슈테판 게오르게의 횔덜린 수용 - I - 1900년부터 시집 『동맹의 별』(1914)까지
Stefan Georges Hölderlin-Rezeption - I - von 1900 bis zum Stern des Bundes (1914)
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초록
Seit der bahnbrechenden Entdeckung der Pindar-Übertragungen sowie der unbekannten Hymnen Hölderlins durch Norbert von Hellingrath verändert sich Georges Hölderlin-Bild schlagartig. War Hölderlin noch um 1900 von George als romantischer Dichter aufgefasst, so beginnt er ab 1910 zum Seherdichter zu avancieren. Hellingrath bezeichnet Hölderlin als “Vates”, als Retter, der die Menschen und die Götter aussöhnt. An dieser Entdeckung des hymnisch-visionären Hölderlin waren George und sein Kreis maßgeblich beteiligt. Das neue Hölderlin-Bild, das George dann Zug um Zug enthüllt hatte, zeigt sich zunächst im Stern des Bundes (1914). Hier macht sich George Hölderlin als Propheten seines Maximin-Kultes und seiner Verehrergemeinde zu eigen. Somit verfolgt George mit seiner Kanonisierung Hölderlins zwei Ziele: zum einen wird Hölderlin als die neue Kultfigur mit dem vergötterten Maximin verknüpft, damit dem Maximin-Kult des Georgekreises mehr Geltung verschaffen wird, zum anderen trägt die Kanonisierung Hölderlins zur Konsolidierung des George-Kreises bei. Das kulturpolitische Kalkül, das Georges Rückgriff auf Hölderlin leitete, zeigt sich in der Stilisierung Hölderlins zu einem Priesterdichter, zum Künder des “geheimen Deutschland”. Dadurch lässt sich eine elitäre Verheißungslinie stiften, und Georges Verehrergemeinde um Maximin kann sich als einzig legitime Erben Hölderlins präsentieren. Damit wird der Boden vorbereitet für Georges Wendung zum Nationalen mittels Hölderlin, die in seinem letzten Gedichtband Das Neue Reich (1928) deutlich zm Zuge kommen wird.
Abstract
Seit der bahnbrechenden Entdeckung der Pindar-Übertragungen sowie der unbekannten Hymnen Hölderlins durch Norbert von Hellingrath verändert sich Georges Hölderlin-Bild schlagartig. War Hölderlin noch um 1900 von George als romantischer Dichter aufgefasst, so beginnt er ab 1910 zum Seherdichter zu avancieren. Hellingrath bezeichnet Hölderlin als “Vates”, als Retter, der die Menschen und die Götter aussöhnt. An dieser Entdeckung des hymnisch-visionären Hölderlin waren George und sein Kreis maßgeblich beteiligt. Das neue Hölderlin-Bild, das George dann Zug um Zug enthüllt hatte, zeigt sich zunächst im Stern des Bundes (1914). Hier macht sich George Hölderlin als Propheten seines Maximin-Kultes und seiner Verehrergemeinde zu eigen. Somit verfolgt George mit seiner Kanonisierung Hölderlins zwei Ziele: zum einen wird Hölderlin als die neue Kultfigur mit dem vergötterten Maximin verknüpft, damit dem Maximin-Kult des Georgekreises mehr Geltung verschaffen wird, zum anderen trägt die Kanonisierung Hölderlins zur Konsolidierung des George-Kreises bei. Das kulturpolitische Kalkül, das Georges Rückgriff auf Hölderlin leitete, zeigt sich in der Stilisierung Hölderlins zu einem Priesterdichter, zum Künder des “geheimen Deutschland”. Dadurch lässt sich eine elitäre Verheißungslinie stiften, und Georges Verehrergemeinde um Maximin kann sich als einzig legitime Erben Hölderlins präsentieren. Damit wird der Boden vorbereitet für Georges Wendung zum Nationalen mittels Hölderlin, die in seinem letzten Gedichtband Das Neue Reich (1928) deutlich zm Zuge kommen wird.
참고문헌 (26)
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