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중기 릴케에게서 “불가시적인 것으로의 변화”

“Die Verwandlung ins Unsichtbare” beim mittleren Rilke

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초록

Die vorliegende Arbeit zielt darauf, eine These durch die Analyse der mittleren Werke Rilkes nachzuweisen, die in der Rilke-Forschung noch nicht herausgearbeitet wurde - eine These, daß nämlich das berühmte Motto des späten Rilke ‘die Verwandlung (des Sichtbaren/der Dinge) ins Unsichtbare’ bereits im mittleren Werk Rilkes verifizierbar ist. Daß sich ‘die Verwandlung ins Unsichtbare’ in einigen relevanten poetologischen Techniken des mittleren Rilke vollzieht, ist der Kernpunkt, den ich betonen will: Evokation, Aussparung, Entzug des Dinges in die Figur, présence absente. Diese Ausdrucksweisen lassen sich durch die Analyse einiger Stellen aus dem Rodin-Buch und den Briefen über Cézanne herauspräparieren: 1. Rilke verwendet am Anfang seines Vortrages über Rodin die Aussparungstechnik und arbeitet mit dem Präsenz des Abwesenden. 2. Die unklaren, zarten Konturen der Zeichnungen Rodins wie auch die Räumlichkeit korrelieren mit der Auflösung der Kontur des Gegenstandes und zeitigen dessen Entgegenständlichung. Um sie auf die Dichtung zu übertragen, erschließen sich daraus Evokation und Suggestion. 3. Die Réalisation als Endziel der Kunst Cézannes beinhaltet die Deformierung des Gegenstandes und dessen Neukonstruktion gemäß dem bildimmanenten kompositorischen Gesetz. Dieser Neukomposition geht die De-Realisierung voraus. Am Beispiel der Gedichte aus Der Neuen Gedichte anderem Teil (1908) werden drei Fragestellungen erörtet: Der Entzug des Dinges in die Figur, die Evokation durch die Aussparung und présence absente. Das Gedicht Der Ball zeigt, wie sich der Ding in die Figur entzieht und damit ins Unsichtbare verwandelt. Das Gedicht stellt nicht den Ball selbst, sondern seine parabelartige Flugbahn dar - was den Übergang des Balls in die Figur ermöglicht. Wo sich der Ball am Scheitelpunkt seiner Parabel befindet und damit seine Dinglichkeit völlig zu verlieren scheint, erweist sich seine Bewegung als Figur, die sich im Bereich des unsichtbaren Bezuges ansiedelt. Im Gedicht Die Insel der Sirenen wird die Evokation, die das Wesentliche als Leerstelle ausspart, betrachtet. Der verzaubernde Gesang der Sirenen wird als das Unsagbare ausgespart und durch die “Stille” ersetzt. Die Stille als Leerstelle setzt Bedeutungssumme in Gang und wird so zum unbegrenzten Spielraum der möglichen Bedeutungen, wo die Imagination am Werk ist. Der eigentlich vernehmbare Gesang wird durch die Aussparung ins Unsichtbare verwandelt. In diesem unsichtbaren Terrain gewinnt das Unsagbare eine noch stärkere Ausdruckskraft als gesagt wird. Im Gedicht Der Pavillon ist die Wahrnehmung, wie immer für Rilke, mit dem Gefühl verbunden, das im Gedicht vorherrscht. Wo die Wahrnehmung endet, beginnt der Aufbau des Gefühlsraumes. Einige Details des Pavillons werden zwar genannt, doch im Gefühlsraum aufgelöst. An jeden äußerlichen Elementen des Bauwerks haften Spuren des vergangenen Lebens, das sich als Gefühl auf den Pavillon-Besucher überträgt, und ihnen ist so jeweiliges Gefühl zugewiesen. Durch den Aufbau des Gefühlsraumes geht der Pavillon als Ding in den Bereich des Unsichtbaren über und beschwört dort das in der Gegenwart abwesende einstige Leben herauf. Die Betrachtung der oben genannten poetologischen Techniken führt zum Schluß, daß sich diese Techniken schon in den Neuen Gedichten konstituieren, die im späten Werk eine wesentliche Rolle spielen. “Das sachliche Sagen”, auf das Rilkes Schaffen in der mittleren Phase abzielt, steht schließlich unter der Intention der Vergegenwärtigung eines Abwesenden und kann sich daher im unsichtbaren Bereich bzw. auf dem Weg nach dem Innen vollziehen.

