lenzens Drama Der Hofmeister enthält die Kritik an der Institution desHofmeisters der ‘Sturm und Drang’-Zeit als wichtiges Bestandteil. Imfunktionellen Kontext des Dramas ist das Motiv des Hofmeisters aber derFamilienthematik untergeordnet. Die letzten Akte werden vor allem durch dievielen Vater-Kind Konstellationen dominiert, in denen es zu vorübergehendenStörungen kommt, die aber schließlich durch Versöhnung beseitigt werden. Dabeifunktioniert das Modell der biblischen Parabel vom verlorenen Sohn als Muster fürspannungsreiche Vater-Kind Konstellationen. Im Hofmeister aber richtet sich derVaterzorn gegen ein falsches, mit Vorurteilen behaftetes Bild von den Kindern. DieSöhne rebellieren nicht gegen die Väter, stattdessen unterwerfen sie sich ihrenVätern selbstlos und ohne Vorwurf. Die Väter versöhnen sich wegen der wiedergewonnenen gesellschaftlichen Reputation der Söhne. Die gesellschaftlicheHarmonie wird sogar durch den grotesken Akt der Selbstkastration Läuffers undseine standesgemäße Ehe mit der Bauerntochter wiederhergestellt. Dieseszwanghafte Bedürfnis nach Harmonie offenbart etwas Problemverdrängendes undKonfliktvermeidendes, wodurch die gesellschaftskritische Dimension des Stücksaufgezeigt wird. Zusammenfassend lässt sich schlussfolgern, dass die beidenWerke mit dem Konzept der bürgerlichen Familie kritisch umgehen.
참고문헌 (31)
- Lenz, Jakob Michael Reinhold, "Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung" (2009), Suhrkamp
- Lessing, Gotthold Ephraim, "Emilia Galotti. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen" (2009)
- Lessing, Gotthold Ephraim, "Hamburgische Dramaturgie" (1981)
- 권혁준, "계몽주의 초기소설에서의 격정의 제어 문제 - 겔러트의 『스웨덴 백작부인 G의 일생』을 중심으로", 독일문학, 49(3), pp.28~53 (2008), 한국독어독문학회
- 안진태, "가족극 관점에서 본 레싱의 에밀리아 갈로티", 독일문학, 71, pp.21~49 (1999)
- 장순란, "레싱의 독일비극 에밀리아 갈로티", 독일문학, 54, pp.29~60 (1994)
- 최정옥, "라인홀트 렌츠의 가정교사의 현대성", 뷔히너와현대문학, 15, pp.237~260 (2000)
- Anz, Thomas, Kanz, "Christine: Familie und Geschlechterrollen in der neueren deutschen Literaturgeschichte. Fragestellungen, Forschungsergebnisse und Untersuchungsperspektiven", Jahrbuch für Internationale Germanistik, 1, pp.19~44 (2000)
- Brunner, Otto, "Familie und Gesellschaft", pp.23~56 (1966)
- Butler, Judith, "Das Unbehagen der Geschlechter" (2003)
- Fick, Monika, "Lessing-Handbuch" (2010)
- Fuhs, Burkhard, "Handbuch Familie", pp.17~35 (2007)
- Gestrich, Andreas, "Geschichte der Familie im 19. und 20. Jahrhundert" (1999)
- Greis, Jutta, "Drama Liebe. Zur Entstehungsgeschichte der modernen Liebe im Drama des 18. Jahrhunderts" (1991)
- Hassel, Ursular, "Familie als Drama. Studien zu einer Thematik im bürgerlichen Trauerspiel, Wiener Volkstheater und kritischen Volksstück" (2002)
- Horstenkamp-Strake, Ulrike, "Autorität und Familie im deutschen Drama" (1995)
- Lorey, Christoph, "Lessings Familienbild im Wechselbereich von Gesellschaft und Individuum" (1992)
- Luserke, Matthias, "Jakob Michael Reinhold Lenz: Der Hofmeister; Der neue Menoza; Die Soldaten" (1993), W. Fink
- Martens, Wolfgang, "Die Botschaft der Tugend: Die Aufklärung im Spiegel der deutschen moralischen Wochenschriften" (1968)
- Nave-Herz, Rosemarie, "Ehe- und Familiensoziologie. Eine Einführung in Geschichte, theoretische Ansätze und empirische Befunde" (2006)
- Neuß, Raimund, "Tugend und Toleranz. Die Krise der Gattung Märtyrerdrama im 18. Jahrhundert" (1989)
- Peuckert, Rüdiger, "Familienformen im sozialen Wandel" (2002)
- Rosenbaum, Heidi, "Formen der Familie. Untersuchungen zum Zusammenhang von Familienverhältnissen, Sozialstruktur und sozialem Wandel in der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts" (1993)
- Saße, Günter, "Die aufgeklärte Familie. Untersuchungen zur Genese, Funktion und Realitätsbezogenheit des familialen Wertsystems im Drama der Aufklärung" (1988)
- Saße, Günter, "Die Ordnung der Gefühle. Das Drama der Liebesheirat im 18. Jahrhundert" (1996)
- Schöne, Albrecht, "Säkularisation als sprachbildende Kraft. Studien zur Dichtung deutscher Pfarrersöhne" (1968)
- Sørensen, Bengt Algot, "Herrschaft und Zärtlichkeit - Der Patriarchalismus und das Drama im 18. Jahrhundert" (1984)
- Vonhausen, Astrid, "Rolle und Individualität: zur Funktion der Familie in Lessings Dramen" (1993)
- Weber-Kellermann, Ingeborg, "Die Familie. Geschichte, Geschichten und Bilder" (1990)
- Wiese, Benno von, "Deutsche Tragödie von Lessing bis Hebbel" (1973)
- Wurst, Karin, "Familiale Liebe ist die ‘Wahre Gewalt’. Die Repräsentation der Familie in G. E. Lessings dramatischem Werk" (1988)
