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키치와 예술

Kitsch und Kunst

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주제분류문학

초록

Kitsch gehört zu den wenigen Begriffen, welche schwer zu erklären sind. Alle Definitionsversuche von Kitsch laufen so fehl wie die von Kunst. Eigentlich müsste nach keinen Erklärungen gesucht werden, denn jedermann glaubt zu wissen, was Kitsch ist. Der Begriff kommt erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf, als es durch die neuen technisch-industriellen Voraussetzungen möglich wird, Kulturwaren massenhaft und billig zu produzieren. Der Begriff wird von Anfang an abwertend dazu benutzt, ein Produkt als etwas, das höhere Werte nur vortäuscht, zu kennzeichnen. Die enge Bezogenheit des Kitsches zur Kunst läßt ihn zugleich zum Oppositionsbegriff der Kunst werden. Kitsch wird daher auch als Ersatzkultur und Ausdruck des Unwahren, Unechten, der Unfreiheit und der Lüge oder als künstlerische Schwäche beziehungsweise eine ästhetische Entgleisung bezeichnet. Die Ausdrucksmittel des Kitsches sind selten originell und appellieren besonders an eine unreflektierte Bereitschaft und Fähigkeit, sich rühren zu lassen. Die Grenze zwischen Kunst und Kitsch ist nicht eindeutig, denn Kunst kann unter Umständen durch die Rezeptionsweise zum Kitsch werden. Das Phänomen Kitsch bezieht sich daher nicht nur auf die Objektseite, sondern auch auf die Rezipientenseite. Auch wenn Kitsch als Abgrenzungsmechanismus innerhalb des Kunstsystems verwendet wird, ist die Dichotomie von Kunst und Kitsch in neuerer Zeit sowohl in der Theorie als auch in der Praxis in Bedrängnis geraten. Eine noch größere Herausforderung stellen allerdings jene Tendenzen der Gegenwartskunst dar, welche sich nicht nur darauf beschränken, die klassische Dichotomie der Moderne zu unterminieren, sondern ihr ästhetisches Material und Prinzip selbst aus dem Bereich des Alltäglichen und des Trivialen zu beziehen. Postmoderne Bewegungen (Kitsch-Art u. a.) schließlich betreiben ein Spiel mit Kitsch-Elementen, in dem sich traditionelle Grenzlinien zwischen Kitsch und Kunst verschieben. Obwohl im Kitsch-Diskurs die pejorativen Bestimmungen zwischen ästhetischer Mangelware, selbstbezogener Gefühlsseligkeit, vorsätzlicher Täuschung und sozialer Abgrenzung dominierend sind, wird es jedoch in der gegenwärtigen Diskussion über Kitsch schwierig, die Legitimität der Kunst und die Kritik am Kitsch aufrechzuerhalten.

Abstract

Kitsch gehört zu den wenigen Begriffen, welche schwer zu erklären sind. Alle Definitionsversuche von Kitsch laufen so fehl wie die von Kunst. Eigentlich müsste nach keinen Erklärungen gesucht werden, denn jedermann glaubt zu wissen, was Kitsch ist. Der Begriff kommt erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf, als es durch die neuen technisch-industriellen Voraussetzungen möglich wird, Kulturwaren massenhaft und billig zu produzieren. Der Begriff wird von Anfang an abwertend dazu benutzt, ein Produkt als etwas, das höhere Werte nur vortäuscht, zu kennzeichnen. Die enge Bezogenheit des Kitsches zur Kunst läßt ihn zugleich zum Oppositionsbegriff der Kunst werden. Kitsch wird daher auch als Ersatzkultur und Ausdruck des Unwahren, Unechten, der Unfreiheit und der Lüge oder als künstlerische Schwäche beziehungsweise eine ästhetische Entgleisung bezeichnet. Die Ausdrucksmittel des Kitsches sind selten originell und appellieren besonders an eine unreflektierte Bereitschaft und Fähigkeit, sich rühren zu lassen. Die Grenze zwischen Kunst und Kitsch ist nicht eindeutig, denn Kunst kann unter Umständen durch die Rezeptionsweise zum Kitsch werden. Das Phänomen Kitsch bezieht sich daher nicht nur auf die Objektseite, sondern auch auf die Rezipientenseite. Auch wenn Kitsch als Abgrenzungsmechanismus innerhalb des Kunstsystems verwendet wird, ist die Dichotomie von Kunst und Kitsch in neuerer Zeit sowohl in der Theorie als auch in der Praxis in Bedrängnis geraten. Eine noch größere Herausforderung stellen allerdings jene Tendenzen der Gegenwartskunst dar, welche sich nicht nur darauf beschränken, die klassische Dichotomie der Moderne zu unterminieren, sondern ihr ästhetisches Material und Prinzip selbst aus dem Bereich des Alltäglichen und des Trivialen zu beziehen. Postmoderne Bewegungen (Kitsch-Art u. a.) schließlich betreiben ein Spiel mit Kitsch-Elementen, in dem sich traditionelle Grenzlinien zwischen Kitsch und Kunst verschieben. Obwohl im Kitsch-Diskurs die pejorativen Bestimmungen zwischen ästhetischer Mangelware, selbstbezogener Gefühlsseligkeit, vorsätzlicher Täuschung und sozialer Abgrenzung dominierend sind, wird es jedoch in der gegenwärtigen Diskussion über Kitsch schwierig, die Legitimität der Kunst und die Kritik am Kitsch aufrechzuerhalten.

참고문헌 (37)

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