“Wie wäre es, mit der Übersetzung zu beginnen?” Translationalität als poetisches Prinzip-Zu Tawadas Laudatio auf Uljana Wolf und Kafka Kaikoku
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In meinem Beitrag gehe ich dem Übersetzen als literarischer Schreibweise bei Yoko Tawada und Uljana Wolf nach. Tawadas bezieht sich häufig auf das Übersetzen, das ihren Texten nicht nur genetisch zugrunde liegt. Es wird vielfach explizit thematisiert oder als Schreibweise sui generis praktiziert. Nachdem ich zunächst eine Klassifikation unterschiedlicher Ausformungen von Translationalität in den Texten Tawadas vorgenommen habe, widme ich mich zwei unterschiedlichen Beispielen von translationalem Schreiben in ihrem Werk. Im ersten Text setzt sich Tawada mit Translationalität als Schreibweise bei der eine Generation jüngeren, auf Deutsch schreibenden und aus dem Polnischen und dem Englischen bzw. ins Englische übersetzenden Autorin Uljana Wolf auseinander und entwickelt an ihrem Beispiel das Plädoyer für einen lustvollen (sprachlichen) Umgang mit dem Körper der Anderen (Sprache), eine Art Homopoetik. Diesen Ansatz versuche ich durch einen Seitenblick auf ein von Tawada nicht einbezogenes Übersetzungsprojekt, das Wolf mit ihrem Mann, dem amerikanischen Lyriker Christian Hawkey realisiert hat, Sonne from Ort (2012), noch weiter zu denken. In dem zweiten Text, den ich diskutiere, setzt Tawada sich mit Kafkas Die Verwandlung (1912) auseinander. In ihrem Theaterstück Kafka kaikoku (2011) kann sie diesen Archetext der modernen Weltliteratur nicht nur im kritischen Licht der Verwandlung der japanischen Gesellschaft seit der sogenannten Öffnung (kaikoku) neu auslegen. Sie arbeitet auch erneut den untrennbaren Zusammenhang von Körper und Sprache und deren Verwandlung im Übersetzen heraus und schafft damit ein neues originelles Beispiel von Translationalität als dichterischer Schreibweise.
Abstract
In meinem Beitrag gehe ich dem Übersetzen als literarischer Schreibweise bei Yoko Tawada und Uljana Wolf nach. Tawadas bezieht sich häufig auf das Übersetzen, das ihren Texten nicht nur genetisch zugrunde liegt. Es wird vielfach explizit thematisiert oder als Schreibweise sui generis praktiziert. Nachdem ich zunächst eine Klassifikation unterschiedlicher Ausformungen von Translationalität in den Texten Tawadas vorgenommen habe, widme ich mich zwei unterschiedlichen Beispielen von translationalem Schreiben in ihrem Werk. Im ersten Text setzt sich Tawada mit Translationalität als Schreibweise bei der eine Generation jüngeren, auf Deutsch schreibenden und aus dem Polnischen und dem Englischen bzw. ins Englische übersetzenden Autorin Uljana Wolf auseinander und entwickelt an ihrem Beispiel das Plädoyer für einen lustvollen (sprachlichen) Umgang mit dem Körper der Anderen (Sprache), eine Art Homopoetik. Diesen Ansatz versuche ich durch einen Seitenblick auf ein von Tawada nicht einbezogenes Übersetzungsprojekt, das Wolf mit ihrem Mann, dem amerikanischen Lyriker Christian Hawkey realisiert hat, Sonne from Ort (2012), noch weiter zu denken. In dem zweiten Text, den ich diskutiere, setzt Tawada sich mit Kafkas Die Verwandlung (1912) auseinander. In ihrem Theaterstück Kafka kaikoku (2011) kann sie diesen Archetext der modernen Weltliteratur nicht nur im kritischen Licht der Verwandlung der japanischen Gesellschaft seit der sogenannten Öffnung (kaikoku) neu auslegen. Sie arbeitet auch erneut den untrennbaren Zusammenhang von Körper und Sprache und deren Verwandlung im Übersetzen heraus und schafft damit ein neues originelles Beispiel von Translationalität als dichterischer Schreibweise.
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