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Prosaübersetzung als Analyse vom literarischen Stil - Eine Fallstudie zu „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin

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주제분류독일어와문학

초록

Zu Beginn der Lektüre eines fremden, literarisch höchst anspruchsvollen und literaturgeschichtlich bedeutsamen Textes empfindet der Leser meistens eine gewisse Orientierungslosigkeit. Was ist die Ursache dafür? Ein Grund kann darin liegen, dass der literarische Stil eines solchen Textes äußerst eigentümlich ist und sich der Text darum nicht auf den ersten Blick erschließen will. Der literarische Stil eines Textes ist die Form, in die der Autor seine Ansicht der Welt gegossen hat. Es ist diese Formung einer bestimmten ästhetischen Wahrnehmung der Welt,die dem Text seine unvergleichbare Einzigartigkeit verleiht. Deswegen kann nur eine differenzierte Analyse des Stils uns einen Schlüssel zum tieferen Verständnis des Textes in die Hand geben. Erst mit diesem Schlüssel können wir die dunkle Kammer, die der Text nach außen hin darstellt, aufschließen und die dort heimlich versteckten Schätze entdecken. Diesen Vorgang nennen wir das richtige Lesen und Verstehen. Also beginnt die konkrete Analyse des Textes mit der aktiven Auseinandersetzung mit dem eigentümlichen Stil des Textes. Das gilt ebenfalls für Übersetzungen. Kurz gesagt: Die Stiluntersuchung ist eine notwendige Voraussetzung für gutes Übersetzen. Das ist von besonderer Notwendigkeit, wenn der betreffende Text sich durch einen äußerst komplex gestalteten Stil auszeichnet. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist der Roman „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin. Dieses Werk stellt uns auf eine harte Probe beim Übersetzen, weil in ihm vielerlei literarische Gestaltungsmittel zum Einsatz kommen, um das überbordende Kaleidoskop, welches das Berlin der 1920er Jahre darstellt, und die innere Landschaft der handelnden Personen in einer ihm 50 독일문학|제119집angemessenen Form widerzuspiegeln. Der Erzähler und viele Helden haben eine jeweils ihnen ganz eigene Redeweise (z. B. Berliner Dialekt oder Gaunersprache)und das Niveau ihrer Rede ist in stilistischer Hinsicht ganz verschieden. Es finden sich dabei Merkmale der Berichterstattung, der direkten Rede, der indirekten Rede, der erlebten Rede und des inneren Monologs. Daneben gibt es in dem Roman viele Textsorten wie z. B. Reklame, Schlager, Zeitungstexte, Beipackzettel oder auch Bibelparaphrasen. Beim Übersetzen muss man all dies in Betracht ziehen, um eine die Lebendigkeit und Eigenart des Originaltextes erhaltende,kongeniale Übersetzung in die Zielsprache zu erreichen Walter Benjamin spricht von der reinen Sprache, die man als endgültiges Ziel beim Übersetzen anstreben sollte. Diese Sprache bleibt jedoch ein unerreichbares Ideal. Aber wenn er über „das Unfaßbare, Geheimnisvolle, ‘Dichterische’”spricht, dann meint er mit dieser Aussage den literarischen Stil des jeweiligen Textes, den man bei all seinen Übersetzungsbemühungen nie aus den Augen verlieren darf und den man so gut wie nur möglich in der Zielsprache treffen soll. Mit dieser Hochachtung vor dem eigentümlichen Stil kann man einen ästhetisch höchst anspruchsvollen Text in der Zielsprache wieder erstehen lassen.

