『세잔에 관한 편지들』에서 릴케의 추상성의 미학과 『신시집』에서 그 실천
Rilkes Ästhetik der Abstraktion in den Briefen über Cézanne und ihre Praxis in den Neuen Gedichten
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초록
Die vorliegende Arbeit will Rilkes Ästhetik der Abstraktion in seinen Briefen über Cézanne herausarbeiten und abstrakte Gestaltung in seinen Neuen Gedichten nachweisen. In den Briefen über Cézanne werden vier ästhetische Kernpunkte bezüglich der Abstraktion herausgearbeitet. 1. Durch die Ästhetik der Armut und die Sachlichkeit wird postuliert, alle Wissen, jegliche Subjektivität und Vorurteil auszuschalten und auf die Souveränität des Schaffenden zu verzichten. Damit soll das Einmischen konventioneller, obsoleter Bedeutungszusammenhänge in das Machen des Kunstwerks vermieden werden. Bei aller strengen Objektivität spielt die Liebe bei Rilke wie auch das tempérament bei Cézanne eine große Rolle - was aber ein Moment der Kreativität ins Werk hineinbringt. das die Dinge aus ihrem alltäglichen, gewohnten Zusammenhang herausnimmt und in ein neues, fremdes Millieu einfügt. 2. Durch die Autonomisierung der Farben als die wichtigste Errungenschaft der modernen Malerei wie die Interaktion zwischen Farben wird die Emanzipation des Materials bzw. der Gestaltungsmittel betont. Für Rilke sei die Malerei die “Angelegenheit der Farben untereinander” und “ihr Verkehr untereinander”. Hier klingt ein semiotischer Ansatz an: Das Zeichensystem besteht aus den Beziehungen (bzw. den Differenzen) zwischen den Zeichen, erst dadruch konstituiert sich jegliche Bedeutung. Es geht um die Farbtextur, die die traditionelle feste Relation von Ding und Farbe in Frage stellt und damit die Referenzproblematik aufschein lässt. 3. Cézanne evoziert den Raum mit zweidimensionalen Dimensionen, Horizontale und Vertikale. Seine flächenhafte Raumkonzeption, seine Angleichung der Dinge an zweidimensionale Bildfläche und Polyperspektivik kündigen alle entschieden die Zentralperspektive auf und bewirken eine Suspendierung der illusionistischen Darstellung der Gegenstände in ihrer räumlichen Gestalt. 4. Cézannes “Réalisation” wird von Rilke als “Dingwerdung” übersetzt, was Cézannes Strebung genau trifft. Sie erfolgt in zwei Stufen: Zuerst wird der Gegenstand, in abstrakten Sehdaten (tachs, plans, tons, nuances) zerlegt, de-formiert und sodann aufgrund der Umwandlung der Sehdaten in bildliche Äquivalente nach einer koloristischen Ordnung re-komponiert, nämlich neu geschaffen. Diese Kernpunkte werden exemplarisch an drei Gedichte aus der Neuen Gedichte anderem Teil nachgewiesen. Das Gedicht Auswanderer-Schiff exemplifiziert die Emanzipation des Materials. Es inszeniert den Farbkontrast, zuerst den Anprall der Orange gegen das Blau, der sodann zu dem von Orange und Grau bzw. Schwarz variiert wird. Zugleich erzielt Rilke die dichterische Materialität durch die Komposition der Vokalklänge als akustischer Äquivalente zu den visuellen Farbwerten. Dem visuellen Kontrast von Farben korrespondiert akustisch der Gegensatz von hellen und dunklen Klängen, nämlich /e/, /ei/, /ü/ vs. /a/, /au/, /u/, /o/. Im Gedicht Persisches Heliotrop wird die Textur der Wortrelationen gegen das Symbol ausgespielt. Das Symbol beruht auf einer kulturell überlieferten Kollektivgewohnheit oder Übereinstimmung, wobei die Bedeutung vorgegeben ist. Hingegen stehen bei textueller Struktur der Sprachzeichen Worte durch ihren Klang, Rhythmus und ihre Isotopiebildung in der Beziehung von Parallelismus oder Opposition zueinander stehen. Der Sprecher empfiehlt die textuelle Struktur, die vom Heliotrop verkörpert wird. Das Gedicht Die Parke I schafft mit vertikalen und horizontalen Bewegungen der Parke einen eigenen Raum. Die extrem vereinfachten und stilisierten Bewegungen der Parke entziehen sich völlig der empirischen Realität und verfremden den Gegenstand beträchtlich.
