Kognition und Emotion der Sprache - Der kognitive und emotive Sprachkontrast am Beispiel des Deutschen und Koreanischen
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초록
In diesem Beitrag werden zwei Fragen gestellt. Die erste Frage lautet: Ist Deutsch relativ zum Koreanischen eine mehr oder weniger kognitive Sprache? Es stellt sich die zweite Frage: Ist Deutsch aus der koreanischsprachigen Sicht eine mehr oder weniger emotionale Sprache? Die Antworten auf beide Fragen zum Sprachkontrast des kognitiven und emotiven Charakters werden aufgrund der in dieser Arbeit vorgeschlagenen Definitionen von Kognition und Emotion der Sprache gesucht. Hier werden Kognition und Emotion der Sprache, also Sprachkognition und -Emotion jeweils wie folgt definiert: Sprachkognition - Umsetzung des (außer-)grammatischen Sprachwissens, besonders Realisierung morphosyntaktischer und semantischer Informationen; Sprachemotion - sprachliches Ausdrücken der affektiven Ebene, vorwiegend der Gefühle. Zum Ermessen der Sprachkognition kann die in beiden Sprachen Deutsch und Koreanisch als Bindewort funktionierende Wortklasse Konjunktion als eine Kognitionskategorie herangezogen werden, weil die Konjunktion bzw. der sogenannte Complementizer/Komplementierer die grammatische Information, d.h. die Satzform eines Hauptsatzes oder Nebensatzes und semantisch eine Proposition bezeichnet. Auf Grund der Definition von Sprachkognition und der Anerkennung des Komp(lementierer)s als eine Kognitionskategorie wird weiterhin der Vergleich der Anzahl dieser Komp-Kategorie der Konjunktionen im Deutschen und Koreanischen gezogen, um die Kognitivität, also den kognitiven Charakter beider Sprachen einzuschätzen. Die Anzahl von Konjunktionen im Deutschen beträgt 102 (Duden Online-Wörterbuch 06.05.2018); die im Koreanischen 67 (Kim 2003, 89). Mit der Feststellung dieses unübersehbaren zahlenmäßigen Unterschiedes (Deutsch:102 - Koreanisch:67 = 35) der Komp-Kognitionskategorien zwischen den beiden Sprachen kann behauptet werden, dass Deutsch eine mehr kognitive Sprache relativ zum Koreanischen ist; Koreanisch ist eine weniger kognitive Sprache als Deutsch. Die Definition von Sprachemotion besagt hier das linguistische Ausdrücken von Gefühlen. Unter Beachtung dieser Definition wird die Anzahl von Interjektionen, Vertreter von Emotions-Wortarten, Empfindungswörter im Deutschen und Koreanischen miteinander kontrastiert, damit die Emotionalität, also die emotionale Disposition beider Sprachen eingeschätzt werden kann. Die Treffer von deutschen Interjektionen sind 380 (Duden Online-Wörterbuch 11.05.2018). Im Koreanischen ergeben die Interjektionen 879 (Jeon 2012, 242). Auf Grundlage dieser auβerordentlich großen Differenz (Koreanisch:879 - Deutsch:380 = 499) der Anzahl innerhalb der Emotionskategorie in beiden Sprachen kann gefolgert werden, dass Deutsch eine sehr viel weniger emotionale Sprache als Koreanisch ist; Koreanisch ist eine sehr viel emotionalere Sprache als Deutsch. Quantitativ betrachtet, d.h. in der Relativität der Quantität der Kognitionskategorie Konjunktionen und Emotionskategorie Interjektionen beider Sprachen, ist die konkrete Ja-Antwort auf die Schlüsselfrage dieses Beitrages gefunden. Auf Basis der in dieser Pilotstudie vorgeschlagenen Definitionen von Sprachkognition und -Emotion ist Deutsch eine mehr kognitive und viel weniger emotionale Sprache im Vergleich zu Koreanisch; Koreanisch ist eine viel mehr emotionale und weniger kognitive Sprache relativ zu Deutsch.