Abstract

Zu Beginn der Lektüre eines fremden, literarisch höchst anspruchsvollen und literaturgeschichtlich bedeutsamen Textes empfindet der Leser meistens eine gewisse Orientierungslosigkeit. Was ist die Ursache dafür? Ein Grund kann darin liegen, dass der literarische Stil eines solchen Textes äußerst eigentümlich ist und sich der Text darum nicht auf den ersten Blick erschließen will. Der literarische Stil eines Textes ist die Form, in die der Autor seine Ansicht der Welt gegossen hat. Es ist diese Formung einer bestimmten ästhetischen Wahrnehmung der Welt,die dem Text seine unvergleichbare Einzigartigkeit verleiht. Deswegen kann nur eine differenzierte Analyse des Stils uns einen Schlüssel zum tieferen Verständnis des Textes in die Hand geben. Erst mit diesem Schlüssel können wir die dunkle Kammer, die der Text nach außen hin darstellt, aufschließen und die dort heimlich versteckten Schätze entdecken. Diesen Vorgang nennen wir das richtige Lesen und Verstehen. Also beginnt die konkrete Analyse des Textes mit der aktiven Auseinandersetzung mit dem eigentümlichen Stil des Textes. Das gilt ebenfalls für Übersetzungen. Kurz gesagt: Die Stiluntersuchung ist eine notwendige Voraussetzung für gutes Übersetzen. Das ist von besonderer Notwendigkeit, wenn der betreffende Text sich durch einen äußerst komplex gestalteten Stil auszeichnet. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist der Roman „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin. Dieses Werk stellt uns auf eine harte Probe beim Übersetzen, weil in ihm vielerlei literarische Gestaltungsmittel zum Einsatz kommen, um das überbordende Kaleidoskop, welches das Berlin der 1920er Jahre darstellt, und die innere Landschaft der handelnden Personen in einer ihm 50 독일문학|제119집angemessenen Form widerzuspiegeln. Der Erzähler und viele Helden haben eine jeweils ihnen ganz eigene Redeweise (z. B. Berliner Dialekt oder Gaunersprache)und das Niveau ihrer Rede ist in stilistischer Hinsicht ganz verschieden. Es finden sich dabei Merkmale der Berichterstattung, der direkten Rede, der indirekten Rede, der erlebten Rede und des inneren Monologs. Daneben gibt es in dem Roman viele Textsorten wie z. B. Reklame, Schlager, Zeitungstexte, Beipackzettel oder auch Bibelparaphrasen. Beim Übersetzen muss man all dies in Betracht ziehen, um eine die Lebendigkeit und Eigenart des Originaltextes erhaltende,kongeniale Übersetzung in die Zielsprache zu erreichen Walter Benjamin spricht von der reinen Sprache, die man als endgültiges Ziel beim Übersetzen anstreben sollte. Diese Sprache bleibt jedoch ein unerreichbares Ideal. Aber wenn er über „das Unfaßbare, Geheimnisvolle, ‘Dichterische’”spricht, dann meint er mit dieser Aussage den literarischen Stil des jeweiligen Textes, den man bei all seinen Übersetzungsbemühungen nie aus den Augen verlieren darf und den man so gut wie nur möglich in der Zielsprache treffen soll. Mit dieser Hochachtung vor dem eigentümlichen Stil kann man einen ästhetisch höchst anspruchsvollen Text in der Zielsprache wieder erstehen lassen.

참고문헌 (18)

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  6. 베르만, 앙트완, "낯선 것으로부터 오는 시련. 독일 낭만주의 문화와 번역" (2009), 철학과현실사
  7. 이정희, "토니오 크뢰거에서 “체험화법”의 번역 문제", 텍스트 언어학, (3), pp.405~433 (1995)
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  11. Greiner, Norbert, "Übersetzung und Literaturwissenschaft Tübignen" (2004)
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  13. Kußmaul, Paul, "Verstehen und Übersetzen" (2007)
  14. Leidinger, Armin, "Hure Babylon. Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive" (2010)
  15. Niemann, Nobert, "Verschränkung der Welten, Sprenkelung des Daseins. Versuch über das Epische in Alfred Döblins Spätwerk, In Neue Rundschau. Alfred Döblin" (2009)
  16. Sander, Gabriele, "Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. Erläuterungen und Dokumente" (2006)
  17. Sanders, Willy, "Das neue Stilwörterbuch. Stilistische Grundbegriffe für die Praxis" (2007)
  18. Steiner, George, "Nach Babel. Aspekte der Sprache und des Übersetzens. Deutsch von Monika Plessner unter Mitwirkung von Henriette Beese" (2004)

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