토마스 만의 『부덴브로크가의 사람들』과 염상섭의 『삼대』 비교 - 인물 유형을 중심으로 -
Eine komparatistische Studie über Thomas Manns 『Buddenbrooks』 und Yeom Sang-Seops 『Drei Generationen』 - In Bezug auf den Typus der Figuren
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In dem vorliegenden Beitrag werden in einer komparatistischen Studie Thomas Manns 『Buddenbrooks』 und Yeom Sang-Seops 『Drei Generationen』 kritisch betrachtet. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf der Darstellung des Verfalls einer Familie. Zunächst werden, um diese Werke zu analysiern, die Figuren in drei verschiedene Typen unterschieden. Um es kurz zu sagen, sind das der traditionell-orientierte Typus, der Übergangsphase-orientierte Typus und der neue personale Typus. Dann werden vor allem der in geistiger Hinsicht steigernde Prozess durch den Verfall und Tod in den 『Buddenbrooks』 und die Harmonie und Integration zwischen den Generationen und Klassen in den 『Drei Generationen』 behandelt. Thomas Mann verbrachte seine Jugend in der dekadenten Stimmung Ende des 19. Jahrhunderts. So handeln seine frühen Werke ohne Ausnahme von Leben und Tod. Der Roman 『Buddenbrooks』 zeigt den Niedergang einer Lübecker Patrizierfamilie im Verlauf von vier Generationen, eine schier unaufhaltsame Zerstörung solider Lebensbasis und vitaler Geschäftigkeit. Der Untertitel “Verfall einer Familie” deutet bereits darauf hin, dass das Geschehen in den Buddenbrooks einen historischen Prozess repräsentiert. Ihr Abstieg ist typisch für die Auflösung einer ganzen Gesellschaftsordnung, einer europäischen Ära, die politisch und kulturell im Zeichen des Bürgers stand, des vor-industriellen Bourgeois. Der Roman 『Drei Generationen』 von Yeom Sang-Seop zeigt den geistigen Konflikt zwischen Generationen sowie das stetig wechselnde Familienschicksal. 1905 wurde Korea zum japanischen Protektorat und 1910 vollständig als Kolonie in das Japanische Kaiserreich unter Annexion eingegliedert. Damit begannen 36 Jahre japanischer Kolonialherrschaft. Der Roman spielt vor dem Hintergrund des koreanischen Widerstands. Vor allem in den 20-30er Jahren war der Widerstand am stärksten. Darum zeigt dieses Werk von selbst den Charakter des Gesellschaftsromans. Das Thema des Verfalls darf jedoch nicht nur als biologische Determiniertheit verstanden werden, sondern erweist sich auch als kompliziertes psychologisches und gesellschaftliches Phänomen; Verfall bedeutet Niedergang und Steigerung zugleich. Der Verfall vollzieht sich zunächst nicht in großen Ereignissen, sondern in geringfügigen Einzelheiten. Das Wort “Verfall” hat hier für Thomas Mann nicht absolut negative Bedeutung, es ist eher ein vieldeutiger Begriff, der auch konstruktiven Inhalt birgt. Mit dem biologischen und gesellschaftlichen Verfall der Buddenbrooks schreitet die Entwicklung ihrer geistigen und künstlerischen Empfindsamkeit einher. Je schwächer der “Lebenswille” der letzten Nachkommen der Familie wird, um so größer werden ihre geistigen und künstlerischen Möglichkeiten. Auf der andern Seite schildert Yeom Sang-Seop die erste Generation als gesunde bürgerliche Figuren, die zweite Generation d. h. die Vatergeneration als negative Figuren, letztlich die dritte Generation als Realisten. Dennoch erleichtert der Autor durch die Anlage von ambivalenten Charakteren die Konflikte zwischen den Familienmitgliedern.
Abstract
In dem vorliegenden Beitrag werden in einer komparatistischen Studie Thomas Manns 『Buddenbrooks』 und Yeom Sang-Seops 『Drei Generationen』 kritisch betrachtet. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf der Darstellung des Verfalls einer Familie. Zunächst werden, um diese Werke zu analysiern, die Figuren in drei verschiedene Typen unterschieden. Um es kurz zu sagen, sind das der traditionell-orientierte Typus, der Übergangsphase-orientierte Typus und der neue personale Typus. Dann werden vor allem der in geistiger Hinsicht steigernde Prozess durch den Verfall und Tod in den 『Buddenbrooks』 und die Harmonie und Integration zwischen den Generationen und Klassen in den 『Drei Generationen』 behandelt. Thomas Mann verbrachte seine Jugend in der dekadenten Stimmung Ende des 19. Jahrhunderts. So handeln seine frühen Werke ohne Ausnahme von Leben und Tod. Der Roman 『Buddenbrooks』 zeigt den Niedergang einer Lübecker Patrizierfamilie im Verlauf von vier Generationen, eine schier unaufhaltsame Zerstörung solider Lebensbasis und vitaler Geschäftigkeit. Der Untertitel “Verfall einer Familie” deutet bereits darauf hin, dass das Geschehen in den Buddenbrooks einen historischen Prozess repräsentiert. Ihr Abstieg ist typisch für die Auflösung einer ganzen Gesellschaftsordnung, einer europäischen Ära, die politisch und kulturell im Zeichen des Bürgers stand, des vor-industriellen Bourgeois. Der Roman 『Drei Generationen』 von Yeom Sang-Seop zeigt den geistigen Konflikt zwischen Generationen sowie das stetig wechselnde Familienschicksal. 1905 wurde Korea zum japanischen Protektorat und 1910 vollständig als Kolonie in das Japanische Kaiserreich unter Annexion eingegliedert. Damit begannen 36 Jahre japanischer Kolonialherrschaft. Der Roman spielt vor dem Hintergrund des koreanischen Widerstands. Vor allem in den 20-30er Jahren war der Widerstand am stärksten. Darum zeigt dieses Werk von selbst den Charakter des Gesellschaftsromans. Das Thema des Verfalls darf jedoch nicht nur als biologische Determiniertheit verstanden werden, sondern erweist sich auch als kompliziertes psychologisches und gesellschaftliches Phänomen; Verfall bedeutet Niedergang und Steigerung zugleich. Der Verfall vollzieht sich zunächst nicht in großen Ereignissen, sondern in geringfügigen Einzelheiten. Das Wort “Verfall” hat hier für Thomas Mann nicht absolut negative Bedeutung, es ist eher ein vieldeutiger Begriff, der auch konstruktiven Inhalt birgt. Mit dem biologischen und gesellschaftlichen Verfall der Buddenbrooks schreitet die Entwicklung ihrer geistigen und künstlerischen Empfindsamkeit einher. Je schwächer der “Lebenswille” der letzten Nachkommen der Familie wird, um so größer werden ihre geistigen und künstlerischen Möglichkeiten. Auf der andern Seite schildert Yeom Sang-Seop die erste Generation als gesunde bürgerliche Figuren, die zweite Generation d. h. die Vatergeneration als negative Figuren, letztlich die dritte Generation als Realisten. Dennoch erleichtert der Autor durch die Anlage von ambivalenten Charakteren die Konflikte zwischen den Familienmitgliedern.
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