언어의 몸성과 “의미의 열림으로”의 글쓰기 - 요코 타와다의 예
Jenseits der Grenzen: Leiblichkeit der Sprache und die Offenheit des Sinns bei Yoko Tawada
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초록
In diesem Beitrag wird versucht, die Leiblichkeit der Sprache und die Offenheit des Sinns am Beispiel von Yoko Tawada darzulegen und ihr Schreiben im Hinblick auf ihre Aussage “von der Muttersprache zur Sprachmutter” zu betrachten. Tawada zählt heute in Deutschland zu einer der bedeutendsten Autoren, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Die in Tokyo geborene Tawada ist 1982 nach Deutschland gekommen, schreibt in deutscher und japanischer Sprache, und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Im ersten Kapitel wird zur Einführung die Frage nach dem Schreiben in einer fremden Sprache gestellt und dabei die Problematik im Bezug auf die Identität der Sprache bzw. der Muttersprache dargelegt. Im zweiten Kapitel wird die Leiblichkeit der Sprache betrachtet. Dabei spielen die Zunge und die Haut eine wichtige Rolle, um die Welt wahrzunehmen. Tawada versucht nicht mit den Augen sondern mit der Zunge, die Welt wahrzunehmen, weil sie meint, diese Grenze zwischen Betrachter und Objekt dadurch überschreiten zu können, wenn die Zunge Europa schmeckt und Europa spricht. Für Tawada spielt auch die Haut eine große Rolle, um die Grenze zu überschreiten, weil die Haut eine Membran ist, die diese Welt von jener Welt trennt. Der Satz erinnert an den folgenden von Barthes: “Die Sprache ist eine Haut: ich reibe meine Sprache an einer anderen. So als hätte ich Worte anstelle von Fingern oder Finger an den Enden meiner Worte. Meine Sprache zittert vor Begierde.” Im dritten Teil wird die Offenheit des Sinnes bei Tawada untersucht, vor alledie Offenheit der Bedeutung und des Sinnes in ihrer Poetik. Beim Sprechen und Schreiben in der Muttersprache kann das Zurückfallen in vorgefertigte Strukturen und eine Verengung der Wahrnehmung drohen, was in den folgenden Sätzen zum Ausdruck kommt: “Ich ekelte mich oft vor Menschen, die fließend ihre Muttersprache sprachen” oder “In der Muttersprache sind die Worte den Menschen angeheftet, so dass man selten spielerische Freude an der Sprache empfinden kann”. Demgegenüber kann das Schreiben in einer fremden Sprache einen immer neuen Blick und wechselseitige Fremdheit schaffen: dadurch werden Denk- und Wahrnehmungsstrukturen entgrenzt, erweitert und bereichert. Im vierten Teil wird die Auseinandersetzung mit “dem Fremden in mir” erläutert. Darüber hinaus wird grundsätzlich die Frage aufgeworfen, was Muttersprache und Heimat in einem globalisierten Zeitalter bedeuten. Kann man überhaupt in der Muttersprache seine Gefühle authentisch ausdrücken und in einer Fremdsprache nicht? Tawada stellt aber fest, dass es auch in ihrer Muttersprache keine Worte gab, die ihren Gefühlen entsprachen. Im fünften Teil wird als Schlusswort die Mehrdeutigkeit der literarischen Sprache erläutert. Sie gestaltet einen Raum, in dem unterschiedliche Denkweisen nebeneinander existieren können. Sie ermöglicht auch das spielerische Ausloten von Distanzen, von Differenzen. Dadurch können Wahrnehmungsvielfalt und die Offenheit des Sinns geschaffen werden.m
Abstract
In diesem Beitrag wird versucht, die Leiblichkeit der Sprache und die Offenheit des Sinns am Beispiel von Yoko Tawada darzulegen und ihr Schreiben im Hinblick auf ihre Aussage “von der Muttersprache zur Sprachmutter” zu betrachten. Tawada zählt heute in Deutschland zu einer der bedeutendsten Autoren, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Die in Tokyo geborene Tawada ist 1982 nach Deutschland gekommen, schreibt in deutscher und japanischer Sprache, und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Im ersten Kapitel wird zur Einführung die Frage nach dem Schreiben in einer fremden Sprache gestellt und dabei die Problematik im Bezug auf die Identität der Sprache bzw. der Muttersprache dargelegt. Im zweiten Kapitel wird die Leiblichkeit der Sprache betrachtet. Dabei spielen die Zunge und die Haut eine wichtige Rolle, um die Welt wahrzunehmen. Tawada versucht nicht mit den Augen sondern mit der Zunge, die Welt wahrzunehmen, weil sie meint, diese Grenze zwischen Betrachter und Objekt dadurch überschreiten zu können, wenn die Zunge Europa schmeckt und Europa spricht. Für Tawada spielt auch die Haut eine große Rolle, um die Grenze zu überschreiten, weil die Haut eine Membran ist, die diese Welt von jener Welt trennt. Der Satz erinnert an den folgenden von Barthes: “Die Sprache ist eine Haut: ich reibe meine Sprache an einer anderen. So als hätte ich Worte anstelle von Fingern oder Finger an den Enden meiner Worte. Meine Sprache zittert vor Begierde.” Im dritten Teil wird die Offenheit des Sinnes bei Tawada untersucht, vor alledie Offenheit der Bedeutung und des Sinnes in ihrer Poetik. Beim Sprechen und Schreiben in der Muttersprache kann das Zurückfallen in vorgefertigte Strukturen und eine Verengung der Wahrnehmung drohen, was in den folgenden Sätzen zum Ausdruck kommt: “Ich ekelte mich oft vor Menschen, die fließend ihre Muttersprache sprachen” oder “In der Muttersprache sind die Worte den Menschen angeheftet, so dass man selten spielerische Freude an der Sprache empfinden kann”. Demgegenüber kann das Schreiben in einer fremden Sprache einen immer neuen Blick und wechselseitige Fremdheit schaffen: dadurch werden Denk- und Wahrnehmungsstrukturen entgrenzt, erweitert und bereichert. Im vierten Teil wird die Auseinandersetzung mit “dem Fremden in mir” erläutert. Darüber hinaus wird grundsätzlich die Frage aufgeworfen, was Muttersprache und Heimat in einem globalisierten Zeitalter bedeuten. Kann man überhaupt in der Muttersprache seine Gefühle authentisch ausdrücken und in einer Fremdsprache nicht? Tawada stellt aber fest, dass es auch in ihrer Muttersprache keine Worte gab, die ihren Gefühlen entsprachen. Im fünften Teil wird als Schlusswort die Mehrdeutigkeit der literarischen Sprache erläutert. Sie gestaltet einen Raum, in dem unterschiedliche Denkweisen nebeneinander existieren können. Sie ermöglicht auch das spielerische Ausloten von Distanzen, von Differenzen. Dadurch können Wahrnehmungsvielfalt und die Offenheit des Sinns geschaffen werden.m
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