“철학의사” - 인문학의 상실된 패러다임을 찾아서
“Die philosophischen Ärzte” - Auf der Suche nach dem verlorenen Paradigma der Humanwissenschaften
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초록
Die s.g. ,anthropologische Wendeʻ in den gegenwärtigen Humanwissenschaften ist mit derselben in der Aufklärung im 18. Jahrhundert eng verbunden. In der Wendezeit von frühaufklärerischem rationalistischem Systemdenken zu spätaufklärerischem empirischem Erfahrungsdenken hat sich eine Art von integrativer Anthropologie ausgebildet, unter der nicht nur Pädagogik, Ethnologie,Kulturgeographie, anthropologischer Roman, Psychologie, Philosophie, sondern auch Physiologie, Medizin ausdifferenziert ein quasi-interdisziplinäres Spannungsfeld konstruieren. Daraufhin haben auch “die philosophischen Ärzte”,die ideengeschichtlich um Wolffianismus und Thomasianismus und wissenschaftsgeschichtlich um Leibnizianismus und Stahlianismus einen mittleren Weg zwischen Philosophie und Medizin gesucht haben, gedeutet. Indem sie die für die aufklärerische, integrative Anthropologie konstitutiven Diskurselemente,z.B. antimechanistische Menschenvorstellung, methodische Eklektik, das Problemkomplex ,Commercium mentis et corporisʻ, philosophisch-medizinische Sinnzusammenhänge, in Betracht gezogen haben, haben sie neue Impulse zu einem integrativen Menschenverständnis und empirisch belegbare Möglichkeitsbedingungen der Humanwissenschaften gegeben. Darüber hinaus sind in ihren Versuchen einige Anknüpfungspunkte auszudeuten, die zur Klarstellung der Debatte um den Paradigmenwechsel der heutigen Humanwissenschaften beigetragen werden können. Der erste Anknüpfungspunkt bezieht sich auf die methodische Eklektik, die uns ermöglicht, abstrakte sinnkonstituierende und erfahrungswissenschaftliche Begriffe miteinander zu vermischen und zu vergleichen und dadurch einen unerwarteten Effekt daraus entstehen zu lassen. Der zweite hat mit der Explikation der erfahrungswissenschaftlichen Seiten der Humanwissenschaften zu tun. Die Begründung der Tatsache, dass psychische bzw. subjektive Empfindungen mit physischen bzw. objektiven Reizen in einem akausalen Zusammenhang stehen, kann den Humanwissenschaften einen neuen Ansatz zum Paradigmenwechsel derselben verschaffen. Zum letzten kann man ein Leitprinzip benennen. Die allererste und zugleich ursprüngliche Einheit der tierischen Natur haben die philosophischen Ärzte als den Nerv, der seinerseits auf kein Prinzipiat zurückzuführen ist, und das dadurch in Gang kommende als die Empfindung und das dem Nerv zugrundeliegende als das Gefühl bzw. die Sinnlichkeit bestimmt. Das Nervensystem, das auf non-hierarchische und netzartige Weise kontingente und akausale Berührungen und Kontakte erfolgen läßt, und die dieses System in sich tragenden Empfindung und Sinnlichkeit sind nicht nur die Kernelemente der aufklärerischen Anthropologie, sondern auch einer darauf basierenden neuen integrativen Anthropologie.
Abstract
Die s.g. ,anthropologische Wendeʻ in den gegenwärtigen Humanwissenschaften ist mit derselben in der Aufklärung im 18. Jahrhundert eng verbunden. In der Wendezeit von frühaufklärerischem rationalistischem Systemdenken zu spätaufklärerischem empirischem Erfahrungsdenken hat sich eine Art von integrativer Anthropologie ausgebildet, unter der nicht nur Pädagogik, Ethnologie,Kulturgeographie, anthropologischer Roman, Psychologie, Philosophie, sondern auch Physiologie, Medizin ausdifferenziert ein quasi-interdisziplinäres Spannungsfeld konstruieren. Daraufhin haben auch “die philosophischen Ärzte”,die ideengeschichtlich um Wolffianismus und Thomasianismus und wissenschaftsgeschichtlich um Leibnizianismus und Stahlianismus einen mittleren Weg zwischen Philosophie und Medizin gesucht haben, gedeutet. Indem sie die für die aufklärerische, integrative Anthropologie konstitutiven Diskurselemente,z.B. antimechanistische Menschenvorstellung, methodische Eklektik, das Problemkomplex ,Commercium mentis et corporisʻ, philosophisch-medizinische Sinnzusammenhänge, in Betracht gezogen haben, haben sie neue Impulse zu einem integrativen Menschenverständnis und empirisch belegbare Möglichkeitsbedingungen der Humanwissenschaften gegeben. Darüber hinaus sind in ihren Versuchen einige Anknüpfungspunkte auszudeuten, die zur Klarstellung der Debatte um den Paradigmenwechsel der heutigen Humanwissenschaften beigetragen werden können. Der erste Anknüpfungspunkt bezieht sich auf die methodische Eklektik, die uns ermöglicht, abstrakte sinnkonstituierende und erfahrungswissenschaftliche Begriffe miteinander zu vermischen und zu vergleichen und dadurch einen unerwarteten Effekt daraus entstehen zu lassen. Der zweite hat mit der Explikation der erfahrungswissenschaftlichen Seiten der Humanwissenschaften zu tun. Die Begründung der Tatsache, dass psychische bzw. subjektive Empfindungen mit physischen bzw. objektiven Reizen in einem akausalen Zusammenhang stehen, kann den Humanwissenschaften einen neuen Ansatz zum Paradigmenwechsel derselben verschaffen. Zum letzten kann man ein Leitprinzip benennen. Die allererste und zugleich ursprüngliche Einheit der tierischen Natur haben die philosophischen Ärzte als den Nerv, der seinerseits auf kein Prinzipiat zurückzuführen ist, und das dadurch in Gang kommende als die Empfindung und das dem Nerv zugrundeliegende als das Gefühl bzw. die Sinnlichkeit bestimmt. Das Nervensystem, das auf non-hierarchische und netzartige Weise kontingente und akausale Berührungen und Kontakte erfolgen läßt, und die dieses System in sich tragenden Empfindung und Sinnlichkeit sind nicht nur die Kernelemente der aufklärerischen Anthropologie, sondern auch einer darauf basierenden neuen integrativen Anthropologie.
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