언어회의의 문학적 형상화에 관한 비교고찰 - 호프만스탈과 구효서를 중심으로
Vergleichende Betrachtungen über die literarische Darstellung der Sprachskepsis bei Hofmannsthal und Gu Hyo-Seo
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초록
Die Sprache ist ein Medium für Wiedergabe, Erkenntnis oderKommunikation. In die Reflexionen über Sprache als solches wird oft dieAuseinandersetzung mit verschiedenen Verhältnissen zwischen Spracheeinerseits und Mensch, Gesellschaft, Weltanschauung andererseits einbezogen. Wenn es sich um eine Sprachskepsis handelt, ist im Allgemeinen eine kritischeEinstellung zu den bestehenden Ansichten über den genannten Verhältnissen zubeobachten. In dieser Arbeit wird ausgeführt, wie diese Einstellung je nach derZeit, Gesellschaft oder Mentalität in der Literatur verkörpert ist. Dabei wirdhauptsächlich auf Ein Brief von Hofmannsthal und Die geheime Tür von GuHyo-Seo eingegangen. Trotz des räumlichen und zeitlichen Abstandes und derGattungsverschiedenheit entfaltet sich das Thema der Sprachskepsis in denbeiden Werken ziemlich analog. Als Hauptfigur erscheint ein junger Autor, derzuerst der Sprache voll vertraut, dann plötzlich dieses Vertrauen verliert undsich in die Sprachskepsis stürzt. Die Gemeinsamkeit findet sich auch darin,dass die Sprache im Zusammenhang mit der Vernunft einer radikalen Kritikunterzogen ist. Im Anschluss daran tritt die Natur als Gegenpol zur Sprachebzw. Vernunft auf. Im Weiteren bezieht sich die Parallelität der Sprachskepsisin den beiden Werken auf dekonstruktivistische Ansätze. Bei genaueren Betrachtungen stellen sich aber wesentliche Divergenzenheraus. Indem die Sprachkrise der Hauptfigur auf dem Riss zwischen Signifikant und Signifikat beruht und sprachliche Möglichkeiten dadurchgrundsätzlich problematisiert werden, stellt Ein Brief das Wesen der Spracheals Medium für Wiedergabe und Erkenntnis in Frage. Dies antizipiert denAnsatz- und Kernpunkt der modernen Sprachdiskurse, als deren VertreterSaussure, Derrida, Lacan u. a. zu nennen sind. Anders als in Ein Brief befasst sich das Thema der Sprachskepsis in Diegeheime Tür mit der Verhüllung der Wahrheit durch Sprache. Für den jungenAutor bei Gu Hyo-Seo haben Sprache und Vernunft einen absoluten Sinn wiedie religiöse Erlösung. Aber anlässlich des Übersetzens der geheimenBiographie von dem König Ashoka im altindischen Reich erkennt der jungeAutor die Tatsache, dass die Sprache als ein verfallenes Medium für dieManipulation der Wahrheit ‘in der Verschwörung mit unreinen Sachen, etwaMacht, Religion, Politik u. a.’ fungiert. Seine Sprachskepsis lässt sich nicht aufdas problematische Wesen der Sprache an sich, sondern auf den Missbrauchder Sprache und die damit verbundene Verhüllung der Wahrheit rekurrieren. Indem dieser Missbrauch politische Betrüge und gesellschaftliches Chaos in derzweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Korea assoziiert, trägt die literarischeDarstellung der Sprachskepsis zur kritischen Reflexion über die Geschichte bei.
Abstract
Die Sprache ist ein Medium für Wiedergabe, Erkenntnis oderKommunikation. In die Reflexionen über Sprache als solches wird oft dieAuseinandersetzung mit verschiedenen Verhältnissen zwischen Spracheeinerseits und Mensch, Gesellschaft, Weltanschauung andererseits einbezogen. Wenn es sich um eine Sprachskepsis handelt, ist im Allgemeinen eine kritischeEinstellung zu den bestehenden Ansichten über den genannten Verhältnissen zubeobachten. In dieser Arbeit wird ausgeführt, wie diese Einstellung je nach derZeit, Gesellschaft oder Mentalität in der Literatur verkörpert ist. Dabei wirdhauptsächlich auf Ein Brief von Hofmannsthal und Die geheime Tür von GuHyo-Seo eingegangen. Trotz des räumlichen und zeitlichen Abstandes und derGattungsverschiedenheit entfaltet sich das Thema der Sprachskepsis in denbeiden Werken ziemlich analog. Als Hauptfigur erscheint ein junger Autor, derzuerst der Sprache voll vertraut, dann plötzlich dieses Vertrauen verliert undsich in die Sprachskepsis stürzt. Die Gemeinsamkeit findet sich auch darin,dass die Sprache im Zusammenhang mit der Vernunft einer radikalen Kritikunterzogen ist. Im Anschluss daran tritt die Natur als Gegenpol zur Sprachebzw. Vernunft auf. Im Weiteren bezieht sich die Parallelität der Sprachskepsisin den beiden Werken auf dekonstruktivistische Ansätze. Bei genaueren Betrachtungen stellen sich aber wesentliche Divergenzenheraus. Indem die Sprachkrise der Hauptfigur auf dem Riss zwischen Signifikant und Signifikat beruht und sprachliche Möglichkeiten dadurchgrundsätzlich problematisiert werden, stellt Ein Brief das Wesen der Spracheals Medium für Wiedergabe und Erkenntnis in Frage. Dies antizipiert denAnsatz- und Kernpunkt der modernen Sprachdiskurse, als deren VertreterSaussure, Derrida, Lacan u. a. zu nennen sind. Anders als in Ein Brief befasst sich das Thema der Sprachskepsis in Diegeheime Tür mit der Verhüllung der Wahrheit durch Sprache. Für den jungenAutor bei Gu Hyo-Seo haben Sprache und Vernunft einen absoluten Sinn wiedie religiöse Erlösung. Aber anlässlich des Übersetzens der geheimenBiographie von dem König Ashoka im altindischen Reich erkennt der jungeAutor die Tatsache, dass die Sprache als ein verfallenes Medium für dieManipulation der Wahrheit ‘in der Verschwörung mit unreinen Sachen, etwaMacht, Religion, Politik u. a.’ fungiert. Seine Sprachskepsis lässt sich nicht aufdas problematische Wesen der Sprache an sich, sondern auf den Missbrauchder Sprache und die damit verbundene Verhüllung der Wahrheit rekurrieren. Indem dieser Missbrauch politische Betrüge und gesellschaftliches Chaos in derzweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Korea assoziiert, trägt die literarischeDarstellung der Sprachskepsis zur kritischen Reflexion über die Geschichte bei.
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