Thomas Manns Roman Buddenbrooks als Familienroman - Unter besonderer Berücksichtigung deren Gattungsgeschichte
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초록
Im 19. Jahrhundert hatte das Bürgertum seine bestimmende Position in derGesellschaft zu sichern. Seine Strategien drücken sich in der Familienchronikexemplarisch aus. Die Familie bzw. Familienchronik gehörte auch in der Literaturdes bürgerlichen Zeitalters zu den beliebtesten Stoffen und wurde von vielenAutoren als sehr konstruktive Erzählmomente aufgegriffen. Vor allem die privateFamiliengeschichte Thomas Manns bzw. seine Familienpapiere liegen demVerfallsroman Buddenbrooks zugrunde. Die Familienchronik dient in diesem Werkals formbildendes Fundament für das Erzählen der Figuren und Episoden sowiefür die Symbolisierung des patrizischen Bürgertums, dessen Auf- und Untergangam Beispiel der allmählichen Auflösung einer traditionsreichen Familie gezeigtwird. - Mit dem Roman Buddenbrooks erreichte wohl der Familienroman alsliterarische Gattung seinen Höhepunkt. Danach schien er fast aus der Mode zugeraten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Familienroman lange alsobsoletes Genre bewertet. Die Tendenz blieb noch in den 60er/70er Jahren, woder Eltern-Kinder-Konflikt in Bezug auf die Schuldfrage der NS-Vergangenheitdas Hauptthema der Familiengeschichte darstellte. Seit der Jahrtausendwendeaber erlebt der Familienroman wieder einen neuen Aufschwung. Interessant istdabei, dass die gegenwärtigen Familienromane solche Generationenerzählungensind, welche in der Gedächtniskultur der 1990er Jahre die diachrone Dimensiondes Generationenbegriffs ins Spiel bringen. Insgesamt kann es gesagt werden:Während die Familiengeschichte im Thomas Manns Roman Buddenbrooks einechronologische Werdensgeschichte sowohl des Ichs also auch der Familie ist,erscheinen die gegenwärtigen Familienromanen tendenziell als Erinnerungsgeschichtedes individuellen Gewordenseins.
Abstract
Im 19. Jahrhundert hatte das Bürgertum seine bestimmende Position in derGesellschaft zu sichern. Seine Strategien drücken sich in der Familienchronikexemplarisch aus. Die Familie bzw. Familienchronik gehörte auch in der Literaturdes bürgerlichen Zeitalters zu den beliebtesten Stoffen und wurde von vielenAutoren als sehr konstruktive Erzählmomente aufgegriffen. Vor allem die privateFamiliengeschichte Thomas Manns bzw. seine Familienpapiere liegen demVerfallsroman Buddenbrooks zugrunde. Die Familienchronik dient in diesem Werkals formbildendes Fundament für das Erzählen der Figuren und Episoden sowiefür die Symbolisierung des patrizischen Bürgertums, dessen Auf- und Untergangam Beispiel der allmählichen Auflösung einer traditionsreichen Familie gezeigtwird. - Mit dem Roman Buddenbrooks erreichte wohl der Familienroman alsliterarische Gattung seinen Höhepunkt. Danach schien er fast aus der Mode zugeraten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Familienroman lange alsobsoletes Genre bewertet. Die Tendenz blieb noch in den 60er/70er Jahren, woder Eltern-Kinder-Konflikt in Bezug auf die Schuldfrage der NS-Vergangenheitdas Hauptthema der Familiengeschichte darstellte. Seit der Jahrtausendwendeaber erlebt der Familienroman wieder einen neuen Aufschwung. Interessant istdabei, dass die gegenwärtigen Familienromane solche Generationenerzählungensind, welche in der Gedächtniskultur der 1990er Jahre die diachrone Dimensiondes Generationenbegriffs ins Spiel bringen. Insgesamt kann es gesagt werden:Während die Familiengeschichte im Thomas Manns Roman Buddenbrooks einechronologische Werdensgeschichte sowohl des Ichs also auch der Familie ist,erscheinen die gegenwärtigen Familienromanen tendenziell als Erinnerungsgeschichtedes individuellen Gewordenseins.
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