신화의 ‘미학적 유용성’ - 빈켈만, 헤르더, 모리츠의 신화담론을 중심으로
Zur ‘ästhetischen Verfügbarkeit’ des Mythos - Zur Mythendiskussion von Winckelmann, Herder und Moritz
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초록
Die Aufklärung hat um ihres Anspruchs der Vernunftwahrheiten willen dem Mythos gegenüber zunächst ein ablehnendes oder kritisch-polemisches Verhältnis eingenommen. Das impliziert der damalige synonyme Sprachgebrauch von ‘Mythos’ und ‘Fabel’. Gegenüber der überwiegend mythenfeindlichen Perspektive in der Mythendiskussion des ausgehenden 18. Jahrhunderts zeigt die von Winckelmann, Herder und Moritz vollzogene Neueinschätzung des Mythos vor allem eine ästhetische und poetologische Dimension. Im Prinzip verteidigt Winckelmanns Postulat von der Nachahmung der Alten die Verfügbarkeit der alten Mythologie. Aber hinter dem Nachahmungspostulat steht der Versuch, eine “allgemeine Sprache” durch die Erfindung neuer Allegorien im Zeitalter eine ‘Endes der Ikonographie’ wiederzugewinnen. Herders Ausgangspunkt bei seiner Auseinandersetzung mit der aufklärerischen Mythenkritik ist die semiotische Qualität der alten Mythologie: Die alte Mythologie soll wegen ihrer “poetischen Bestandheit” als “poetische Heuristik” genutzt werden. Zum heuristischen Gebrauch der alten Mythologie hat Herder versucht, die Einbildungskraft erkenntnistheoretisch neu zu begründen. Und die Möglichkeit einer neuen Mythologie bei Herder ist auf die dialektische Lösung durch die Idee der Verjüngung angewiesen. Bei Moritz gewinnt die Mythologie ihre ästhetische Eigenständigkeit unter dem Prinzip der ästhetischen Autonomie. Darüber hinaus hat Moritz die Synthesequalität der Mythologie, die sich sowohl auf deren ästhetische Autonomie als auch auf deren lebensweltliche Bezogenheit bezieht, begründet. Die Überlegungen zur neuen poetischen Verfügbarkeit der alten Mythologie können durch die semiotische Neufundierung der Kunst und die Potenzierung der Einbildungskraft charakterisiert werden. Daher kann dies als Versuch begriffen werden, aus der alten Mythologie eine potenzierte Zeichensprache zu schaffen, um den Verlust des topischen Repertoires an Bildern und Symbolen zu kompensieren und die Lesbarkeit eines neuen Weltbildes zu begründen.
Abstract
Die Aufklärung hat um ihres Anspruchs der Vernunftwahrheiten willen dem Mythos gegenüber zunächst ein ablehnendes oder kritisch-polemisches Verhältnis eingenommen. Das impliziert der damalige synonyme Sprachgebrauch von ‘Mythos’ und ‘Fabel’. Gegenüber der überwiegend mythenfeindlichen Perspektive in der Mythendiskussion des ausgehenden 18. Jahrhunderts zeigt die von Winckelmann, Herder und Moritz vollzogene Neueinschätzung des Mythos vor allem eine ästhetische und poetologische Dimension. Im Prinzip verteidigt Winckelmanns Postulat von der Nachahmung der Alten die Verfügbarkeit der alten Mythologie. Aber hinter dem Nachahmungspostulat steht der Versuch, eine “allgemeine Sprache” durch die Erfindung neuer Allegorien im Zeitalter eine ‘Endes der Ikonographie’ wiederzugewinnen. Herders Ausgangspunkt bei seiner Auseinandersetzung mit der aufklärerischen Mythenkritik ist die semiotische Qualität der alten Mythologie: Die alte Mythologie soll wegen ihrer “poetischen Bestandheit” als “poetische Heuristik” genutzt werden. Zum heuristischen Gebrauch der alten Mythologie hat Herder versucht, die Einbildungskraft erkenntnistheoretisch neu zu begründen. Und die Möglichkeit einer neuen Mythologie bei Herder ist auf die dialektische Lösung durch die Idee der Verjüngung angewiesen. Bei Moritz gewinnt die Mythologie ihre ästhetische Eigenständigkeit unter dem Prinzip der ästhetischen Autonomie. Darüber hinaus hat Moritz die Synthesequalität der Mythologie, die sich sowohl auf deren ästhetische Autonomie als auch auf deren lebensweltliche Bezogenheit bezieht, begründet. Die Überlegungen zur neuen poetischen Verfügbarkeit der alten Mythologie können durch die semiotische Neufundierung der Kunst und die Potenzierung der Einbildungskraft charakterisiert werden. Daher kann dies als Versuch begriffen werden, aus der alten Mythologie eine potenzierte Zeichensprache zu schaffen, um den Verlust des topischen Repertoires an Bildern und Symbolen zu kompensieren und die Lesbarkeit eines neuen Weltbildes zu begründen.
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