Abstract
Die vorliegende Arbeit will Rilkes Ästhetik der Abstraktion in seinen Briefen über Cézanne herausarbeiten und abstrakte Gestaltung in seinen Neuen Gedichten nachweisen. In den Briefen über Cézanne werden vier ästhetische Kernpunkte bezüglich der Abstraktion herausgearbeitet. 1. Durch die Ästhetik der Armut und die Sachlichkeit wird postuliert, alle Wissen, jegliche Subjektivität und Vorurteil auszuschalten und auf die Souveränität des Schaffenden zu verzichten. Damit soll das Einmischen konventioneller, obsoleter Bedeutungszusammenhänge in das Machen des Kunstwerks vermieden werden. Bei aller strengen Objektivität spielt die Liebe bei Rilke wie auch das tempérament bei Cézanne eine große Rolle - was aber ein Moment der Kreativität ins Werk hineinbringt. das die Dinge aus ihrem alltäglichen, gewohnten Zusammenhang herausnimmt und in ein neues, fremdes Millieu einfügt. 2. Durch die Autonomisierung der Farben als die wichtigste Errungenschaft der modernen Malerei wie die Interaktion zwischen Farben wird die Emanzipation des Materials bzw. der Gestaltungsmittel betont. Für Rilke sei die Malerei die “Angelegenheit der Farben untereinander” und “ihr Verkehr untereinander”. Hier klingt ein semiotischer Ansatz an: Das Zeichensystem besteht aus den Beziehungen (bzw. den Differenzen) zwischen den Zeichen, erst dadruch konstituiert sich jegliche Bedeutung. Es geht um die Farbtextur, die die traditionelle feste Relation von Ding und Farbe in Frage stellt und damit die Referenzproblematik aufschein lässt. 3. Cézanne evoziert den Raum mit zweidimensionalen Dimensionen, Horizontale und Vertikale. Seine flächenhafte Raumkonzeption, seine Angleichung der Dinge an zweidimensionale Bildfläche und Polyperspektivik kündigen alle entschieden die Zentralperspektive auf und bewirken eine Suspendierung der illusionistischen Darstellung der Gegenstände in ihrer räumlichen Gestalt. 4. Cézannes “Réalisation” wird von Rilke als “Dingwerdung” übersetzt, was Cézannes Strebung genau trifft. Sie erfolgt in zwei Stufen: Zuerst wird der Gegenstand, in abstrakten Sehdaten (tachs, plans, tons, nuances) zerlegt, de-formiert und sodann aufgrund der Umwandlung der Sehdaten in bildliche Äquivalente nach einer koloristischen Ordnung re-komponiert, nämlich neu geschaffen. Diese Kernpunkte werden exemplarisch an drei Gedichte aus der Neuen Gedichte anderem Teil nachgewiesen. Das Gedicht Auswanderer-Schiff exemplifiziert die Emanzipation des Materials. Es inszeniert den Farbkontrast, zuerst den Anprall der Orange gegen das Blau, der sodann zu dem von Orange und Grau bzw. Schwarz variiert wird. Zugleich erzielt Rilke die dichterische Materialität durch die Komposition der Vokalklänge als akustischer Äquivalente zu den visuellen Farbwerten. Dem visuellen Kontrast von Farben korrespondiert akustisch der Gegensatz von hellen und dunklen Klängen, nämlich /e/, /ei/, /ü/ vs. /a/, /au/, /u/, /o/. Im Gedicht Persisches Heliotrop wird die Textur der Wortrelationen gegen das Symbol ausgespielt. Das Symbol beruht auf einer kulturell überlieferten Kollektivgewohnheit oder Übereinstimmung, wobei die Bedeutung vorgegeben ist. Hingegen stehen bei textueller Struktur der Sprachzeichen Worte durch ihren Klang, Rhythmus und ihre Isotopiebildung in der Beziehung von Parallelismus oder Opposition zueinander stehen. Der Sprecher empfiehlt die textuelle Struktur, die vom Heliotrop verkörpert wird. Das Gedicht Die Parke I schafft mit vertikalen und horizontalen Bewegungen der Parke einen eigenen Raum. Die extrem vereinfachten und stilisierten Bewegungen der Parke entziehen sich völlig der empirischen Realität und verfremden den Gegenstand beträchtlich.
참고문헌 (17)
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- Nöth, Winfried, "Handbuch der Semiotik" (1985), Stuttgart
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