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„Wundgelesenes“. Dichtung und Übersetzung bei Yoko Tawada und Paul Celan - Übersetzungskritische Betrachtungen

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주제분류기타인문학

초록

Die vorliegende Studie untersucht die enge Beziehung zwischen Dichtung und Übersetzung bei Yoko Tawada und Paul Celan, um deren Bedeutung in der Geschichte der Übersetzung zu klären und in der heutigen Strömung der „Weltliteratur“ bestimmen. Tawada ist schon früh aufgefallen, dass in der japanischen Übersetzung von Celans Gedichten das Radikal „Tor“ häufig auftaucht, was europäische Leser nicht bemerken können. In diesem Kontext habe ich eine interessante Tatsache gefunden, als ich Tawadas neuen Roman Paul Celan und der chinesische Engel ins Japanische übersetzte: Man begegnet oft nicht nur dem Wort „Loch“ sondern auch chinesischen Schriftzeichen, die das Radikal „Krone aus dem Loch“ enthalten. „Tor“ und „Loch“ sind zwar ganz verschiedene Bilder, haben aber dennoch das Eine gemeinsam, dass die Sprache durch sie hindurch hin- und zurückkehren kann. Deswegen spielt „Loch“ eine entscheidende Rolle in Tawadas Poetik der Dichtung und des Übersetzens. In der zweiten Hälfte der Studie analysiere ich vom Standpunkt der Übersetzungskritik insbesondere die Antinomie zwischen „Schönheit“ und „Wahrheit“ am Beispiel von Dickinsons Gedicht „I died for beauty“ im Vergleich mit dessen Übersetzung durch Celan. Mal erscheint „Wahrheit“ beim Übersetzen als Wörtlichkeit oder Treue zum Original, dann wieder als unsichtbares Herz des Gedichts. So gibt es zwei verschiedene Arten von Wahrheit. Wir müssen also versuchen, dazwischen einen idealen Punkt zu finden, wo sie der Schönheit begegnen können.

Abstract

Die vorliegende Studie untersucht die enge Beziehung zwischen Dichtung und Übersetzung bei Yoko Tawada und Paul Celan, um deren Bedeutung in der Geschichte der Übersetzung zu klären und in der heutigen Strömung der „Weltliteratur“ bestimmen. Tawada ist schon früh aufgefallen, dass in der japanischen Übersetzung von Celans Gedichten das Radikal „Tor“ häufig auftaucht, was europäische Leser nicht bemerken können. In diesem Kontext habe ich eine interessante Tatsache gefunden, als ich Tawadas neuen Roman Paul Celan und der chinesische Engel ins Japanische übersetzte: Man begegnet oft nicht nur dem Wort „Loch“ sondern auch chinesischen Schriftzeichen, die das Radikal „Krone aus dem Loch“ enthalten. „Tor“ und „Loch“ sind zwar ganz verschiedene Bilder, haben aber dennoch das Eine gemeinsam, dass die Sprache durch sie hindurch hin- und zurückkehren kann. Deswegen spielt „Loch“ eine entscheidende Rolle in Tawadas Poetik der Dichtung und des Übersetzens. In der zweiten Hälfte der Studie analysiere ich vom Standpunkt der Übersetzungskritik insbesondere die Antinomie zwischen „Schönheit“ und „Wahrheit“ am Beispiel von Dickinsons Gedicht „I died for beauty“ im Vergleich mit dessen Übersetzung durch Celan. Mal erscheint „Wahrheit“ beim Übersetzen als Wörtlichkeit oder Treue zum Original, dann wieder als unsichtbares Herz des Gedichts. So gibt es zwei verschiedene Arten von Wahrheit. Wir müssen also versuchen, dazwischen einen idealen Punkt zu finden, wo sie der Schönheit begegnen können.

참고문헌 (13)

  1. Berman, Antoine, "Pour une critique des traductions: John Donne" (1955)
  2. Betsumiya, Sadanori, "Honyaku to Hihyō (Übersetzung und Kritik)" (1985)
  3. Buck, Theo, "Muttersprache, Mördersprache. Celan-StudienⅠ" (1993)
  4. Celan, Paul, "Die Gedichte. Neue kommentierte Gesamtausgabe. Mit 25Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange" (2018)
  5. Celan, Paul, "Gesammelte Werke in sieben Bänden. Bd.3" (2000)
  6. Dickinson, Emily, "The Complete Poems of Emily Dickinson" (1961)
  7. Faller, Adolf, "Der Körper des Menschen. Einführung in Bau und Funktion" (1966)
  8. Kaiser, Therese, "Found in translation. Paul Celan im Dialog mit Emily Dickinson" (2012)
  9. Keats, John, "The Poems of John Keats" (1905)
  10. Tawada, "Ansichten und Auskünfte zur deutschen Literatur nach 1945, Text und Kritik-Sonderband", pp.179~186 (1995)
  11. 54. Paul Celan, "Text und Kritik. 53", pp.2000, Tawada, Yoko
  12. Tawada, Yoko, "Paul Celan und der chinesische Engel" (2020)
  13. Tawada, Yoko, "Japanische Übersetzt und kommentiert von Hiroaki Sekiguchi" (2023)

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