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곳트프리트 폰 슈트라스부르크의 『트리스탄』에 나타난 윤리의 문제

Eine Untersuchung zur ethischen Problematik in Gottfrieds 『Tristan』

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주제분류독일어와문학

초록

Abstract

Tristan und Isolde, deren Charakter eigentlich keinen moralischen Mangel aufweist und die an sich durchaus auf die Wahrung der gesellschaftlichen Normen bedacht sind, mußten trotzdem aufgrund der Macht einer schicksalhaft über sie gekommenen Liebe im ganzen Roman immer wieder ihre Zuflucht zur List nehmen und hatten infolgedessen eine unglückliche Rolle zu spielen. Da Liebe und Ehre für beide einen nahezu gleich großen Wert besaßen, diese beiden Werte jedoch immer wieder in unlösbaren Widerspruch zueinander gerieten, mußten Tristan und Isolde zwangsläufig immer wieder zum Mittel der List greifen, um den beiden Werten Ehre und Liebe einigermaßen gerecht werdern zu können. Solange sie die beiden Werte im Gleichgewicht zu halten vermochten, indem sie auch auf die öffentliche Meinung Rücksicht nahmen, besaßen die von ihnen zu diesem Zweck ersonnenen Listen eine gewisse Legitimation. In den meisten Fällen hatte ihre List den Ausgleich zwischen Liebe und Ehre zum Ziel und konnte dadurch diese beiden Werte einigermaßen unverletzt bewahren. Nachdem sie sich aber einmal ihrem Liebesverlangen ganz unterworfen hatten und keine Rücksicht mehr auf die Gesellschaft nahmen, konnte ihnen auch die List nicht mehr helfen und sie verloren damit sowohl ihre Liebe als auch ihre Ehre. Daraus ergibt sich für meine Untersuchung, daß Gottfried zwar der Liebe absolute Priorität zuerkennt, eine gewisse unmoralische Tendenz der Liebe jedoch nicht negiert und infolgedessen seine Helden nicht ungestraft davonkommen läßt.

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