횔덜린의 뮈토포에지 - 비가 『빵과 포도주』를 중심으로
Hölderlins Mythopoesie in der Elegie Brod und Wein
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초록
Wenn man unter dem Begriff ‘Mythopoesie’ “poetische Transformationen verschiedener mythologischer und poetischer Elemente zu neuen Mythen” versteht, ist dadurch ein Fragestellungsfeld zwischen Neuer Mythologie und Mythopoesie exponiert. Als Versuch, mit spezifisch poetischen Mitteln ein umfassendes symbolisches Weltbild zu entwerfen, steht das Projekt der Neuen Mythologie um 1800 wesentlich im Dienst einer Kompensation der durch die aufklärerische Kritik und Destruktion symbolischer Weltbilder verursachten weltanschaulichen Defizite. Angesichts des Verdikts des Scheiterns der Neuen Mythologie wäre jedoch zu fragen: Sollen alle Erfindungen von Mythen wegen des fehlenden Allgemeinheitspotenzials als “Privatmythologie” betrachtet werden? Inwiefern ist die Mythopoesie an die Idee der ‘Neuen’ Mythologie anzuknüpfen? Um diese Fragen zu beantworten, soll Hölderlins Mythopoesie anhand präziser Analyse seiner Elegie Brod und Wein herausgearbeitet werden, weil für wenige Autoren das Verständnis der eigenen Dichtung als Mythopoesie so zentral gewesen ist wie für Friedrich Hölderlin. In der Elegie Brod und Wein ließen sich die folgenden mythopoetischen Aspekte aufzeigen. Erstens: Die mythopoetische Verfahrensweise beruht auf einem antik-christlichen Mythensynkretismus, nämlich der Kombination von griechischer Sinnlichkeit und abendländischer Reflexivität. Zweitens: Neue Mythen werden aus alltäglichen Phänomenen von Natur und Lebenswelt bzw. aus konkreten historischen oder regionalen Realien gewonnen. Ein Beispiel dafür ist die Konstitution des Nacht-Mythos, wobei die Nacht als geschichtsphilosophische Größe überhöht ist. Drittens: Die neuen Zeichen wie ‘Brot und Wein’ und “der kommende Gott” zeigen in ihrer synkretistischen Figuration die angestrebte Verbindung von historischer Faktizität der alten Mythologie und intellektueller Reflexivität des modernen Dichters, woraus die semiotische Pluralität entsteht. Hölderlins Mythopoesie kann sich als Neue Mythologie unter den folgenden Aspekten erweisen. Gegenüber dem ausdifferenzierten Weltsystem der Aufklärung hat Hölderlins Mythopoesie ein neues einheitliches Weltbild entworfen und die Finalität der Geschichte behauptet. Und vermittels des synkretistischen Verfahrens hat sie neue Zeichen geschaffen. Innerhalb des Funktionsspektrums der Neuen Mythologie zeigt Hölderlins Mythopoesie, dass eine neue Mythologie als immer neu zu generierende Antwort auf die von der Neuen Mythologie gestellten Sinnfragen ihr Allgemeinheitspotenzial enthalten könnte. Damit wäre sie mehr als nur eine “Privatmythologie”.
Abstract
Wenn man unter dem Begriff ‘Mythopoesie’ “poetische Transformationen verschiedener mythologischer und poetischer Elemente zu neuen Mythen” versteht, ist dadurch ein Fragestellungsfeld zwischen Neuer Mythologie und Mythopoesie exponiert. Als Versuch, mit spezifisch poetischen Mitteln ein umfassendes symbolisches Weltbild zu entwerfen, steht das Projekt der Neuen Mythologie um 1800 wesentlich im Dienst einer Kompensation der durch die aufklärerische Kritik und Destruktion symbolischer Weltbilder verursachten weltanschaulichen Defizite. Angesichts des Verdikts des Scheiterns der Neuen Mythologie wäre jedoch zu fragen: Sollen alle Erfindungen von Mythen wegen des fehlenden Allgemeinheitspotenzials als “Privatmythologie” betrachtet werden? Inwiefern ist die Mythopoesie an die Idee der ‘Neuen’ Mythologie anzuknüpfen? Um diese Fragen zu beantworten, soll Hölderlins Mythopoesie anhand präziser Analyse seiner Elegie Brod und Wein herausgearbeitet werden, weil für wenige Autoren das Verständnis der eigenen Dichtung als Mythopoesie so zentral gewesen ist wie für Friedrich Hölderlin. In der Elegie Brod und Wein ließen sich die folgenden mythopoetischen Aspekte aufzeigen. Erstens: Die mythopoetische Verfahrensweise beruht auf einem antik-christlichen Mythensynkretismus, nämlich der Kombination von griechischer Sinnlichkeit und abendländischer Reflexivität. Zweitens: Neue Mythen werden aus alltäglichen Phänomenen von Natur und Lebenswelt bzw. aus konkreten historischen oder regionalen Realien gewonnen. Ein Beispiel dafür ist die Konstitution des Nacht-Mythos, wobei die Nacht als geschichtsphilosophische Größe überhöht ist. Drittens: Die neuen Zeichen wie ‘Brot und Wein’ und “der kommende Gott” zeigen in ihrer synkretistischen Figuration die angestrebte Verbindung von historischer Faktizität der alten Mythologie und intellektueller Reflexivität des modernen Dichters, woraus die semiotische Pluralität entsteht. Hölderlins Mythopoesie kann sich als Neue Mythologie unter den folgenden Aspekten erweisen. Gegenüber dem ausdifferenzierten Weltsystem der Aufklärung hat Hölderlins Mythopoesie ein neues einheitliches Weltbild entworfen und die Finalität der Geschichte behauptet. Und vermittels des synkretistischen Verfahrens hat sie neue Zeichen geschaffen. Innerhalb des Funktionsspektrums der Neuen Mythologie zeigt Hölderlins Mythopoesie, dass eine neue Mythologie als immer neu zu generierende Antwort auf die von der Neuen Mythologie gestellten Sinnfragen ihr Allgemeinheitspotenzial enthalten könnte. Damit wäre sie mehr als nur eine “Privatmythologie”.
참고문헌 (19)
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