Abstract

Die vorliegende Arbeit zielt darauf, eine These durch die Analyse der mittleren Werke Rilkes nachzuweisen, die in der Rilke-Forschung noch nicht herausgearbeitet wurde - eine These, daß nämlich das berühmte Motto des späten Rilke ‘die Verwandlung (des Sichtbaren/der Dinge) ins Unsichtbare’ bereits im mittleren Werk Rilkes verifizierbar ist. Daß sich ‘die Verwandlung ins Unsichtbare’ in einigen relevanten poetologischen Techniken des mittleren Rilke vollzieht, ist der Kernpunkt, den ich betonen will: Evokation, Aussparung, Entzug des Dinges in die Figur, présence absente. Diese Ausdrucksweisen lassen sich durch die Analyse einiger Stellen aus dem Rodin-Buch und den Briefen über Cézanne herauspräparieren: 1. Rilke verwendet am Anfang seines Vortrages über Rodin die Aussparungstechnik und arbeitet mit dem Präsenz des Abwesenden. 2. Die unklaren, zarten Konturen der Zeichnungen Rodins wie auch die Räumlichkeit korrelieren mit der Auflösung der Kontur des Gegenstandes und zeitigen dessen Entgegenständlichung. Um sie auf die Dichtung zu übertragen, erschließen sich daraus Evokation und Suggestion. 3. Die Réalisation als Endziel der Kunst Cézannes beinhaltet die Deformierung des Gegenstandes und dessen Neukonstruktion gemäß dem bildimmanenten kompositorischen Gesetz. Dieser Neukomposition geht die De-Realisierung voraus. Am Beispiel der Gedichte aus Der Neuen Gedichte anderem Teil (1908) werden drei Fragestellungen erörtet: Der Entzug des Dinges in die Figur, die Evokation durch die Aussparung und présence absente. Das Gedicht Der Ball zeigt, wie sich der Ding in die Figur entzieht und damit ins Unsichtbare verwandelt. Das Gedicht stellt nicht den Ball selbst, sondern seine parabelartige Flugbahn dar - was den Übergang des Balls in die Figur ermöglicht. Wo sich der Ball am Scheitelpunkt seiner Parabel befindet und damit seine Dinglichkeit völlig zu verlieren scheint, erweist sich seine Bewegung als Figur, die sich im Bereich des unsichtbaren Bezuges ansiedelt. Im Gedicht Die Insel der Sirenen wird die Evokation, die das Wesentliche als Leerstelle ausspart, betrachtet. Der verzaubernde Gesang der Sirenen wird als das Unsagbare ausgespart und durch die “Stille” ersetzt. Die Stille als Leerstelle setzt Bedeutungssumme in Gang und wird so zum unbegrenzten Spielraum der möglichen Bedeutungen, wo die Imagination am Werk ist. Der eigentlich vernehmbare Gesang wird durch die Aussparung ins Unsichtbare verwandelt. In diesem unsichtbaren Terrain gewinnt das Unsagbare eine noch stärkere Ausdruckskraft als gesagt wird. Im Gedicht Der Pavillon ist die Wahrnehmung, wie immer für Rilke, mit dem Gefühl verbunden, das im Gedicht vorherrscht. Wo die Wahrnehmung endet, beginnt der Aufbau des Gefühlsraumes. Einige Details des Pavillons werden zwar genannt, doch im Gefühlsraum aufgelöst. An jeden äußerlichen Elementen des Bauwerks haften Spuren des vergangenen Lebens, das sich als Gefühl auf den Pavillon-Besucher überträgt, und ihnen ist so jeweiliges Gefühl zugewiesen. Durch den Aufbau des Gefühlsraumes geht der Pavillon als Ding in den Bereich des Unsichtbaren über und beschwört dort das in der Gegenwart abwesende einstige Leben herauf. Die Betrachtung der oben genannten poetologischen Techniken führt zum Schluß, daß sich diese Techniken schon in den Neuen Gedichten konstituieren, die im späten Werk eine wesentliche Rolle spielen. “Das sachliche Sagen”, auf das Rilkes Schaffen in der mittleren Phase abzielt, steht schließlich unter der Intention der Vergegenwärtigung eines Abwesenden und kann sich daher im unsichtbaren Bereich bzw. auf dem Weg nach dem Innen vollziehen.

참고문헌 (14)

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  11. Koch, Manfred, "Mnemotechnik des Sch?en. Studien zur poetischen Erinnerung in Romantik und Symbolismus. T?ingen 1988", ~ (1988)
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  13. Sartre, Jean Paul, "Das Imagin?e. Ph?omenologische Psychologie der Einbildungskraft. ?ersetzt von Hans Sch?berg. Reinbek bei Hamburg 1971", ~ (1971)
  14. S?ing, J?gen, "Zu Rilkes poetischem Konzept im Abstraktionsproze?der Moderne. In: Rilke und die Weltliteratur. Hg. von Manfred Engel und Dieter Lamping. D?seldorf und Z?ich 1999. S. 191-213", ~ (1999)

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