Abstract
In diesem Beitrag werden zwei Fragen gestellt. Die erste Frage lautet: Ist Deutsch relativ zum Koreanischen eine mehr oder weniger kognitive Sprache? Es stellt sich die zweite Frage: Ist Deutsch aus der koreanischsprachigen Sicht eine mehr oder weniger emotionale Sprache? Die Antworten auf beide Fragen zum Sprachkontrast des kognitiven und emotiven Charakters werden aufgrund der in dieser Arbeit vorgeschlagenen Definitionen von Kognition und Emotion der Sprache gesucht. Hier werden Kognition und Emotion der Sprache, also Sprachkognition und -Emotion jeweils wie folgt definiert: Sprachkognition - Umsetzung des (außer-)grammatischen Sprachwissens, besonders Realisierung morphosyntaktischer und semantischer Informationen; Sprachemotion - sprachliches Ausdrücken der affektiven Ebene, vorwiegend der Gefühle. Zum Ermessen der Sprachkognition kann die in beiden Sprachen Deutsch und Koreanisch als Bindewort funktionierende Wortklasse Konjunktion als eine Kognitionskategorie herangezogen werden, weil die Konjunktion bzw. der sogenannte Complementizer/Komplementierer die grammatische Information, d.h. die Satzform eines Hauptsatzes oder Nebensatzes und semantisch eine Proposition bezeichnet. Auf Grund der Definition von Sprachkognition und der Anerkennung des Komp(lementierer)s als eine Kognitionskategorie wird weiterhin der Vergleich der Anzahl dieser Komp-Kategorie der Konjunktionen im Deutschen und Koreanischen gezogen, um die Kognitivität, also den kognitiven Charakter beider Sprachen einzuschätzen. Die Anzahl von Konjunktionen im Deutschen beträgt 102 (Duden Online-Wörterbuch 06.05.2018); die im Koreanischen 67 (Kim 2003, 89). Mit der Feststellung dieses unübersehbaren zahlenmäßigen Unterschiedes (Deutsch:102 - Koreanisch:67 = 35) der Komp-Kognitionskategorien zwischen den beiden Sprachen kann behauptet werden, dass Deutsch eine mehr kognitive Sprache relativ zum Koreanischen ist; Koreanisch ist eine weniger kognitive Sprache als Deutsch. Die Definition von Sprachemotion besagt hier das linguistische Ausdrücken von Gefühlen. Unter Beachtung dieser Definition wird die Anzahl von Interjektionen, Vertreter von Emotions-Wortarten, Empfindungswörter im Deutschen und Koreanischen miteinander kontrastiert, damit die Emotionalität, also die emotionale Disposition beider Sprachen eingeschätzt werden kann. Die Treffer von deutschen Interjektionen sind 380 (Duden Online-Wörterbuch 11.05.2018). Im Koreanischen ergeben die Interjektionen 879 (Jeon 2012, 242). Auf Grundlage dieser auβerordentlich großen Differenz (Koreanisch:879 - Deutsch:380 = 499) der Anzahl innerhalb der Emotionskategorie in beiden Sprachen kann gefolgert werden, dass Deutsch eine sehr viel weniger emotionale Sprache als Koreanisch ist; Koreanisch ist eine sehr viel emotionalere Sprache als Deutsch. Quantitativ betrachtet, d.h. in der Relativität der Quantität der Kognitionskategorie Konjunktionen und Emotionskategorie Interjektionen beider Sprachen, ist die konkrete Ja-Antwort auf die Schlüsselfrage dieses Beitrages gefunden. Auf Basis der in dieser Pilotstudie vorgeschlagenen Definitionen von Sprachkognition und -Emotion ist Deutsch eine mehr kognitive und viel weniger emotionale Sprache im Vergleich zu Koreanisch; Koreanisch ist eine viel mehr emotionale und weniger kognitive Sprache relativ zu Deutsch.
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